[247] Der Mensch, der hier im Schlummer liegt,
Hat seinen Punsch nicht ausgekriegt.
Dies ist dem Affen äußerst lieb;
Er untersucht, was übrig blieb.
[247]
Der Trank erscheint ihm augenblicklich
Beachtenswert und sehr erquicklich,
Drum nimmt er auch die Sache gründlich.
Der Schwanz ist aber recht empfindlich.
[248] Der Hauch ist kühlend insoweit,
Doch besser wirkt die Flüssigkeit.
[249]
Begierig wird der Rest getrunken
Und froh auf einem Bein gehunken.
[250] Das Trinkgeschirr, sobald es leer,
Macht keine rechte Freude mehr.
Jetzt können wir, da dies geschehn,
Zu etwas anderm übergehn.
[251] Zum Beispiel mit gelehrten Sachen
Kann man sich vielfach nützlich machen.
Hiernach, wenn man es nötig glaubt,
Ist die Zigarre wohl erlaubt.
[252]
Man zündet sie behaglich an,
Setzt sich bequem und raucht sodann.
[253] Oft findet man nicht den Genuß,
Den man mit Recht erwarten muß.
So geht es mit Tabak und Rum:
Erst bist du froh, dann fällst du um.
[254]
Hier ruhn die Schläfer schön vereint,
Bis daß die Morgensonne scheint.
Im Kopf ertönt ein schmerzlich Summen.
Wir Menschen sagen: Schädelbrummen.
[255]
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Wenige Wochen vor seinem Tode äußerte Stramm in einem Brief an seinen Verleger Herwarth Walden die Absicht, seine Gedichte aus der Kriegszeit zu sammeln und ihnen den Titel »Tropfblut« zu geben. Walden nutzte diesen Titel dann jedoch für eine Nachlaßausgabe, die nach anderen Kriterien zusammengestellt wurde. – Hier sind, dem ursprünglichen Plan folgend, unter dem Titel »Tropfblut« die zwischen November 1914 und April 1915 entstandenen Gedichte in der Reihenfolge, in der sie 1915 in Waldens Zeitschrift »Der Sturm« erschienen sind, versammelt. Der Ausgabe beigegeben sind die Gedichte »Die Menscheit« und »Weltwehe«, so wie die Sammlung »Du. Liebesgedichte«, die bereits vor Stramms Kriegsteilnahme in »Der Sturm« veröffentlicht wurden.
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