Fußnoten

1 [Bis auf den ersten Absatz als Privatdruck nur in wenigen Exemplaren aufgenommen; veröffentlicht in: Kleine Schriften zur Alten Geschichte von Johann Gustav Droysen I, 1893, S. 298ff., abgedruckt unter dem Titel »Theologie der Geschichte« in: J. G. Droysen, Grundriß der Historik, 1937, S. 369-385.]

2 [Sie sind in der zweiten Bearbeitung vom Verf. wesentlich gekürzt worden.]

3 Arist, polit. I 1, 6.: διό φασιν οἱ ποιηταί, βαρβάρων δ᾽ Ἕλληνας ἄρχειν εἰκός ὡς ταὐτὸ φύσει βάρβαρον καὶ δοῦλον ὄν.

4 [Plut.] de fort. Alex. I 6.

5 Plat. Philebus, p. 22 und 30; Arist. Metaphys. XI 6.

6 Aeschyl. Agam. 155: Ζεὺς ὅστις ποτ᾽ ἐστίν usw.

7 Plat. Timaeus p. 40 sqq.; de rep. II p. 378 sq.

8 Arist. Metaph. XI 10.

9 So Kleanthes gegen Aristarchs Entdeckung, daß die Sonne still stehe und die Erde sich bewege: Ἀρίσταρχον ᾤετο δεῖν – – – ἀσεβείας προκαλεῖσϑαι τοὺς Ἕλληνας, Plutarch, de facie in orbe lunae 6.

10 Man wird sich zum Beweis der lebendigen Gläubigkeit in Griechenland am wenigsten auf die Erzählungen von der Götterhilfe im delphischen Siege gegen die Kelten, von der Artemis in Pellene, die während des Kriegsgetümmels erscheint, u. dgl. berufen dürfen; das gehört der konventionellen Auffassung oder der Dekorationsmalerei effekthaschender Historiker an.

11 In späteren Darstellungen wird auf Euhemeros zurückzukommen sein, der als Freund des Königs Kassandros von Makedonien genannt wird, von dem er zu Sendungen nach dem fernen Süden gebraucht worden ist. Es wäre nach den politischen Verhältnissen des Kassandros wohl möglich, daß damit eine Sendung an den Hof des Sandrakottos bezeichnet wäre. Für die im Text erwähnte Notiz verweise ich auf Lactant. I 11, 63, von dem die Ausführung, die Euseb. praep. evang. II, p. 59 aus Diodor geschöpft haben will, bedeutend abweicht. Vielleicht gehört in dieselbe Richtung die Schrift des Abderiten Hekataios, der am Hofe des Ptolemaios I. von Ägypten eine nicht unbedeutende Rolle gespielt zu haben scheint, namentlich mit seiner Schrift περὶ Ὑπερβορέων, in der man nicht eben glücklich eine Verherrlichung der Frömmigkeit (populi piissimi summam vitae felicitatem) hat erkennen wollen; am wenigsten durfte man diese Ansicht damit begründen wollen, daß Hekataios Eliensis sacerdotis alumnus gewesen sei; dieser sein Lehrer war Pyrrhon der Skeptiker, den seine Landsleute zum ἀρχιερεύς bestellten (Diog. IX 64). Nicht minder gehört in diese Reihe Amometos mit seiner gens Attacorum (Plin. VI 17); daß er aus dieser Zeit (älter als Kallimachos) ist, ergibt Antigon. de mirab. 149 ed. Westerm. Die euhemeristische Bewegung greift auf das stärkste nach allen Seiten hin ein.

12 Beweis dafür ist die Münzgeschichte von Rhodos seit der Vereinigung der drei Städte im Jahr 408 und die Ausbreitung des rhodischen Münzsystems über Karien und die bedeutendsten Handelsplätze bis Kyzikos hin.

13 Sehr bezeichnend ist in einer ephesischen Inschrift der römischen Zeit (GIG II 2957) der Ausdruck;Ἐφεσίων ἡ βουλὴ καὶ ὁ δῆμος καὶ τῶν ἄλλων Ἑλλήνων αἱ ἐν τῇ Ἀσίᾳ κατοικοῦσαι πόλεις καὶ τὰ ἔϑνη. Und ähnlich in dem Vertrag zwischen Smyrna und Magnesia um 245: ἔγραψεν δὲ πρὸς τοὺς βασιλεῖς καὶ τοὺς δυνάστας καὶ τὰς πόλεις καὶ τὰ ἔϑνη [OGI I 229, Z. 11]. Dies ἔϑνος wird fortan der Ausdruck für die nicht städtisch Lebenden, so schon bei Teles ap. Stob. II p. 72 ed. Lips., und wir werden auf Grund dessen in späteren Darstellungen den Ausdruck ethnisch als Gegensatz des Hellenistischen brauchen.

