Rollwagen, der

[1154] Der Rollwagen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein niedriger, statt der Räder auf Rollen, d.i. Scheiben, stehender Wagen. 2) Ein leichter Leiterwagen, Reisende darauf schnell von einem Dorfe zum andern zu bringen, weil er leicht dahin rollt; dergleichen Wagen zur Zeit der Messen von den Bauern für solche Reisende, welche die Posten nicht bezahlen können und wollen, gehalten, und von ihnen von Dorfe zu Dorfe fortgeschaffet werden. In einigen Gegenden, und selbst in Meißen, heißen sie Hauderer; in Österreich Zeiselwagen. 3) Ein leichtes, unten mit Rollen versehenes Gestell, welches kleine Kinder, indem sie darin stehen, fortschieben, damit sie dadurch gehen lernen; der Laufwagen, die Laufbank, der Gängelwagen.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1154.
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