Wendung, die

[1488] Die Wêndung, plur. die -en, das Verbale von wenden. 1. Die Handlung des Wendens, in den mehr eigentlichen Bedeutungen. Die Wendung des Leibes, des Wagens. Allerley Wendungen mit dem Leibe machen. Die Wendung eines Pferdes, dessen Schwenkung. Ingleichen, der Ort, wo man wendet, z.B. das Ende eines Ackers, wo man mit dem Pfluge umwendet. Daher der Wendungs-Punct, der Punct, in welchem sich eine krumme Linie wendet. In manchen Fällen wird auch der gekrümmte Theil selbst die Wendung genannt, z.B. in der Kriegsbaukunst, wo die gekrümmten Theile eines Laufgrabens an den Enden Wendungen heißen. 2. Die Wendung einer Sache, die Richtung derselben, andere Bestimmung derselben in zufälligen Umständen. Die Sache hat eine andere Wendung bekommen. 3. In der Sprach- und Redekunst sind Wendungen, Verbindungen der Hauptgedanken und Hauptbegriffe, besonders so fern sie von den gewöhnlichen abweichen. Sind sie sehr neu und unerwartet, so heißen sie Schwünge. 4. In der Mahlerey ist die Wendung derjenige Theil eines erhabenen oder rundlichen Körpers, welcher dem Umrisse am nächsten ist, und durch den Wendeschatten angedeutet wird.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1488.
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