Antonius a Stroncone, B. (46)

[262] 46B. Antonius a Stroncone, (7. Febr.) Der sel. Antonius war aus Stroncone (Stronconium) in der Diözese Narni in Umbrien geboren. Migne nennt hier das Jahr 1351; allein da der Heilige im J. 1471 gestorben und nur 76 Jahre, nicht 120 Jahre alt geworden, so ist sein Geburtsjahr etwa das Jahr 1395. Sein Vater war Ludwig, aus dem Geschlechte der Vicus, und seine Mutter Isabella, beide fromme, rechtschaffene Leute, die ihren Sohn in allem Guten unterwiesen und ihm darin mit ihrem Beispiele voranleuchteten. In seinem 12ten Jahre faßte er unter göttlicher Eingebung den Entschluß, in den Orden des hl. Franciscus »nach der Observanz« zu treten, in welchem er auch als Laienbruder in einem Kloster in Etrurien Aufnahme fand. Obwohl er von einer vornehmen Familie abstammte und auch in den Wissenschaften wohl erfahren war, sonach ganz geeignet gewesen wäre, die priesterliche Würde zu empfangen, so wollte er doch nur Laienbruder bleiben. Unter der Leitung des gottseligen Thomas Bellaccio nahm er in aller Vollkommenheit zu und wurde nach einigen Jahren auf die Insel Corsica geschickt, wo er mehrere Klöster der Observanz errichtete. Nach Italien zurückgekehrt, brachte er einige Zeit in Toscana zu, von wo er dann in sein Heimathland ging, um dort bis an sein Lebensende zu bleiben. Er lebte in den einsamsten Häusern und nährte sich blos mit Brod, Wasser und Wermuth. Vierzehn Jahre brauchte er, nach seinem eigenen Geständnisse, um sich an die Bitterkeit dieser Pflanze zu gewöhnen. Seine Bußwerke waren äußerst strenge, und dennoch erreichte er ein Alter von etwa 76 Jahren. Endlich starb er im J. 1471 im Kloster von St. Damian bei Assisi, nachdem er 64 Jahre im Orden zugebracht hatte. Sein Körper wurde in jenem Kloster begraben und dann später, als man Lichter über dem Grabe sah, erhoben, wobei man ihn ganz unversehrt und in der rechten Hand eine Rose aus seinem Fleische fand (inque dextrae manus palma rosa inerat ex eadem carne conformata). Seine öffentliche Verehrung wurde im J. 1687 durch ein Decret Alexanders VIII. bestätigt, welches Decret im Jahre 1760 (Butler hat 1769) von der Congregation der Riten veröffentlicht wurde. Sein Name steht am 7. Febr. im Mart. Rom. für die drei Orden des hl. Franciscus und für die Kapuziner.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 1. Augsburg 1858, S. 262.
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