Mithras

[64] Mithras: so hieß bei den Persern eine Hauptgottheit, welche sie unter dem Bilde der Sonne und des Feuers und zwar als männliche Figur mit einem [64] Löwenkopf und vier Adlersflügeln, welche auf einer Kugel steht, und um dessen Körper sich vom Kopfe herab eine Schlange windet, anbeteten. Besonders wurden seine Mysterien in den ersten Jahrhunderten des Christenthums bei den Griechen und Romern berühmt, und die förmliche Einführung derselben zu Rom geschah unter Trajan, ungefähr 101 nach Chr. Geb. – Diese Mysterien des Mithras wurden in finstern Hölen gefeiert und namentlich die Einzuweihenden unter den härtesten, ja oft Lebensgefährlichen Prüfungen, welche 80 Tage dauerten, aufgenommen, Auch waren bei diesen geheimen Festen gewisse kenntliche Unterschiede, sowohl in Gebräuchen als in Benennungen. Zu den Opfern wurden oft auch Menschen von jedem Alter und Geschlecht genommen, und aus ihren Eingeweiden geweißagt. Zwar verbot Hadrian diese schändlichen Ceremonien; aber dennoch gab es nachher noch Beispiele, wo man auch Menschen opferte, bis endlich im J. Chr. 378. diese Mysterien gänzlich verboten und die heilige Hole, auf Gracchus Befehl, zerstört wurde.

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Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 8. Leipzig 1811, S. 64-65.
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