Knappe

[161] Knappe hieß im Mittelalter der junge Edelmann, wenn er das 14. Jahr erreicht hatte und feierlich mit dem Schwert umgürtet[161] worden war. Er begleitete den Herrn auf Kriegszügen und zu Turnieren, beschützte die Damen auf der Reise, sorgte für die Wartung und Abrichtung der Pferde, hielt die Waffen in gutem Stande, trug des Herrn Helm, Lanze und Schild in die Schranken, führte ihm das Streitroß vor etc. Im Gefechte hielt der Knappe hinter dem Ritter, um dem Verwundeten beizustehen, ihm eine andere Waffe u. dergl. zu reichen. Größtentheils nahmen sie auch selbst mit Antheil am Gefechte, doch durften sie sich nur der Streitaxt und des Schwertes (des kurzen Flammbergs), bedienen. Hatten sie Proben von Muth und Tapferkeit abgelegt, so erhielten sie die Sporen und den Ritterschlag. Im Frieden lag den Knappen auf der Burg, nebst der Sorge für Waffen und Rosse, der Empfang und die Verpflegung der Fremden, die Tafel, das Auftragen der Speisen, das Mundschenkamt u. dergl. ob. Auch mußten sie im Schlafzimmer des Ritters Kammerdienersdienste versehen.

4.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 6. [o.O.] 1836, S. 161-162.
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