Sammler

Elektrizität. II.
Elektrizität. II.

[601] Sammler, elektrische Akkumulatoren, Sekundärelemente, Apparate zur Aufspeicherung (Akkumulierung) elektr. Energie, beruhen auf elektr. Polarisation (s.d.) und bestehen aus einem Glaskasten oder einem mit Blei ausgefütterten Holzkasten, in welchen eine Reihe gerippter Bleiplatten senkrecht eingehängt sind, an deren Oberfläche Bleioxyd, die sog. aktive Masse, aufgebracht ist; dabei sind die Platten abwechselnd mit der positiven und der negativen Elektrode verbunden, so daß sich stets eine positive und eine negative Platte gegenüberstehen; zwischen den Platten befindet sich verdünnte Schwefelsäure (18-21°B.). Wird der S. »geladen«, d.h. ein elektr. Starkstrom durchgeschickt, so wird das Wasser der Flüssigkeit in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt; der letztere oxydiert das Bleioxyd der positiven Platten zu Bleisuperoxyd, und der Wasserstoff reduziert das Bleioxyd der negativen Platten zu metallischem Blei. Nach Unterbrechung des Ladungsstroms bildet der S. ein Element, welches nach Schließung des Stromkreises einen dem Ladungsstrom entgegengesetzt gerichteten Strom liefert, wobei das Bleisuperoxyd der positiven Platten durch den Wasserstoff zu Bleioxyd reduziert und das metallische Blei der negativen Platten zu Bleioxyd oxydiert, bis sich der S. »entladen« hat und von neuem zum Laden gebraucht werden kann. Die S., 1854 vom deutschen Arzt Sinsteden erfunden, 1860 von Planté zuerst konstruiert, dienen in den Elektrizitätswerken als Ausgleichsapparte; ferner als Vorratsmagazine elektr. Energie, bes. bei elektr. Motorwagen und elektr. Booten. [Tafel: Elektrizität II, 12.]

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 601.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika