West, Benjamin

[424] West, Benjamin, in der neuern Kunstgeschichte Englands ein bedeutender Name, der größte Historienmaler, den dieses Land in jüngster Zeit aufzuweisen hat, ein Künstler von großem Talent, aber ohne jene überraschende Originalität, welche das Genie, sich selbst unbewußt, seinen Schöpfungen aufprägt. Geb. 1738 in Pennsylvanien, ging W., dem Drange seines Berufs folgend, 1760 nach Rom, lebte dort 3 Jahre, ging dann nach England und fand dort eine so günstige Aufnahme, daß er daselbst für immer blieb, zum Hofmaler des Königs und 1795 zum Präsidenten der Akademie ernannt wurde. Er arbeitete über 20 Jahre für das Schloß Windsor, und namentlich 6 Gemälde im Audienzzimmer, aus der Geschichte Eduard's III., verdienen die Aufmerksamkeit des Kunstfreundes. Unter seinen historischen Werken sind außerdem bekannt geworden: der Abschied des Regulus, der Eid des Hannibal, der Tod des Ugolino, der Tod des Generals Wolfe, die Schlacht bei la Hogue etc. Weniger gelungen sollen seine Arbeiten für die Kapellen von Windsor, Greenwich etc. sein, und auch der Tod Nelson's, 1806 gemalt, fand nicht den gewohnten Beifall. W. starb 1820 in London.

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Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 10. [o.O.] 1838, S. 424.
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