Römische Kurie

[553] Römische Kurie, der päpstl. Hof, bes. die päpstl. Behörden als Organe des Papstes zur Regierung der Kirche; zerfallen in 1) Justizbehörden (Curĭa justitĭae): die Rota Romāna, vor 1870 der oberste Gerichtshof für den Kirchenstaat; die Camera apostolĭca für die Finanzverwaltung, mit dem Camerlengo an der Spitze; die Signatura justitĭae zur Entscheidung über Appellationen; 2) Gnadenbehörden (Curĭa gratĭae): die Signatūra gratiae für außerordentliche Gnadensachen; die Datarĭa (s.d.) apostolĭca; die Poenitentiarĭa apostolĭca (Pönitentiarkammer) für Absolutionen in den dem Papst reservierten Fällen; 3) Expeditionsbehörden: die Cancellarĭa apostolĭca für Ausfertigung von Bullen; die Secretarĭa brevĭum für Ausfertigung von Breven; die Secretarĭa status, das auswärtige Amt, unter dem Kardinalstaatssekretär. Bes. wichtige Angelegenheiten werden in den Versammlungen (Konsistorien) der Kardinäle (s.d.) unter Vorsitz des Papstes verhandelt. – Vgl. Bangen (1854).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 553.
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