Luft

[780] Luft nennt man im Allgemeinen jeden Körper, dessen Bestandtheilchen das Bestreben haben, sich nach allen Richtungen auszudehnen, oder alle, wie man jagt, ausdehnsame flüssige Körper. Wir kennen viele Stoffe, welche sowol als feste, wie als tropfbarflüssige und als ausdehnsamflüssige oder luftförmige Körper existiren können, z.B. Eis, Wasser und Wasserdämpfe. In welcher Gestalt diese Stoffe auftreten, hängt von dem Temperaturzustande derselben ab, und jeder dieser Stoffe hat gewisse Temperaturgrenzen, innerhalb welcher er fest oder tropfbarflüssig ist, bis er endlich bei einem gewissen Wärmegrade luftförmig wird. Man theilt die luftförmigen Körper ein in Dampf (s.d.) und Gase (s.d.). Im engern Sinne und in der gewöhnlichen Sprachweise versteht man unter Luft die uns umgebende atmosphärische Luft, welche, wie nähere Untersuchungen gelehrt haben, aus 79 Raumtheilen Stickstoff, 21 Theilen Sauerstoff und einer veränderlichen Menge Wasserdampf und Kohlensäure zusammengesetzt ist. Die Lehre von den Erscheinungen, welche Folge der Schwere, des Drucks und der Bewegung der Luft sind, wird Pneumatik oder Aërologie genannt. Ein großer Theil dieser Erscheinungen läßt sich mit Hülfe der Luftpumpe (s.d.) veranschaulichen.

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Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 780.
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