Brötling, der

[1207] Der Brötling, des -es, plur. die -e. 1) An einigen Orten, z.B. in Franken, derjenige Schwamm, welcher sonst auch Brätling genannt wird. S. dieses Wort. Brötling ist entweder eine verderbte Aussprache dieses Wortes, oder der Schwamm hat diesen Nahmen daher, weil er auch roh als Brot, oder anstatt des Brotes gegessen werden kann; denn man findet, daß er auch zuweilen Brotschwamm genannt wird. 2) In einigen Gegenden, besonders Oberdeutschlandes, bedeutet dieses Wort einen Dienstbothen, und Brötlinge das Gesinde, weil man sie in seinem Brote hält, daher das Gesinde ehedem auch gebrotetes Gesinde, gebrötete Diener u.s.f. genannt wurde. Diese Gewohnheit, das Gesinde von dem Brote, das es isset, zu benennen, ist schon alt, und liegt auch in dem mittlern Latein. Buccellarius, Cliens, zum Grunde. Bey dem Ulphilas ist Galaibans, bey[1207] den alten Alemannen Kaleibon, im Angels. Hlafeta, ein Haus- oder Amtsgenoß, gleichfalls von Laib, Brot. 3) In den Klöstern, derjenige, welcher einen Panis-Brief bekommen hat.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1207-1208.
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