Mohr

[166] Mohr, Moor, franz. Moir, heißen sehr fest und dicht gewebte seidene auch halbseidene Zeuche von dem gewässerten oder moirirten Ansehen, welches sie nach dem Weben mittels einer besondern Maschine erhalten. Sie werden deshalb mit einer gummiartigen Feuchtigkeit benetzt und zwischen Metallcylindern heiß gepreßt, wodurch jene Feuchtigkeit sich wellenartig sammelt und dann nur durch viel Nässe wieder aufgelöst werden kann. Moiriren heißt daher überhaupt [167] Zeuchen und Bändern ein gewässertes Ansehen geben, Moirées aber werden vorzugsweise gewässerte Wollenzeuche genannt, wie sie namentlich zu Meublesüberzügen viel im Gebrauch sind. – Moiré métallique oder Metallmohr wird eine Art verzinnter Blechwaare genannt, welche sich durch metallisch-krystallinisches Ansehen auszeichnet, das mit seinem Zinn verzinntem Eisenbleche (daher sich das engl. Weißblech am besten dazu eignet) dadurch gegeben wird, daß man durch Benetzen seiner Oberfläche mit verdünnten Säuren die Krystallform deutlich hervortreten macht, welche der erstarrte Zinnüberzug angenommen hat. Diese Erfindung wurde von einem Franzosen in Brüssel gemacht, und 1818 kamen zuerst von Paris aus dergleichen Waaren in den Handel.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 166-167.
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166 | 167
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