Beschälen (2)

[892] 2. Beschälen, verb. reg. act. zur Fortpflanzung seines Geschlechtes befruchten, aber nur von Hengsten. Eine Stute beschälen lassen. Daher die Beschälung; das Beschälgeld, welches der Herr des Beschälers bekommt; der Beschälknecht, der den Hengst zu Stute führet; die Beschälzeit, wenn die Stuten beschälet werden; das Beschälregister, welches in den Stutereyen über die Beschälung der Stuten gehalten wird, u.s.f. S. auch Belegen, Bedecken, Bespringen, Begatten.

Anm. Wachters und Frischens Ableitungen dieses Wortes von Schale, concha venerea, und Schellen, welches irgend wo testiculos bedeutet haben soll, daher der letztere es auch beschellen geschrieben haben will, sind ungereimt. Besser nimmt man mit dem Herrn Ihre das alte nordische skala, skyla, bedecken, oder das Angelsächsische scaelan, springen, als das Stammwort an, zumahl da für beschälen auch bedecken und bespringen üblich sind. In den Gloss. Leg. Alemann. bey dem du Fresne bedeutet Scelo einen Hengst. S. auch Beschäler.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 892.
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