[221] Den 25. Januarii 1649.
Laßt uns meiden
Was nur leiden
Einem schaffen kan,
Außerwehltste Freuden
Gebt euch bey uns an,
Liebste Sachen,
Spiel und Lachen,
Kompt gesampt zu hauff,
Steck uns Kertzen
In den Hertzen,
Süsser Amor, auff!
Der mein Leben
Sich ergeben,
Die mich meiner Pein
Gnüglich kan entheben,
Wird nun gäntzlich mein.
Ihre Wangen,
Mein Verlangen,
Ihrer Vnschuld Ruhm,
Ihre Jugend,
Zucht und Tugend
Sind mein Eigenthum.
Laßt mir weichen
Alle Reichen,
Alles Gut und Geld,
Nichts ist Ihr zu gleichen,
Sie ist meine Welt.
Gläntzt, jhr Sterne,
Schön von ferne,
Die mein Hertz mir brennt,
Meine Wonne
Ist mir Sonne,
Mond und Firmament.
Seyd selbs Richter,
Himmels-Liechter,
Weil jhr auch geliebt,
Wie die Schaar der Tichter
Von euch Nachricht giebt,
Sagt zusammen,
Wolcken-Flammen,
Ob was Liebers mir
Hie auff Erden
Könne werden
Weder jhre Zier?
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Ihrentwegen
Halt ich Regen
Vnd Gefahr zur See
Niemals mir entgegen,
Liebe Frost und Schnee,
Schätz' erkohren
Selbs die Mohren
Vnd den Nilus-Strand,
Geht für allen
Mein Gefallen,
Sie, mir nur zuhand.
Himmels-Güte,
Halt in Blüte
Vnsrer Liebe Saat,
Gründ uns das Gemüthe
Stets auff Gott und Raht!
Nur ein Wille,
Demuth, Stille,
Krön' uns iederzeit,
Laß uns fahren
Alt an Jahren
In dein' Ewigheit!
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