Venedig

[980] Venẽdig, der Nahme einer bekannten Stadt in Italien, Venetiae, Man hat von demselben ein doppeltes Beywort, venedisch, welches doch nur in einigen Fällen üblich ist, ob es gleich der Analogie der Deutschen Sprache gemäßer ist, venedische Seife, venedisches Glas; und venetianisch, welches nach einem mittlern Latein. venetianus gebildet ist, welches in den meisten Fällen gebraucht wird, aber so, wie die meisten übrigen Beywörter dieser Art auf anisch und ianisch, fehlerhaft ist, weil sie zu der ausländischen adjectivischen Endung noch die Deutsche isch fügen, das venetianische Gebieth, venetianische Münzsorten, das venetianische Meer und so ferner. Daher der Venetianer, die Venetianerinn, eine aus Venedig gebürtige Person, wofür man ehedem richtiger Venediger, Venedigerinn sagte, und in einigen Oberdeutschen Gegenden noch jetzt sagt.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 980.
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