Heiliger Geist

[778] Heiliger Geist, im N. T. das den Messias entweder nur beseelende, oder (bei Paulus) sein Wesen ausmachende und in den Gläubigen wirksame göttliche Lebensprinzip, im Johannesevangelium als »Paraklet« von Christus als dem »Logos« unterschieden, doch noch nicht klar als Person. Erst bei den Gnostikern und Montanisten als Person dargestellt, wird der H. G. bei den Kirchenvätern ein persönliches Glied der Dreieinigkeit, die Wesensgleichheit ihm aber weder schon im Nicänischen noch im Konstantinopler (361) Glaubensbekenntnis zugeschrieben; erst im Abendland geschah dies, und die Lehre von seinem Ausgang »auch vom Sohne« (lat. filiōque, zuerst 589 auf der Synode zu Toledo symbolisch ausgesprochen) wurde zur Streitlehre zwischen der lat. und griech. Kirche. Die schärfste Ausprägung erhielt die Lehre vom H. G. im sog. Athanasianischen Symbolum (s.d.). – Vgl. Noesgen (1899).

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Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 778.
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