14 Das πρόσταγμα περὶ τοῦ τὰ μὴ ἀναγεγραμμένα Αἰγύπτια συναλλάγματα ἄκυρα εἶναι Pap. Taur. I, p. 4.

15 So sagt St. Hieronymus prol. ad ep. ad Gal.: »Galatas excepto sermone Graeco, quo omnis oriens loquitur, propriam lingam – habere«. Syrische Sprache in den Dörfern s. Io. Chrys. Hom. 19, 1, II, p. 189; de sanct. mort., I, p. 651. Es mag hier bemerkt werden, daß sich die alte Schrift (Keilschrift) in Babylon noch lange erhalten hat. Unter den Tonplatten des Londoner Museums finden sich Kontrakte aus der Zeit des Antiochos IV. Epiphanes und des Seleukos IV. Philopator (Fr. Lenormant in der Revue numismat. 1868, S. 420); und G. Smith, Assyrian discov. 1875, II, S. 388 erwähnt eine andere Platte mit seleukidischer und arsakidischer Datierung von 105 v. Chr. Die Sprachverhältnisse in Palästina werden später zu besprechen sein.

16 Es ist bekannt, daß seit Psammetich griechische Söldner in großer Zahl in Ägypten ansässig waren; 30000 Mann hatte Apriës, Herod. II 168; bei Naukratis bauten sich 12 griechische Städte Tempel, Herod. II 178-182. Auch bei den wiederholten Aufständen gegen die Perser wurden häufig griechische Söldner gebraucht. Immerhin mögen von diesen Ankömmlingen noch zahlreiche Nachkommen im Lande gewesen sein; der erste Statthalter Ἀραβίας τῆς πρὸς Ἡρώων πόλει, den Alexander bestellte, Kleomenes, war aus Naukratis (Arr. III 5, 4).

17 [Das rasche Fortschreiten der Papyrologie läßt Droysens Ausführungen zur Verwaltung Ägyptens De Lagidarum regno, 1831, und ebenso die hier folgende Darstellung überholt erscheinen. Die wesentlichsten neueren Erkenntnisse sind, daß der Epistratege in der Ptolemäerzeit für ganz Ägypten mit Ausnahme der Griechenstädte zuständig ist, und daß die Komai Unterteilungen der Topoi sind. Literaturhinweise H. Bengtson, Griech. Gesch., 1950, S. 402f., 419; Die Strategie III, 1952, S. 121ff.]

18 Sicher nur Alexandria und Ptolemais (ἡ Ἑρμείου) in Oberägypten, von letzterer sagt Strabo XVII, p. 813: ἔχουσα καὶ σύστημα πολιτικὸν ἐν τῷ Ἑλληνικῷ τρόπῳ. Außer diesen beiden Städten ist noch Naukratis von früherer Zeit her griechisch, ob auch mit einem σύστημα πολιτικὸν, muß dahingestellt bleiben.

19 S. meine Abhandlung »Die griechischen Beischriften von fünf ägyptischen Papyren« im Rheinischen Museum III 4, S. 500ff.

20 So die Einziehung des »Hinterseelandes« (des Nomos Phthenotes), das den Tempeln des Horos und der Buto dort gehörte, nach dem hieroglyphischen Dankdekret dieser Priesterschaften für den »Statthalter Ptolemaios« vom Jahr 311 (in der Ägyptischen Zeitschrift IX, 1871, S. 1ff. erklärt von Brugsch).

21 Die Bedeutung der ägyptischen Überlieferungen für die astronomischen Studien der Griechen hebt Strabo XVII, p. 806 hervor.

22 Diodors Angabe I 31, daß Ägypten, als es am blühendsten gewesen, sieben (v. 1. acht) Millionen Einwohner gehabt habe, und zu seiner Zeit nicht weniger (v. 1. nicht weniger als drei Millionen zähle), ist zu schlecht überliefert, um benutzt zu werden. Als er Alexandrien besuchte (58 v. Chr.), lebten (nach XVII 52) in dieser Stadt allein 300000 Freie, und fast hundert Jahre später sagt Joseph. Bell. Jud. II 16, 4, Ägypten zähle außer Alexandrien 71/2 Millionen.

23 Sonst war das Land voller Räuberbanden und Diebsgesindel gewesen; Theocr. XV 47.

24 Es ist klar, daß die ganze Energie des ägyptischen Königtums in der ungeheuren Aufhäufung und Disponibilität des edlen Metalls beruhte; es mußte für das Innere eine große Verteuerung des edlen Metalls die Folge sein; der Verkehr reduzierte sich fast völlig auf Kupfergeld, wie die ägyptische Numismatik zeigt; es liegt auf der Hand, welchen Einfluß dies auf die Preise, auf den Arbeitslohn, auf die Fabrikation und den auswärtigen Verkehr haben mußte; doch verfolge ich dies echt despotische System der Staatswirtschaft hier nicht weiter.

