Psichari

[421] Psichari (Psicharis), Jean (Jannis), neugriech. Schriftsteller, geb. 3. Mai 1854 von griechischen Eltern in Odessa, wurde 1884 Professor des Neugriechischen qu der École des hautes études, 1904 auch an der École des Langues Orientales in Paris. Er ist der verdiente Führer der Reformbewegung, welche die erstarrte griechische Schriftsprache durch die gesprochene Volkssprache zu ersetzen wünscht; durch sein Buch »Τό ταξίδι« (»Meine Reise«, Athen 1888, 2. Aufl. 1905) eröffnete er den Kampf zugunsten der Volkssprache, deren literarische Berechtigung er sowohl durch wissenschaftliche Diskussion (vgl. besonders »Ῥόδα καὶ μῆλα«, das. 1902–03, 2 Bde.) wie durch schriftstellerische Tätigkeit nachwies, vgl. besonders die Romane »Τὅνειρο τοῦ Γιαννίρη« (das. 1898) und »Ζωὴ κι ἀγάπη στὴ μοναξιά« (das. 1904) und die dramatischen Versuche »Γιὰ τὸ Ῥωμαίικο ϑέατρο« (das. 1904). Unter seinen wissenschaftlichen Werken sind die »Essais de grammaire historique néogrecque« (Par. 1886–89, 2 Bde.) und die »Études de philologie néogrecque« (das. 1892) zu nennen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 421.
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