Freundlich

[284] Freundlich, -er, -ste, adj. et adv. Liebe, freundschaftliche Gesinnungen habend, verrathend, liebreich. 1. Eigentlich, so fern sich diese Gesinnung durch Geberden und Mienen äußert. Ein freundlicher Mann. Er siehet immer freundlich aus. Jemanden freundlich anreden, aufnehmen. Sich freundlich stellen. Ein freundliches Gesicht, freundliche Mienen. Freundliche Worte. Jemanden freundlich grüßen. 2. Figürlich auch, 1) so fern sie sich durch andere Merkmahle an den Tag leget; in welcher Bedeutung dieses Wort nur im gemeinen Leben, ingleichen von Vornehmern gegen Geringere üblich ist. Einem freundlich schreiben. Dahin gehöret auch der jetzt ungewöhnliche biblische Gebrauch, wo Gott freundlich, d.i. liebreich, gnädig, genannt wird. 2) Freundliche Bergarten, im Bergbaue, Steinarten, welche Metallmütter abgeben, und daher gleichsam Freunde der Bergleute sind. 3) Bey den neuern Schriftstellern wird dieses Wort in der höhern Schreibart auch von leblosen Dingen gebraucht. Umkränzt mit freundlichen Rosen, wie der Sohn der Cythere kommt der Greis von Tejos, Clod. Lange hatte sie – mit Thränen den freundlichen Mond über die Gebirge begleitet, Weiße.

Anm. Im Nieders. früntlik, bey dem Notker friuntlih, bey den Schwäbischen Dichtern friundelic, im Angelsächs. freondlice. Im Nieders. bedeutet frundliken freundlich thun.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 284.
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