25 Die Beschreibung ist von Kallixenos; im Auszug bei Athen. V, p. 196-203.

26 Im pharaonischen Ägypten scheint im Verkehr gar kein geprägtes Metall gewesen zu sein, sondern die sog. Skarabäen werden als Münze gegolten haben. Daß der Satrap Aryandes von Ägypten unter Dareios I. Silbergeld schlug, »ebenso voll im Wert, wie der König Gold«, sagt Herod. IV 166, auch daß der König darüber ungehalten unter anderem Vorwand ihn hinrichten ließ. Es scheint in dieser Angabe ein starkes Argument gegen die jetzt allgemeine Annahme der Doppelwährung im persischen Reich zu liegen.

27 Liv. ep. XIV. Eutrop. II 15 etc. Genau unterrichtet konnte man z.B. durch Lykos von Rhegion sein, der, wie aus seiner Feindschaft mit dem Phalereer Demetrios erhellt (Suid. v.), nicht bloß als Gelehrter sich in Alexandrien aufhielt.

28 Ich erinnere vorläufig an den Kämmerer der Königin Kandake in der Apostelgeschichte und an das gräzisierende Reich in Axum.

29 Nur beiläufig will ich hier die Frage aufwerfen: warum haben die Lagiden sich nicht auf der arabischen Küste zu Herren zu machen gesucht wie in unserem Jahrhundert der Besieger der Wahhabiten? Griechen waren in den dortigen Häfen wie bis zur Insel Dioskorides hin angesiedelt.

30 Besonders interessant ist die Stelle aus Strabons Geschichtswerk, die Joseph. Ant. XIV 7, 2 zitiert. Ihre Isopolitie in Alexandrien bestätigt unter andern das kaiserliche Reskript bei Joseph. Ant. XIX 5, 2. Zur Zeit des Philon war von den acht Millionen Einwohnern Ägyptens (οἱ τὴν Ἀλεξάνδρειαν καὶ τὴν χώραν Ἰουδαῖοι κατοικοῦντες) 1 Million Juden, Philo adv. Flacc. p. 971 sq.

31 Ich meine außer Euhemeros und anderen, die Joseph, c. Apion. I 23 nennt, besonders den Abderiten Hekataios (Πτολεμαίῳ τῷ Λάγου συγγενόμενος) mit seiner merkwürdigen jüdischen Geschichte; es kommt nicht auf die Richtigkeit ihres Inhalts an, sondern darauf, daß Hekataioa (nicht ein spätere hellenistischer Jude) sie verfaßt hat; möglich, daß die alexandrinischen Juden manches und vieles hineingefälscht haben, so die sophokleischen Verse bei Clem. Alex. Strom. V, p. 257 ed. Sylb.; aber daß von Hekataios über jüdische Dinge geschrieben worden ist, erhellt aus Diod. XL 3 (Fr. Hecat. 13).

32 Sehr lehrreich ist das Urteil des Scipio, der Ägypten 136 besuchte (Diod. XXXIV 1); er rühmt besonders τὴν ὅλην τῆς χώρας ὑπεροχὴν ὡς εὖ διάκειται πρὸς ἡγεμονίας ἀσφάλειάν τε καὶ μέγεϑος.

33 Bei der prunkhaften Festfeier des Antiochus Epiphanes, die Polyb. XXXI 3 beschreibt und bei denen eine glänzende Militärmacht paradiert, werden erwähnt 20000 Makedonen, 5000 χαλκάσπιδες, .... οἱ λεγόμενοι ἑταῖροι ἱππεῖς 1000 M., dann 1000 τὸ τῶν φίλων σύνταγμα, außerdem 1000 ἐπίλεκτοι, οἷς ἐπηκολούϑει τὸ καλούμενον ἄγημα κράτιστον εἶναι δοκοῦν σύστημα τῶν ἱππέων gegen 1000 M. usw. Die alten Namen des ἄγημα, der Hetairen, der Freunde, wie im Heere Alexanders.

34 In der Besatzung von Magnesia sind neben dem detachierten Teile der Phalanx (Makedonen) Perser unter Omanes [OGI I 229, Z. 105]; im hohen Persien in Randa stehen 3000 Perser und 3000 Mann Fußvolk, 300 Reiter Makedonen und Thraker, Polyaen. VII 39. Das Heer, welches bei Raphia kämpfte, enthielt nach Polyb. V 79: 5000 Mann leichtbewaffnete Daër, Karmanier, Kilikier; 10000 Mann nach makedonischer Art Bewaffnete aus dem ganzen Reich (als Phalangiten); 20000 Mann Phalanx (also Makedonen); 2000 Schützen und Schleuderer, Perser und Agrianer; 1000 Thraker; 5000 Meder, Kissier, Kadusier, Karmanier unter Führung eines Meders; 10000 Araber unter einem Araber; 5000 griechische Söldner; 2500 Kreter und Neokreter; 500 lydische Schützen; 1000 Kardaker (also persische Hopliten, Arr. II 8, 6). Die 6000 Mann Reiter werden nicht näher spezifiziert.

