Burcardus, B. (2)

[524] 2B. Burcardus (Burchardus), (20. Aug.), Pfarrer zu Beinwil in der Schweiz, war nach der allgemeinen Ueberlieferung in dem Gebiete des Klosters Mury auf dem Maierhose Langenmatt geboren und lebte, wie es scheint, im 13. oder 14. Jahrh. (Nach Mur er starb er im J. 1000.) Er versah als eifriger Seelsorger die Pfarrei Beinwil, die etwa eine halbe Stunde von Mury auf dem sogenannten Lindenberge liegt. Aus seinem Leben sind uns keine besondern Züge bekannt; desto bewährter ist die Geschichte seiner Verehrung in gedachter Pfarrgemeinde, wohin viele Gläubige wallfahrten. Auf seinen Bildnissen sieht man gewöhnlich neben ihm einen Kranich (»Dulen« bei Mur er genannt), zufolge der Sage, daß der »Selige« einen Kranich zum Leben erweckt habe. Während er nämlich seinen Geschäften und der Andachtin der Kirche nachging, wirthschafteten seine Dienstboten zu Hause auf die kläglichste Weise und überließen sich Ausschweifungen aller Art. Nun hatte der Selige einen Kranich, mit dem er sich viel unterhielt, und der ihm wunderbarer Weise Alles offenbarte, was seine Dienstboten während seiner Abwesenheit Verbotenes trieben. Aus Zorn darüber tödteten diese den Vogel und warfen ihn in einen geheimen Ort. Allein diese That sollte nicht verborgen bleiben; denn auf das Rufen des sel. Pfarrers gab der Vogel aus jenem Ort Antwort und offenbarte, nachdem er herausgezogen worden, Alles was mit ihm geschehen war. Deßhalb wird der Selige mit einem Kranich, der übrigens nur einen Flügel hat, dargestellt.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 1. Augsburg 1858, S. 524.
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