Kajomorts

[291] Kajomorts (Pers. M.), der Urmensch, welcher aus der rechten Vorderhüfte des Urstiers Abudad entstand, nachdem Ahriman denselben hatte tödten lassen. Er war Mann und Weib zugleich, überaus heilig und Gegenstand der Anbetung der Engel. Der Zweck Ahrimans, das Geschlecht, welches die Welt bevölkern sollte, zu vernichten, war mithin nicht erreicht; darum schickte er einen Dew, Astudschad, nebst tausend andern Genien des Abgrunds gegen ihn zum Kampfe aus, allein dreissig Jahre lange widerstand K. der Uebermacht, bevor er unterlag. Die seinem Körper entfliessenden edeln Säfte befruchteten nunmehr die Erde; über den ungestörten Fortgang des einen Theils wachte der Ized Neritscheni, über den andern Sapandomad. Der Sonnenschein reinigte den Samen, aus welchem nach vierzig Jahren eine Pflanze emporwuchs, welche ein mächtiger Baum ward, wie ein vereintes Menschenpaar gestaltet. Derselbe trug statt der Flüchte zehn Menschenpaare, deren eines, Meschia und Meschiane, das Stammelternpaar des Menschengeschlechts wurde. Auch sie jedoch wurden von Ahriman verführt, des ewigen Lebens, das ihr Theil war, beraubt und, sündhaft, verurtheilt, die Strafe der Sündigen bis zur Auferstehung zu leiden.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 291.
Lizenz:
Faksimiles:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika