Rousseau [2]

[565] Rousseau (spr. russoh), Jean Jacques, einer der einflußreichsten franz. Schriftsteller, geb. 28. Juni 1712 zu Genf, lernte als Graveur, war dann nacheinander Lakai, Musiklehrer, Steuerschreiber, Hauslehrer, Privatsekretär, Theaterdichter und Komponist, lebte 1756-58 in einem Landhause (Eremitage) bei St.-Denis, dann in Montmorency, floh, wegen seines berühmten pädagogischen Romans »Émile« (1762; deutsch von Sallwürk, 1883) verurteilt, nach Motiers-Travers (Neuchâtel), später nach England, gest. 2. Juli 1778 zu Ermenonville; durch seinen Roman »La nouvelle Héloïse« (1759) epochemachend, durch den »Contrat social« (1762) Begründer des Naturrechts; schrieb ferner die autobiogr. »Confessions« (deutsch 1870), die Oper »Le devin du village« (1752) u.a. – Biogr. von Brockerhoff (3 Bde., 1863-74, und im »Neuen Plutarch«, Bd. 5, 1877), Saint-Marc Girardin (franz., 2 Bde., 1875), Mahrenholtz (1889), Chuquet (franz., 1893); vgl. ferner Höffding, »R. und seine Philosophie« (1897); Haymann, »R.s Sozialphilosophie« (1898).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 565.
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