Faule Vernunft

[332] Faule Vernunft argos logos ignava, pigra ratio) die fatalistische Meinung, daß das Handeln des Menschen keinen Einfluß auf sein Schicksal habe, weil alles vorherbestimmt sei (vgl. CICERO, De fato 12, 28). KANT versteht unter der »faulen Vernunft« »jeden Grundsatz, welcher macht, daß man seine Naturuntersuchung, wo es auch sei, für schlechthin vollendet ansieht, und die Vernunft sich also zur Ruhe begibt, als ob sie ihr Geschäft völlig ausgerichtet habe« (Krit. d. r. Vern. S. 534).

Quelle:
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 332.
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