Trier

[863] Trier, franz. Trèves, Hauptstadt des preuß. Reg.-Bez T. (7184 qkm, 1900: 840.696, 1905: 931.053 E., 1 Stadt-, 12 Landkreise), Stadtkreis und Kreisstadt, r. an der Mosel, (1900) 43.506, (1905: 46.703) E., Garnison, Bischofssitz, Land-, Amtsgericht, Hauptsteueramt, Handelskammer, Oberpostdirektion; zahlreiche Bauten aus der Römerzeit (Amphitheater, Porta nigra, Thermen, Kaiserpalast); Dom (6. Jahrh., mit Reliquien; darunter der Heilige Rock, s.d.), Liebfrauen-, Gangolfs-, Matthias-, Paulinuskirche, Stadtbibliothek (Handschriften), Provinzialmuseum, Brunnendenkmal des Erzbischofs Balduin; Gymnasium, Realgymnasium, Priester-, Lehrerinnenseminar, bischöfl. Konvikt, Weinbauschule, Taubstummenanstalt. – Alte Hauptstadt der kelt. Trevirer, unter den Römern als Augusta Trevirorum etwa von 286-400 Residenz der röm. Kaiser für den Westen, seit 843 zu Lothringen, seit Heinrich I. bleibend zu Deutschland gehörig. Das Erzstift T. entstand um 815, war später geistl. Kurfürstentum, wurde 1801 säkularisiert; T. kam 1801 an Frankreich, 1814 an Preußen; seit 1821 preuß. Bistum. – Vgl. Marx »Geschichte des Erzstifts T.« (5 Bde., 1858-64), Leonardy, »Geschichte des Trierschen Landes und Volks« (1871); Hettner, »Das röm. T.« (1880).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 863.
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