Plato, S. (2)

[946] 2S. Plato M. (22. Juli, al. 18. Nov.). Dieser hl. Martyrer zu Ancyra (Angora) in Galatien wird in den lateinischen Martyrologien zum 22. Juli, in den griechischen zum 18. Dec. genannt. Seine Geschichte wird bei Metaphrastes erzählt; aus ihm haben sie Surius, Lipomannus und die Boll. entnommen. Sein Tod für den Glauben wird in's J. 302 gesetzt. Damals befand sich zu Ancyra der römische Präfect Aggrippinus, welcher die Christen grausam verfolgte. Der hl. Plato opferte ihnen sein ganzes Vermögen, besuchte und tröstete sie in ihren Gefängnissen. Als er selbst eingezogen wurde, legte er mit Wort und That ein herrliches Bekenntniß ab. Mit unbeschreiblicher Geduld ertrug er die schrecklichsten Foltern. Zuerst mußten zwölf handfeste Männer, die sich gegenseitig ablösten, ihn fürchterlich schlagen, dann aber wurde er auf eine glühend gemachte Eisenplatte gelegt, und von oben mit Oel und Pech übergossen. Als aber der Präfect befahl, aus seiner Haut bei lebendigem Leibe Riemen zu schneiden, warf sie ihm der heil. Martyrer ins Gesicht. Sein Fleisch, sprach er, möge er verzehren, wenn er wolle, seine Seele aber gehöre dem allein wahren Gott! Darauf mußte er volle achtzehn Tage im Gefängnisse zubringen. Nach Umlauf dieser Zeit begann sein Martyrium aufs Neue. Vor die Götzen geführt, spie er dieselben an, und wurde hierauf enthauptet. Seine Verehrung und der Ruf seiner Wunder verbreitete sich durch die ganze Kirche. Bei St. Lorenz in Venedig verehrt man sein Haupt. Im Menologium der Griechen sieht man sein Bild, umgeben von den Werkzeugen seines Martyriums. (V. 226–235.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 4. Augsburg 1875, S. 946.
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