Johannes de Hagen (675)

[379] 675Johannes de Hagen, (22. Juli, al. 11. Aug.), oder de Indagine, schließt sich bei den Bollandisten am 22. Juli (V. 186) unmittelbar an den vorigen Johannes674 unter den »Uebergangenen« an und wird dort als primus reformator aufgeführt mit der Bemerkung, daß er zwar, wie der vorige Johannes, von Joh. Velde »selig« genannt werde, daß sie aber von der Verehrung desselben keine sichern Beweise haben. Er war, wie bereits beim vorigen Johannes angegeben ist, der Nachfolger desselben und vollführte nach W.W. (II. 222) die von seinem Vorgänger angefangene und ihm hinterlassene Aufgabe der Reformation des Klosters Bursfelde. Er, dessen Regierung von 1439 bis 1469 dauerte, wurde, nach früher ziemlich weltlichem Leben, [379] vorzüglich durch den Johannes (Arnoldus) Busch aus dem Kloster Windesem, einen eifrigen Klosterverbesserer, vermocht, in die löbliche Bahn des Vorgängers einzulenken. Nachdem Johannes Hagen zuerst in seiner Gemeinde Bursfelde den Eifer klösterlicher Zucht genugsam gesteigert hatte, verband er sich mit mehrern Klöstern zu einer Congregation, die einen immer größern Umsang annahm, und deren Vorstandschaft den Aebten von Bursfelde zugetheilt wurde. Heute ist Bursfelde nach Ritter ein Dorf in Hannover mit 160 Einwohnern. Nachdem später ein lutherischer Abt bestanden hatte, pflanzte sich der Titel eines Abtes von Bursfelde auch nach der Säcularisation noch fort, und bei W.W. steht der Name des Consistorialraths, welcher seit dem J. 1844 diesen Titel trug. Auch am 11. August (II. 607) steht dieser Johannes ab Hagen bei den Bollandisten. Bucelin aber, den sie als Quelle haben, hat am 11. August (S. 558) den Bericht so gehalten, daß es schwer wird, zwei Verschiedene, Johannes Mindensis und dann hinzu diesen Johannes Hagen, zu behaupten, und so ziemlich eine Identität beider Namen hervortritt. Bei W.W. aber ist Johannes von Münden eine von seinem Nachfolger Johannes von Hagen wohlgesonderte verschiedene Person. Bei den Bollandisten stehen also 3 Aebte von Bursfelde mit dem Namen Johannes, nämlich am 21. Mai Johannes527 als 4. Abt, dann am 22. Juli die beiden Andern, nämlich Johannes674 als erster und Johannes675 als zweiter Abt von Bursfelde seit der durch Johannes674 angehobenen klösterlichen Reformation. †


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 3. Augsburg 1869, S. 379-380.
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