Rosenkranz, der

[1160] Der Rosenkranz, des -es, plur. die -kränze. 1) Ein Kranz von Rosen. 2) In der Römischen Kirche, auf eine Schnur gereihete kleine Kugeln, die gewöhnlichen Gebethe daran und darnach herzusagen: das Paternoster, in Baiern der Bether, in Augsburg Petter, im mittlern Lat. Sertum rosaceum. Seinen Rosenkranz bethen, die gewöhnlichen Gebethe nach Maßgebung des Rosenkranzes hersagen. Schon die Winsbeckinn gebraucht es zu Anfange des 13ten Jahrhundertes in diesem Verstande; und stat die Rosencranz dir eben. Vielleicht hatten die daran befindlichen Knöpfe, oder doch einige derselben, ehedem die Gestalt der Rosen. Ehedem hieß er auch der Schapel, welches einen Kranz überhaupt bedeutete, und wovon noch die Franzosen ihr Chapelet für Rosenkranz haben, S. Schapel. Figürlich, wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt, pflegt man in der Naturgeschichte auch eine Art Thierpflanzen Rosenkränze zu nennen, Sertulariae L. welche andere Meer-Granaten-Flechten nennen.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1160.
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