Wasserspinne

Wasserspinne

[666] Wasserspinne (die). Unter den Spinnen (s.d.), welche ihre Beute ohne Vermittelung eines Gewebes erhaschen, ist die vergrößert hier abgebildete Wasserspinne eine der merkwürdigern.

Sie lebt in und auf Teichen und stehenden Gewässern, sieht schwärzlichbraun, ist mit seinen Seidenhaaren bekleidet und hat vier eingedrückte Punkte auf dem Rücken. Ihre Wohnung legt sie mit eigener Kunstfertigkeit unter dem Wasser an, indem sie an die Wurzel einer Wasserpflanze oder einen andern geeigneten Punkt einige kurze Fäden befestigt und obenher mit dem klebrigen und durchsichtigen Inhalt ihrer Spinnwarzen überzieht. Es entsteht auf diese Art ein Glöckchen oder Hütchen, etwa wie ein Fingerhut oder ein halbes Taubenei, welches unten offen und anfangs voll Wasser ist. Dies schafft die Spinne heraus, indem sie sich aus demselben Stoffe ein winziges Beutelchen macht, mit welchem sie sich an die Oberfläche des Wassers begibt, wo es sich mit Luft füllt. Sie kehrt dann unter ihre Zelle zurück, leert die Luft aus, welche als ein kleines Bläschen aufsteigt, von der Decke der Zelle aber aufgehalten wird und hier etwas Wasser verdrängt. Das Insekt wiederholt dies Verfahren bis die Zelle von Wasser genugsam frei ist, überwintert in derselben im Trockenen, legt seine Eier dort und bringt auch alle an der Oberfläche des Wassers oder am Lande erhaschte Beute zur eigenen Ernährung oder der seiner Jungen dahin.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 666.
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