Nachrede

1. Nachred ferbet auss Kolen Kreiden. – Petri, II, 487.


2. Nachrede, Hundstreue.


3. Nachrede macht aus Freunden Feinde.

Schwed.: Baktaal giör väneskilnad. (Grubb, 913.)


4. Nachrede reift über Nacht. – Körte, 4402; Masson, 241.

Lat.: Fama malum, quo non aliud velocius ullum. (Virgil.) (Binder I, 513; II, 1068; Sutor, 207.)


5. Nachrede schläft nicht. – Simrock, 7268; Lohrengel, I, 532; Körte, 4401; Braun, I, 2869; Grubb, 695; Masson, 241.

Wer gewissenlos handelt, glaube nicht, dass es unbemerkt und ungeahndet bleiben werde.


6. Uebel Nachrede seynd wie die Schneeballen, je länger man sie herumb weltzet, je grösser sie werden. – Sutor, 207.

Lat.: Nullum est jam dictum, quod non dictum sit prius, quare aequum est vos cognoscere, atque ignoscere. (Sutor, 207.)

7. Ueble Nachrede ist bald flügg und lässt viel Gestank zurück. – Eiselein, 523; Simrock, 8282.

Frz.: On a beau se lever matin, quand on a renom de dormir la grasse matinée. ( Masson, 242.)

Lat.: Ex minimo crescit, sed non cito fama quiescit. (Binder I, 472; II, 905; Eiselein, 523.)


8. Ueble Nachrede ist wie ein Schneeball, der um so grösser wird, je mehr er aus der Höhe in die Tiefe rollt.


[Zusätze und Ergänzungen]

9. Fünf Viertel Nachreden gelten keinen Strich. – Egerbote, 1875, S. 64.


*10. Ick will dar nene Narede uphebben. – Dähnert, 323b.

Es soll nicht heissen, dass ich es gesagt habe.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
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