Der Hahnenkampf

Der Hahnenkampf [2]

[168] Der Gickerich, ein Gockel fein,

Guckt in den Topf voll Brüh hinein.


Der Hahnenkampf [2]

[168] Ein zweiter, Gackerich genannt,

Kommt auch sogleich herzugerannt.


Der Hahnenkampf [2]

Und jeder langt mit Mühe

Im Topfe nach der Brühe.


Der Hahnenkampf [2]

[169] Der Gicker- und der Gackerich

Betrachten und fixieren sich.


Der Hahnenkampf [2]

Zum Kampf gerüstet und ganz nah,

So stehn sie Aug' in Auge da.


Der Hahnenkampf [2]

[170] Sie fangen mit den Tatzen

Entsetzlich an zu kratzen,


Der Hahnenkampf [2]

Und schlagen sich die Sporen

Um ihre roten Ohren.


Der Hahnenkampf [2]

[171] Jetzt rupft der Gickerich, o Graus,

Dem Gackerich die schönste Feder aus.


Der Hahnenkampf [2]

Doch Gackerich, der erst entfloh,

Macht's jetzt dem andern ebenso


Der Hahnenkampf [2]

[172] Und zieht den Gickerich noch obendrein

Beim Schopfe in den Topf hinein.


Der Hahnenkampf [2]

Da kämpfen sie noch ganz erhitzt,

Daß rund herum die Brühe spritzt.


Der Hahnenkampf [2]

[173] Und keiner hält sich für besiegt,

Obschon der Topf am Boden liegt.


Der Hahnenkampf [2]

Jetzt kommt der Schnauzel hergerennt

Und macht dem ganzen Streit ein End'.


Der Hahnenkampf [2]

[174] Sieh da, die Hähne gehn nach Haus

Und sehen ganz erbärmlich aus.


Der Hahnenkampf [2]

Der Schnauzel frißt den Rest der Brüh',

Den Schaden hat das Federvieh.
[175]

Quelle:
Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bde. I-IV, Band 1, Hamburg 1959, S. 168-176.
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