[5.]

[14] Wie wol jch vff der grůben gan

Vnd das schyntmesser jm ars han

Mag jch myn narrheyt doch nit lan


5. Von alten narren

Von alten narren.

Myn narrheyt loßt mich nit sin grys

Ich byn fast alt / doch gantz vnwys

Eyn bößes kynt von hundert jor

Den jungen trag ich die schellen vor

Den kynden gib ich regiment

Vnd mach mir selbst ein testament

Das mir leydt würt noch mynē dot

Ich gib exempel vnd böss rodt[15]

Vnd trib was ich jung hab gelert

Mynr boßheit wil ich syn geert

Vnd gtar mich rümen myner schand

Das ich beschissen hab vil land

Vnd hab gemacht vil wasser tryeb

In boßheit ich mich allzyt yeb

Vnd ist myr leydt / das ichs nit mag

Volbringen me / myn alten tag

Aber was ich yetz nym mag thůn

Wil ich entpfellen heyntz mym sůn

Der würt thůn / was ich hab gespart

Er kopt yetz mir noch jn die art

Eß stat jm dapferlichen an

Lebt er / eß würt vß jm eyn man

Man můß sprechen / er sy myn sůn

Dann er dem schelmē recht würt thůn

Vnd wirt sich in kein dingē sparen.

Vnd in dem narren schiff ouch faren

Das wirt mich nach mym dot ergetzē

Das er mich wirt so gantz ersetzen

Do mit důt alter yetz vmb gan

Alter will gantz kein witz me han

Susannen richter zeigten wol

Naß man eim alten truwen sol

Ein alter nar synr sel nit schont

Swär jst recht thůn / ders nit hat gewont


Quelle:
Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Basel 1494, S. 14-16.
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