35 So war z.B. die Satrapie Syrien folgendermaßen geteilt (nach Poseidonios bei Strabo XVI, p. 750): den nördlichen Teil bildete Seleukis mit den vier Satrapien von Antiocheia, Seleukeia, Apameia, Laodikeia; südwärts folgte Koilesyrien, ebenfalls in vier Satrapien geteilt; der lückenhafte Text versagt weitere Einsicht.

36 Polyb. V 40, 7. In den ferneren Ostländern dürfte diese Verbindung stets beibehalten sein.

37 Er nennt V 46,7 den Diogenes Eparch und 48, 14 Stratege. Ich habe aus einer Zusammenstellung der vorkommenden Strategen einzelner Landschaften kein bestimmtes Resultat gewinnen können; am bezeichnendsten ist noch, daß später Simon Makkabaios als στρατηγὸς τῆς στρατιᾶς ἀπὸ Κλίμακος Τυρίων ἕως Αἰγύπτου vorkommt, Joseph. Antiq. XIII 5, 4. Eine von Loftus (Travels 1857) mitgeteilte Inschrift aus Susa, auf einem verkehrt eingelegten Werkstück, lautet: Πυϑαγόρας Ἀριστάρχου σωματοφύλαξ Ἀῤῥενείδην Ἀῤῤενείδου τὸν στρατηγὸν Σσυσιανῆς τὸν ἑαυτοῦ φίλον. [H. Bengtson, Die Strategie II, 1944, S. 153; bestreitet – gegen W. W. Tarn – daß der Titel Eparchos im Seleukidenreich offiziell verwendet wurde.]

38 [OGI I 229, Z. 14]; der Vertrag soll auch gelten Τίμωνι καὶ τοῖς πεζοῖς τοῖς τεταγμένοις ὑπὸ Τίμονα τοῖς ἀποταχϑεῖσιν ἀπὸ τῆς φάλαγγος ἐπὶ τὴν φυλακὴν τοῦ χωρίου Z. 103.

39 Wir haben hierüber ungemein sparsame Notizen. Die Juden zahlten an Seleukos I. (nach Sulp. Sev. hist. eccles. II 26) 300 Talent Silber als Tribut; nach der Wiedereroberung durch Antiochos den Großen wurde der Gerusia und den Priestern und den Tempelschreibern und den Sängern des Tempels die Kopfsteuer und was sie sonst steuerten erlassen; denen, die sich in der Stadt ansiedeln würden, wurden die Abgaben für drei Jahre, so wie dem ganzen Volk ein Drittel des Tributs erlassen. Dem jüdischen Volk wurde nach 1. Macc. 10, 29 erlassen: der Schoß, der Zins vom Salz, die Kronsteuer, der dritte Scheffel vom Getreide, die Hälfte von der Baumfrucht. Die Einfuhr von Holz zum Bau am Tempel sollte ohne Verzollung erlaubt sein. Joseph. Ant. XII 3, 3. – Ein ἐπὶ τῶν προσόδων wird genannt Appian Syr. 45; ein τὰ βασιλικὰ πράττων bei Joseph. Ant. XII 5, 5 und sonst.

40 Diese Handelsstraße beschreibt Strabon XI, p. 509 nach Patrokles, der im Auftrag der beiden ersten Seleukiden die kaspischen Gegenden untersuchte.

41 Ich beziehe mich auf den Ausdruck des Plinius VI 30: Seleucia condita a Seleuco Nicatore in confluente Euphratis fossa perducti et Tigris. Von den Versuchen, die Gewürze Indiens in Syrien anzupflanzen, spricht Ptolem. Hephaestion bei Phot. cod. 190, p. 486 und Plin. XVI 32, von den großen Stutereien bei Apameia Polyb. XXXI 3,6; Strabo XVI, p. 752 usw.

42 Philostratos berichtet von einer Zollstätte bei Zeugma am Euphrat; diese mag alt genug sein (Vit. Apoll. I, 20). Von dem Zoll für Bauholz, der den Juden erlassen worden, war oben die Rede. Solche vereinzelte Notizen gibt es noch ein paar.

