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C.P. Serrure im Kunst- en Letter-Blad. 1842. S. 4.
Ein Brauergeselle zu Löwen, der gewohnt war, Abends spät in der Herberge zu sitzen, kehrte einst gegen Mitternacht zu seiner Wohnung zurück. Als er über den Markt kam, gewahrte er eine große Menge weißer Katzen, welche, die Vorderpfoten in einander geschlungen, auf den Hinterpfoten um einen Tisch herumsprangen und überlaut sangen:
Pfot' an Pfot',
Der Teufel ist todt.
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Auf dem Tische stand ein silberner Pokal mit Wein gefüllt, aus dem die Tänzerinnen eine nach der andern tranken. Plötzlich umringten Hunderte dieser Katzen den Brauerknecht, und die erste von ihnen bot ihm den Becher an und wollte ihm Bescheid trinken lassen. Doch der arme Mann war durch den Anblick der wunderbaren Erscheinung so sehr getroffen, daß er lange bewegungslos und ohne ein Wort zu entgegnen da stand. Endlich kam er in etwa wieder zu sich selbst und sprach mit bebender Stimme: »Nein, ich will nicht trinken«, und suchte zugleich sich bald einen Weg durch die ihn umringenden Thiere zu bahnen. Nun geschah es, als er so auf die Ecke der Thiensche-Straet kam, daß er zu nießen begann und nach gewohnter Weise zu sich selber sprach: »Gott segne dich!« Und siehe, kaum hatte er das Wort aus dem Munde, als alle Katzen über sein Haupt hinwegflogen und er noch lange hernach das höllische Gemauze in der Luft wiederschallen hörte.