Mysterien

Literatur. II.
Literatur. II.

[234] Mysterĭen (grch.), bei den Griechen und später auch bei den Römern Geheimkulte, an denen nur die Eingeweihten teilnehmen durften. Die wichtigsten M. waren die eleusinischen, dann die orphischen, die samothrakischen, die M. der kleinasiat. Göttermutter Kybele, der ägypt. Isis und des pers. Mithra. – Vgl. Lobeck, »Aglaophamus« (2 Bde., 1829), Petersen (1848), Foucart (franz., 1873), Rohde, »Psyche« (2. Aufl. 1898). – Im Mittelalter (seit dem 15. Jahrh.) heißen M. dramat. Darstellungen aus der heiligen, bes. der Weihnachts- und Passionsgeschichte, anfangs nur lateinisch in Kirchen von Geistlichen, später in der Volkssprache auf Straßen von weltlichen Gesellschaften aufgeführt [Tafel: Literatur II, 4]. Ähnliches bieten noch heute die Oberammergauer Passionsspiele. Deutsche M. veröffentlichte Mone (1841 und 1846). – Vgl. Wilken (1872), Froning (1892), Petit de Julleville (franz., 2 Bde., 1886), Heinzel (1898).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 234.
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