Aprikōse, die

[416] Die Aprikōse, plur. die -n, die süße und angenehme Frucht des Aprikosen-Baumes; Prunus Armeniaca, L. Diese Frucht heißt Ital. Arbicocco und Bricoccolo, woraus die Franzosen Abricot, die Deutschen Aprikose, und die Engländer Apricocks gemacht haben. Der Ursprung des Ital. Nahmens ist so ausgemacht noch nicht. Die Römer nannten sie Malum Armeniacum und Epiroticum, weil sie selbige aus diesen Ländern bekamen, ehe der Baum um das Jahr 30 oder 40 nach Christi Geburt, um Rom gemein zu werden anfing. Weil sie frühe reif werden, so wurden sie bey den Römern, dem Dioscorides zu Folge, auch Mala praecocia genannt. Es kann seyn, daß das Ital. Abricocco und Bricoccolo aus diesem letztern Nahmen, oder aus Malum Epiroticum verstümmelt worden. Bey den spätern Griechen heißt diese Frucht gleichfalls βερεκοκκα und βερικωκα. Übrigens ist der Aprikosen-Baum eine durch den Witz und Fleiß[416] der Gärtner erhöhete Art des Marillen- oder Amarillenbaumes, dessen Frucht kleiner und minder schmackhaft ist.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 416-417.
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