Franzen

[101] Franzen oder Fransen ist der Name der aus Baumwolle, Zwirn, Wolle, Seide, Gold oder Silber nach den verschiedensten Mustern gearbeiteten Borten, deren man sich als Putz zur Besetzung der Kleider, Meubles, Kirchenornate, Vorhänge und dergl. bedient. Sie bestehen stets aus einem Saum oder einer Kette, von welcher mehr oder weniger lange Fäden, die oft noch vielfach verschlungen, theils zusammengedreht, unaufgeschnitten (Crepinen, Crepines), theils aufgeschnitten und ungedreht (geschnittene Franzen) sind. Mit der Verfertigung der Franzen beschäftigen sich die Posamentirer. Im Großen werden die leinenen, baumwollenen, wollenen und seidenen Franzen nur im sächs. Erzgebirge gefertigt, und Fabriken für echte und unechte Gold- und Silberfranzen gibt es in Nürnberg, Fürth, Wien, Leipzig u.a. O.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 101.
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