König Salomo

[42] Als König Salomo beim Tempelbau

Mit den Dämonen stritt, die ihn umsaßen,

Ließ er in Mitternächten dumpf und grau

Die Zymbel schlagen und Posaune blasen.


An seiner Seite sah man eine Frau,

Die aufgebaut war ganz aus Parabasen,

Aus Saba kam sie wie ein weißer Pfau

Und stand wie eine Mumie in Exstasen.


Der König selber saß in seinem Zelt,

Um dessen Öffnung Feuer hing in Fransen

Und wies gebietend in die Unterwelt.


Da stiegen Mauern auf gleich goldenen Schanzen

Die Zedern fügten sich und ungezählt

Sah man die Tiere und die Teufel tanzen.
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Quelle:
Hugo Ball: Gesammelte Gedichte. Zürich 1963, S. 42-43,91.
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