Contagium

[484] Contagium, der Ansteckungsstoff, ein thierisches Gift, welches den ansteckenden Krankheiten zum Grunde liegt. Man unterscheidet flüchtige Contagien, welche Pest, Blattern verbreiten, und fixe, welche den Aussatz, Wasserscheu nach dem Bisse toller Thiere etc. zur Folge haben. Noch ist es unerwiesen, ob das gelbe Fieber, die Cholera, Ruhr, das Scharlachfieber, Rötheln und Friesel und die Influenza durch einen Ansteckungsstoff verbreitet werden oder miasmatische Krankheiten sind. Die Contagien hängen sich an Stoffe, wie Wolle, Seide, thierische Felle, Baumwolle und andere, und stecken durch dieselben oder durch Berührung der Kranken an. Dieserhalb sind gegen contagiöse Krankheiten die Quarantaineanstalten von bewährtem Nutzen. Der Sauerstoff zerstört, der Stickstoff befördert alle Contagien. Hieraus ergibt sich der Nutzen der reinen atmosphärischen Luft und der übersalzsauern Räucherungen bei allen contagiösen Krankheiten. (S, Epidemie und Endemie).

D.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 2. Leipzig 1834, S. 484.
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