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[274] De See de dreggt noch Pir un Wag,
dat Is hett lang nog stahn –
de Häkt de bitt, dat is keen Frag,
nu will wi poppen gahn.
De Fischer wir dor gistern noch
mit Släden, Wad un Winn,
he ded'n bandig Brassentog –
nu weet wi doch,
wat dor noch Waken sünd.
Snid man de Wipens nich to dick
un snid s' ok nich to lang,
giff ok de Snur ehr rechte Schick
un winn s' ok nich to rank!
Stäk mi den Plötz ok jo recht fast
dwas up den Haken up,
dat nich de Häkt glöwt, wi heww' spaßt!
Man got uppaßt!
Bitt he, treck wi em rup.
Süh, dor föllt all een Wipen üm
un tründelt in dat Lock;
wu flink de Snur sick dreigt ründ üm –
du steihst ok as sonn Block!
Treck an! He sitt – flink an; he sitt –
to slapp nich, nich to straff!
Dat he de Snur intwei nich ritt,
nich af se bitt
un sett't sick uppen Draff!
Dat möt een forschen Bengel sin,
den krieg wi so nich fat't,
wenn wi em so sin eegen Pin
nich af sick spaddeln lat't.
So, nu is't Tit, nu hal wi'n ran,[275]
ick kenn sin Ort un Wis';
he's fack, ick sülm fat em an!
Süh, dat wir dan –
dor liggt he all up't Is!
Is dat een Kirl! Wen hett nu recht?
Kann sin, dat'n Punter näg'n
vör't Og he uppen Däsen weggt.
Wat ward sick Moder hœg'n!
Dat is noch eens'n schön Middagbrot,
to Tüffken un brun Röw
smeckt, Krischan, dat gefährlich got –
du nimmst to Not
sacht morrn mit üns förleef?
Nu hür eens, wu dat Water stött,
klunkt, rœtelt, rummeln deit,
as wenn de See sin Däk anfött
un mit de Fust ansleiht!
Wat dat dor ünnen runscht un knallt,
knackt, ballert un maracht!
Nu krieg wi sacht Däuwäder ball,
de Mand hett all
sick wesselt gistern nacht.
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