43 Ich will hier das wenige, das über das Königtum der Seleukiden noch allgemein zu notieren ist, anführen. Das Königtum scheint hier wie in Ägypten in der Art erblich zu sein, daß die Makedonen durch ihre Huldigung erst das Recht vollkommen machen, Appian. Syr. 61, cf. Joseph. XIII 4, 7. Auch dieselbe Isegorie mag hier gegolten haben. Der König berät die Staatsangelegenheiten im Synhedrion (Joseph. XII 5, 5; Polyb. V 41, 6; V 50, 6 und sonst), zu dem er die »Freunde« beruft. Denn natürlich ist am Seleukidenhofe dieselbe Rangordnung von Verwandten, Freunden usw., wie wir die purpurati in Makedonien, in Ägypten usw. unterschieden finden. Nur scheint man hier wenigstens später auch noch die Ehrennamen Bruder, Vater hinzugefügt zu haben (Macc. I 11, 31; II 11, 1; Joseph. Ant. XIII 4, 9). Bruder kommt freilich auch in Ägypten vor in einer Inschrift des achten Ptolemaios [OGI I 137]. Das Korps der Pagen, παῖδες σωματοφύλακες, hat man aus der Zeit Alexanders und Philipps beibehalten.

44 Den Stupa von Foe leou cha nach dem chinesischen Bericht (bei Lassen, Zur Geschichte der griechischen und indoscythischen Könige, S. 145).

45 Unter anderen Zeugnissen nenne ich das bei Strab. II, p. 100. Doch muß ich anführen, daß Strabon nach Eratosth. XV, p. 689 angibt, die Entfernungen von Palibothra bis zum Meere seien bestimmt διὰ τῶν ἀναπλῶν τῶν ἐκ ϑαλάσσης διὰ τοῦ Γάγγου ποταμοῦ.

46 Strabo XI, p. 515: διὰ τὸ πρὸς ἀλλήλους εἶναι τοὺς τῆς Μηδίας καὶ τῆς Συρίας βασιλέας wo mit Groskurd vielleicht ἐχϑροὺς einzuschieben ist.

47 Strabo XI, p. 528 und 531. Die armenischen Historiker wissen von allen diesen Verhältnissen nichts; nach ihnen endet die alte einheimische Dynastie der Haiganier mit Vahe, der im Kampf gegen Alexander gefallen sein soll. Moses, Chron. I 30. Deinceps, fährt er fort, usque ad Valarsacis in Armenia imperium (149 vor Christus) nihil omnio certi tibi narrare habeo. Etenim tumultu erant omnia confusa aliusque adversus alium dimicabat, ut regionis imperium teneret. Die merkwürdige religiöse Bewegung Armeniens, die seit der Selbständigkeit des Landes begann, werden wir später betrachten.

48 [Head, Hist. Num2, S. 754]. Kupfermünze mit ΒΑΣΙΛΕΩΣ ΑΡΣΑΜΟΥ.

49 Unter anderen Stellen besonders Polyb. V 43,2; daß übrigens diese Sage nicht erst in Opposition gegen die makedonischen Könige entstanden ist, beweist Plato de legg. III, p. 695.

50 Wenigstens hundert Jahre später hat Paphlagonien eigene Dynasten.

51 Daß Zipoites bereits und zwar nach glücklichen Kämpfen wider Lysimachos wahrscheinlich (Memnon. c. 20) den Königstitel angenommen hatte, darf man aus der bithynischen Ära schließen, deren Epoche in diese Zeit vor den Galatereinbrüchen fällt; s.u.

52 [Ditt. Syll.3 495.] Daß die Raubzüge der Kimbern bis an die Maiotis nur eine Hypothese des Poseidonios zur Erklärung der alten kimmerischen Traditionen sind (Strabo VII, p. 293), ist schon von Strabo bemerkt (οὐ κακῶς εἰκάζει). – Ich habe im Text die Griechen im Norden des Pontos und namentlich das bosporanische Reich übergangen; später bei Gelegenheit der Mithradatischen Kriege wird von diesen Gegenden das Nötige nachgeholt werden.

53 Diod. XVIII 12: ἐσπάνιζε καὶ ἡ Μακεδονία στρατιωτῶν πολιτικῶν διὰ τὸ πλῆϑος τῶν ἀπεσταλμένων εἰς τὴν Ἀσίαν ἐπὶ διαδοχὴν τῆς στρατιᾶς. Aus solcher Entvölkerung ist es allein erklärlich, daß später in der schönsten Landschaft Makedoniens, in Emathia, einen Hauptbestandteil der ackerbauenden Bevölkerung Gallier und Illyrier bildeten, Liv. XLV 30.

54 S. meinen Aufsatz über König Monunios in der Zeitschrift für Altertumswissenschaft 1836, Nr. 104.

55 Unter den Beweisen für denselben ist der hauptsächlichste das Recht des makedonischen Heeres, welches das Volk in Waffen darstellt. Auch ist anzuführen, daß Aristoteles wohl die Penesten Thessaliens, die Heloten Spartas, aber nichts Ähnliches in Beziehung auf Makedonien anführt, obschon er mehrfach von dem Königtum in Makedonien und namentlich auch von dessen Ähnlichkeit mit dem spartanischen spricht.

