Godefridus Bullonius (13)

[452] 13Godefridus Bullonius, Rex. (15. al. 16. 18. Juli). Gottfried von Bouillon, der erste König von Jerusalem nach der Eroberung des heil. Landes aus den Händen der Türken, war der Sohn des Grafen Eustathius von Boulogne und der Gräfin Ida, Schwester des Herzogs Gottfried von Lothringen. Er stammte mütterlicherseits von Kaiser Karl dem Großen und wurde im J. 1065 geboren zu Bezy im wallonischen Brabant. Da er den Kaiser Heinrich IV. im Kampfe mit dem Gegenkönige Rudolph kräftigst unterstützt hatte, wurde er von demselben im J. 1089 mit dem Herzogthum Lothringen belehnt. Da kam auch an ihn, wie an so viele Andere, die bisher nur mit dem Bürgerkriege beschäftiget waren, im J. 1095 die Stimme des Papstes Urban II., von den heimischen Streitigkeiten abzulassen und einem andern Kampfe sich zuzuwenden, für welchen die Palme des Himmels als Endziel winke (W. W. K. -L. IV. 624). Auch Gottfried ergriff mit Freude das Kreuz, veräußerte das Schloß Bouillon (Bullio, Bullonium) und zog mit ins heil. Land, wo er in den dortigen schweren Kämpfen Allen voranleuchtete. Er war einer der Ersten, welche am 15. Juli 1099 die Mauern von Jerusalem erstiegen, und wurde 7 Tage später einstimmig zum Könige des neuen Reiches erwählt, weigerte sich aber aus Demuth, an der Leidensstätte des Herrn eine goldene Krone zu tragen. Leider starb er schon am 18. Juli (nach Leo 7. Aug.) 1100 und hinterließ die königliche Würde seinem Bruder Balduin etc. Uebrigens gehört Gottfried mehr der Welt- als der Heiligengeschichte an, indem er zwar in mehrere Martyrologien eingetragen wurde, jedoch nie und nirgends eine kirchliche Verehrung genoß. (IV. 5. 121. 348.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 2. Augsburg 1861, S. 452.
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