Wolle

[461] Wolle, nennt man vorzugsweise die Hautbedeckung der Schafe. Die technische Zubereitung derselben ist namentlich in neuerer Zeit auf einen so hohen Grad der Vollkommenheit gestiegen[462] und unterliegt so mannigfachen Manipulationen, daß eine genügende Erklärung davon in der Kürze gar nicht möglich ist. Wir wollen uns daher nur auf Erwähnung einiger im gemeinen Leben oft vorkommenden Benennungen des rohen Stoffes beschränken. Veredelte W. nennt man alle die, welche aus einer Vermischung seiner spanischen Stöhre mit groben Schafen erzeugt wird. Wenn diese geschoren ist, werden die längern Haare von den kürzern geschieden, was man kämmen, und die dazu sich eignende W. Kammwolle nennt. Aus solcher wird namentlich das Strumpfgarn bereitet. Der seinen, von sehr veredelten Schafen erlangten W. gibt man den Namen Merinowolle. Ordinäre W. wächst auf dem Schafe jährl. 6–8 Zoll lang, Merinowolle dagegen nur 1–2 Zoll. Letztere theilt man ihrer Güte nach wieder in Electoral-, Prima-, Secunda- und Tertiawolle.

4.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 10. [o.O.] 1838, S. 461-462.
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461 | 462
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