56 Polyb. IV 76, 2: ἐδόκουν κατὰ νόμους πολιτεύειν – πᾶν ὁμοίως ἐποίουν τὸ προσταττόμενον τοῖς βασιλικοῖς.

57 Liv. XXXIV 51.

58 Dikaiarch in dem Leben Griechenlands (p. 145 ed. Fuhr.). Sehr bemerkenswert ist, daß Dikaiarch neun Städte anführt, daß er Anthedon nennt, Orchomenos, Lebadeia, Chaironeia ausläßt. Unter anderen einzelnen Notizen, aus dieser Zeit vergleiche man die bei Athen. X, p. 418 aus Eratosthenes und anderen.

59 [IG II2 68] in dem Beschluß vom Frühling [274] über die mit den Aitolern zu gründenden Agonen für Zeus Soter und den pythischen Apollon als ὑπόμνημα τῆς μάχης τῆς γενομένης πρὸς τοὺς βαρβάρους ... ἐφ᾽ οὓς καὶ ὁ δῆμος ἐξέπεμπεν τούς τε ἐπιλέκτους καὶ τους ἱππεῖς συναγωνιουμένους ὑπὲρ τῆς κοινῆς σωτηρίας.

60 Arist. Pol. V 8, 5; 9, 1; Plut. Pyrrh. 5.

61 Bis zu welchem Grade der Abhängigkeit, ist nicht mehr zu ersehen; gewiß nicht bis zur Pflicht der Heeresfolge wie die Fürsten der Paionen und Agrianer. Nach dem im Text erwähnten Mißerfolg des Aiakidas war es die Form der Symmachie (Diod. XIX 36, 5), unter der Kassandros einen Strategen als Epimelet nach Epeiros sandte.

62 Wie weit sich am Meere hinauf Pyrrhos' Gebiet erstreckt habe, ist nicht klar. Die illyrischen Völker im Westen Makedoniens, im Norden von Epeiros standen um 312 unter zwei Herrschaften, der des Taulantinerfürsten Glaukias und der des illyrischen Königs Kleitos oder seines Nachfolgers. Allerdings hatte Pyrrhos als Kind Zuflucht bei Glaukias gefunden, noch 302 war er dort bei der Hochzeit, die Glaukias' Sohn feierte [Hellenismus 2, S. 351]; aber nach seiner Rückkehr in das Reich 295 hat er unzweifelhaft das Gesamtgebiet der Taulantiner an sich gebracht, wie denn Appian. Illyr. 7 bezeugt, daß er die Küste, auf der namentlich Apollonia, Epidamnos und das von dem Tyrannen Dionys I. gegründete Lissos lag, besessen habe. Korkyra hatte Pyrrhos schon 295 als Mitgift von Agathokles von Syrakus erhalten [Hellenismus 2, S. 384] und im Krieg von 288 gegen Demetrios durch Hilfe der Tarentiner (Paus. I 12, 3) gerettet. Nach den kandavischen Bergen zu war die Grenze mit Makedonien stets wechselnd. Nordwärts grenzte Pyrrhos' Gebiet an das des illyrischen Fürsten; schon um 290 hat er sich mit Birkenna vermählt, da ihr Sohn Helenos bereits 274 in Tarent bei der Besatzung zurückbleiben konnte; Birkenna wird des illyrischen Königs Bardylis Tochter genannt, der wohl Kleitos' Nachfolger war [Hellenismus 2, S. 395]. So weit Pyrrhos' Gebiet um 280. Die Zeit seiner Abwesenheit und die Galliereinfälle benutzte der dardanische Fürst Monunios, sein Reich bis über Dyrrhachion auszubreiten.

63 Plin. XXXI 41, auch sonst muß der Handel mit den Bauernländern des inneren Italiens, namentlich den Samniten, bedeutend gewesen sein; Strabo V, p. 250 nennt es eine Erfindung der Tarentiner, daß zu den Samniten spartanische Synoiken gekommen seien, κολακευόντων ὁμόρους καὶ μέγα δυναμένους ἀνϑρώπους καὶ ἅμα ἐξοικειουμένων, weil sie bei 80000 Mann Fußvolk und 8000 Reiter haben.

64 Plin. XXXIV 6; Müller, Aeginetica, p. 80.

65 Plin. VIII 73: quae graeci pecoris appellabantur. Columella VII 2: optimas Tarentinas. Die wirtschaftlichen Bedingungen zur Schafzucht im Großen waren für Tarent erst vorhanden, wenn es sein Gebiet über die Ebene bis in die Berge hinauf ausgedehnt hatte (Nitzsch, Die Gracchen, S. 15); es hat nichts Auffallendes, wenn zu der Zeit, da Sybaris noch stand, dort die milesischen Wollwaren die Hauptrolle spielten.

66 Liv. IX 14, 1: denuntiantes Samnitibus Romanisque ut bellum omitterent; per utros stetisset quo minus discederetur ab armis, adversus eos se pro alteris pugnaturos. Woher Livius diese merkwürdige Angabe geschöpft haben, wie alt ihre Quelle sein mag, ist nicht mehr zu erkennen.

