Schaube, die

[1379] Die Schaube, plur. die -n, Diminut. das Schäubchen, gleichfalls nur in einigen Oberdeutschen Gegenden, ein Nahme eines langen Mantels, und eines demselben ähnlichen Kleides, welches den ganzen Leib bedeckt, und von beyden Geschlechtern getragen wird. Eine Schaube tragen. Die Regenschaube, der Regenmantel, die Nachtschaube, der Schlafrock, die Doctor-Schaube, der Doctor-Mantel, die Kinderschaube, ein langes Kinderkleid; lauter nur allein im Oberdeutschen übliche Ausdrücke. In einigen Gegenden heißt auch der Rock des andern Geschlechts eine Schaube.

Anm. Im Ital. Giubba, im Böhmischen Czuba. Hier ist die Bedeckung und der hohle tiefe Raum der herrschende Begriff, daher es mit Schaff, Scheffel, Schoppen oder Schuppen, dem Schwed. Sköfve, eine Decke, und hundert andern gleichfalls von schaffen in dessen weitesten Bedeutung einer schnellen Bewegung herstammet. Ohne Zischlaut gehören auch unser Jope, Haube, das mittlere Latein. Cupha, ein Hut, u. a. m. dahin. Siehe Schaubhut.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1379.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: