Anschreiben

[363] Anschreiben, verb. irreg. act. S. Schreiben, an die Seitenfläche eines Dinges schreiben. 1) Eigentlich. Etwas anschreiben, an die Tafel schreiben. Die im Himmel angeschrieben sind, Ebr. 12, 23. Es sind die Zeugnisse davon in mehr als Einem Reiche mit Blut und Thränen angeschrieben, Can. Und in weiterer Bedeutung, aufschreiben, schriftlich anmerken, doch größten Theils nur von Rechnungssachen. Einem etwas anschreiben, es auf seine Rechnung schreiben. 2) Figürlich. Das sey dir zum Fluche angeschrieben! als ein Fluch angerechnet. Bey einem gut, wohl, übel, schlecht angeschrieben seyn, in Ansehung der Meinung, die man von ihm hat. Wie stehe ich bey ihnen angeschrieben? in was für einem Ansehen, in was für Gunst stehe ich bey ihnen? Daher die Anschreibung, in der eigentlichen Bedeutung, und der Anschreiber, der etwas anschreibet.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 363.
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