67 Dies rühmliche Zeugnis für Agathokles stützt sich auf Polyb. IX 23, 2 und XV 35, 6.

68 Die höchst bedeutende Stelle bei Polyb. I 3, 3 lautet: ἐν μὲν οὖν τοῖς πρὸ τούτων χρόνοις ὡσανεὶ σποράδας εἶναι συνέβαινε τὰς τῆς οἰκουμένης πρά ξεις διὰ τὸ καὶ κατὰ τὰς ἐπιβολάς, ἔτι δὲ συντελείας αὐτῶν, ὡς καὶ κατὰ τόπους διαφέρειν ἕκαστα τῶν πεπραγμένων, Ἀπὸ δὲ τούτων τῶν καιρῶν οἱονεὶ σωματοειδῆ συμβαίνει γίγνεσϑαι τὴν ἱστορίαν, συμπλέκεσϑαί τε τὰς Ἰταλικὰς καὶ Λιβυκὰς πράξεις ταῖς τε κατὰ τὴν Ἀσίαν καὶ ταῖς Ἑλληνικαῖς καὶ πρὸς ἓν γίγνεσϑαι τέλος τὴν ἀναφορὰν ἁπάντων.

69 Polyb. II 19: »da zehn Jahre nach der Schlacht von Sentinum verflossen waren«; also war die Belagerung nicht 283 v. Chr., sondern, da bei Sentinum im Sommer 295 gekämpft war, muß sie nach dem Sommer 285 begonnen haben. Aus dem Folgenden glaube ich vermuten zu dürfen, daß Metellus Prätor für 284 gewesen ist. [L. Caecilius Metellus Denter war Konsul des Jahres 284].

70 Polyb. II 20; Appian Samn. 6; Eutrop. II 6; Florus I 13; Orosius III 22. Appian nennt als Führer der Vadimonischen Schlacht den Konsul Domitius [Calvinus] und Eutrop den Konsul Dolabella. Immerhin mögen beide vereinigt gekämpft haben, wie Niebuhr vermutet.

71 Daß dieser Krieg in das Jahr 282 gehört, ergibt sich daraus, daß Frontin. Strat. I 2, 7 den Konsul Aemilius Paullus (ein Fehler, der auch bei Plutarch. Parall. min. 6 vorkommt) nennt. Sodann sagt Polybios ausdrücklich nach der Erwähnung der Vadimonischen Schlacht, daß ἐν τῷ κατὰ πόδας ἐνιαυτῷ diese Fortsetzung des Krieges erfolgte, und daß sie beendet wurde im dritten Jahre vor Pyrrhos' Übergang nach Italien (280) und im fünften vor der Vernichtung der Gallier bei Delphoi (Ende 279). Dies kann er nur das fünfte nennen, wenn der Sieg bei Populonia vor Sommersmitte 282, noch in Ol. 124, 2 fiel.

72 Appian. Samn. 7 und Dio Cass. fr. 145 stimmen für diese Vorfälle mit Dionys. XVII 6 im wesentlichen überein, was ich nicht anführen würde, wenn die Annahme, daß beide stets besonders dem Dionys folgten, begründet wäre.

73 Appian: ὅτι Ἕλληνες ὄντες ἐπὶ Ῥωμαίους κατέφυγον ἀντὶ σφῶν. Also hatte Thurioi sich, ohne erst die Hilfe der Tarentiner gegen die Lukaner anzusprechen, an Rom gewandt. Leider kann man über die Beziehung der Städte zueinander gar nichts Bestimmtes entdecken. Daß Tarent ausdrücklich Thurioi den Lukanern sollte preisgegeben haben (286), ist unwahrscheinlich.

74 Dionys. XVII 10; Appian Samn. 7. Wie stark Rom bereits mitgenommen war und wie sehr es über den Ausgang der so vervielfachten Kriege besorgt war, könnte man aus der Erwähnung bei Orosius IV 1 und Augustinus de civitate Dei III 17, daß auch die Proletarier bewaffnet wurden, schließen, wenn sie besser beglaubigt wäre, als sie es ist.

75 So die Erzählung bei Dionys. Hal. XVII 13f.; Plutarch im Pyrrhos 13 hat sie wohl nicht aus Dionys.

76 Pausan. I 12, eine Notiz, die verglichen mit Polyb. XII 4, 6 (Tim. fr. 151) wohl sicher aus Timaios stammte. Die schöne Silbermünze ΒΑΣΙΛΕΩΣ ΠΥΡΡΟΥ (A. mit dem Kopf des Achill und R. mit der Thetis auf dem Seepferd, die die Waffen bringt ähnlich den Goldmünzen der Brettier) gehört dem Gewicht nach (8,4 Gr.) einem andern Münzsystem an als die Tetradrachmen mit gleicher Umschrift und A. dem Kopf des dodonäischen Zeus, R. der sitzenden Hera, die den Schleier hebt (15,56 Gr. nach dem Katalog des Berl. Münzkabinetts n°. 447, während für dieselbe Münze die Wägungen von Leake 8, 44, von Thomas 8,35 nach Mommsen, R. Münzwesen, S. 131 angeben). [Head, Hist. Num 2, S. 322ff.]

