Krock, der

[1792] Der Krock, des -es, plur. inus. in der Landwirthschaft, besonders Obersachsens, eine Art wilder Wicken mit rauhen Schoten, welche so wohl unter dem Rocken, als unter der Gerste, als ein Unkraut wächset. Bey dem Linnee wird die Vogelwicke, welche doch von dem Krocke noch unterschieden ist, Cracca genannt. Der Nahme Krock scheinet sich entweder auf die rauhen Schoten, oder auf die niedrige kriechende Gestalt dieses Gewächses zu beziehen. S. Kracke und Kriechen. In Meißen wird das Getreide vor und nach der Ernte krockig oder brockig genannt,[1792] wenn die guten Ähren in den Garben mit Gras und Windhalm (vielleicht auch mit Krock) vermischet sind.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 1792-1793.
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