Midas

[211] Midas, ein König der Phrygier und eifriger Diener des Dionysos, dessen Freund und Lehrer, Silen, sich einst in der Trunkenheit zu Midas verirrte. Dieser nahm ihn gastlich auf, bewirthete ihn zehn Tage und führte ihn dann rosen- und rebenbekränzt im Triumphzug zu Dionysos zurück. Der Gott, hocherfreut darüber, sprach den Wunsch aus, daß Midas sich eine Gnade ausbitten möge. Der König bat, daß alles, was er berühre, sich in Gold verwandle, und es geschah. Bald aber sah er ein, wie thöricht dieß war, denn nun verwandelten sich auch alle Speisen, die er genießen wollte, in das starre Metall, und er mußte den Gott flehentlich bitten, das unselige Geschenk zurück zu nehmen. Sein Flehen ward[212] erhört; Midas mußte sich in dem Flusse Paktolos baden, der seitdem Goldsand führte. Als M. einst einen musikalischen Wettstreit zwischen Apollon und Pan auf der Lyra und Flöte zu Gunsten des Letztern entschied, ließ Apollon ihm Eselsohren wachsen.

–ch–

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 7. [o.O.] 1836, S. 211-212.
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211 | 212
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