Schmausen

[1560] Schmausen, verb. reg. neutr mit dem Hülfsworte haben, einem Schmause beywohnen, Speisen und Getränke mancher Art in reichem Maße zu sich nehmen. Hoch schmausen. Die ganze Woche schmausen. Heute wird geschmauset. Bey jemanden schmausen. Daher das Schmausen.

Anm. Dieses Zeitwort ist von dem im Hochdeutschen veralteten ehedem sehr gangbaren musen, mosen, essen, gebildet, wo das vorgesetzte intensive sch die Fülle, den Reichthum der Speisen bezeichnet. S. Muß und Mast, wo mehr von diesem Worte gesagt worden. Dem Latein. comissari, schmausen, fehlet zwar der intensive Zischlaut, allein die Intension wird hier durch das verdoppelte mittlere s angedeutet. Musen und schmausen sind Onomatopöien des mit dem Essen verbundenen Lautes, und schmatzen ist das Intensivum davon.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1560.
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