Gipfel, der

[691] Der Gípfel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Gipfelchen, des -s, plur. ut nom. sing. überhaupt, die oberste Spitze eines Dinges, am häufigsten von Bergen und Bäumen, seltener von Gebäuden. Den Gipfel eines Berges ersteigen. Den Gipfel eines Baumes abhauen. Figürlich, der höchste Grad, die höchste Stufe einer Sache. Den Gipfel der Ehre ersteigen, zur höchsten möglichen Ehre gelangen. Den Gipfel der Tugend, der Boßheit erreichen, es in der Tugend, in der Boßheit auf das höchste bringen.

Anm. Es bezeichnet, so wie Giebel, aus welchem Worte es entstanden ist, überhaupt das Höchste eines jeden Dinges. Das Stammwort von beyden findet sich noch in dem Hebr. גב, eine erhabene Fläche, und dem Chald. גבב erhaben seyn, S. Giebel. Übrigens wird der Gipfel eines Berges im gemeinen Leben auch die Koppe, Kuppe, Franz. Coupeau, in Oberdeutschland der Kogel, in der Schweiz der Belch, der Gipfel eines Baumes aber in den gemeinen Mundarten auch der Ipsel, das Zopfende, das Zahlende, der Zagel, der Zwiesel, der Poll, der Tolder, und im Nieders. Swopp genannt. Im Mittlern Lat. ist Capulus gleichfalls der Gipfel eines Baumes, und bey dem Hans Sachs findet Gipf für Gipfel.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 691.
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