Agatho, S. (2)

[71] 2S. Agatho, Papa. (10. Jan. al. 19. Jan. 17. Febr.) Der hl. Agatho wurde in Sizilien geboren und war zuerst Mönch im Kloster St. Johann Baptist in Palermo, wo er sich durch seine Tugenden und Wunder so sehr auszeichnete, daß er allgemein als Thaumaturg (Wunderthäter) verehrt wurde. Wegen seiner klugen und gewissenhaften Verwaltung des Schatzmeisteramtes an der römischen Kirche, das er mehrere Jahre hindurch versah, wurde er für würdig gehalten, dem Papste Domnus im J. 679 auf dem Stuhle Petri nachzufolgen. Zur höchsten Würde erhoben, bestätigte er die Beschlüsse der 6ten allgemeinen Kirchenversammlung, welche gegen die Monotheleten abgehalten worden war, erhob sich mit Kraft gegen die Bilderstürmer und setzte den hl. Wilfrid wieder in sein Bisthum York ein, wie er sich auch des Clerus zu Rom in der damaligen bedrängten Zeit entschieden annahm. Unter seinen Wunderthaten wird besonders hervorgehoben, daß einst ein Aussätziger, der ihm begegnete, durch ihn wunderbar geheilt wurde und daß jeder Betrübte vollständigst getröstet von ihm gegangen. Er starb im J. 682, nachdem er zwei Jahre und ein halbes der Kirche Gottes vorgestanden hatte. Sein Andenken wird bei den Griechen und Lateinern gefeiert, und steht sein Name nichtnur imrömischen Martyrologium, wie es in der ganzen Kirche gilt, sondern auch in jenem Theile desselben, der für einzelne Orden bestimmt ist, indem nach demselben der Orden des hl. Basilius sein Fest am 17. Febr. feiert, der Orden des hl. Benedictus und der von Cileaur (Cisterz) aber am 19. Januar.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 1. Augsburg 1858, S. 71.
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