Kley, der

[1627] Der Kley, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein in der Landwirthschaft, besonders Nieder-Deutschlandes übliches Wort, eine kleberige Erde zu bezeichnen. 1) In Hamburg und Dithmarsen wird der Schlamm oder Koth Kley genannt. Er hat Kley unter den Füßen, sagt man daselbst figürlich von jemanden, der viele Landgüter hat. 2) An andern Orten ist der Thon, Letten oder Lehm, ja fast eine jede fette und dabey zähe Erdart, besonders aber der Märgel, unter dem Nahmen des Kleyes bekannt. Nieders. auch Klegg, im Wallis. Clai, Holl. Kley. Im Engl. ist Clay Märgel und Thon überhaupt. Im Pohln. ist Kley der Lehm. Der Begriff des Klebens, der zähen Fettigkeit, ist der herrschende in diesem Worte, daher es mit den Wörtern kleben, Lehm, Letten, Klette, Kleister u.s.f. Eines Geschlechtes ist. Im Böhm. ist Kly Bergharz, und Klyh Leim.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 1627.
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