77 Die Geschichte dieser Expedition des Pyrrhos nach Italien und Sizilien liegt in kläglicher Zerstörung vor uns. Daß das Altertum über sie reiche und von verschiedenen Standpunkten aus berichtende Quellen hatte, erkennt man aus den oft sich widersprechenden Notizen, die noch vorliegen. Es ist leider nicht möglich, sie mit Sicherheit überall auf die ursprünglichen Quellen zurückzuführen. An die Spitze verdienen die βασιλικὰ ὑπομνήματα (Plut. Pyrrh. 21) oder ἔργων ὑπομνήματα (Paus. I 12, 3) gestellt zu werden; Dionys. XIX 11 sagt, Pyrrhos habe sie selbst geschrieben, aber Pausanias Ausdruck: ἔστι δὲ ἀνδράσι βιβλία οὐκ ἐπιφανέσιν εἰς συγγραφὴν ἔχοντα ἐπίγραμμα ἔργων ὑπομνήματα εἶναι, läßt vermuten, daß nicht der wenigstens als taktischer Schriftsteller ausgezeichnete Pyrrhos sie verfaßt habe; aber unter seinen Angaben waren sie natürlich verfaßt: Sie waren jedenfalls eine reiche Quelle, Dionys wie Pausanias benutzte sie. – Daß Hieronymos von Kardia auch diesen Krieg in seinem großen Geschichtswerke behandelte, ist durch mehrfache Anführungen sicher; seine Parteilichkeit für Antigonos konnte hier nicht ohne einigen Einfluß bleiben (Paus. I 13, 8). – Von besonderer Wichtigkeit scheint Proxenos gewesen zu sein, der ohne Frage ein Zeitgenosse des Pyrrhos war; wie merkwürdig, daß er außer den Ἠπειρωτικοῖς eine Schrift περὶ πόρων Σικελικῶν (Steph. v. Γέλα) und eine andere, Λακωνικὴ πολιτεία (Athen. VI, p. 267), schrieb: Die Vermutung liegt nahe, daß beide Schriften mit den beiden Expeditionen des Pyrrhos in Zusammenhang standen. – Von den Ἠπειρωτικοῖς des Kritolaos genügt es, die fabelhafte Geschichte bei Plut. Parall. min. 6 zu lesen. Von seiten des sizilischen und italiotischen Interesses ist vor allem die besondere Schrift des Tauromeniers Timaios zu erwähnen (Dionys. I 6; Cic. Ep. ad. fam. V 12; Polyb. III 72), aus der Diodor und Trogus ihre Darstellung geschöpft zu haben scheinen. – Daß die Ἰταλικὰ des Antigonos (Karystios, wie man aus der Reihenfolge bei Dionys. I 6 sieht) auch diese Zeit noch enthielten, die der Verfasser als junger Mann erlebt hatte, ist kaum zu bezweifeln. – Jener Zeno, der τὴν Πύῤῥου ἱστορίαν εἰς Ἰταλίαν καὶ Σικελίαν geschrieben (Diog. Laert. VII 35) ist derselbe Rhodier, den Polyb. XVI 15 sq. so gründlich tadelt. – Gewiß merkwürdig ist es, daß auch ein Karthager über Pyrrhos geschrieben, Prokles, des Eukrates Sohn; Pausan. VI 35, 3 führt gerade über Pyrrhos' militärisches Talent dessen Urteil an; freilich neuere Editoren halten diese Stelle für ein Glossem; eine zweite (II 21, 7) aus Prokles gehörte sichtlich zur Erzählung vom Tode des Königs. – Daß man in Rom eine Fülle von Erinnerungen besaß, ist klar, aber ebenso gewiß, daß hier die mündliche Überlieferung zur Trübung des Faktischen führte; Fabius und Cincius mögen die spärlichen offiziellen Aufzeichnungen mit dem, was sie von Überlebenden aus jener Zeit sich erzählen lassen konnten, ergänzt haben; in den Bruchstücken von Ennius' Annalen erkennt man deutlich die römische Färbung der Fassung. Hundert Jahre später schrieben C. Claudius Quadrigarius und Valerius Antias, beide ohne Kritik und hier nur deshalb zu nennen, weil einige Angaben mit ihrer Autorität vorliegen.

78 Diese Bestimmung darf aus dem Benehmen des Königs bei seinem Auftreten in Tarent gefolgert werden; das oben erwähnte Beispiel des Agis beweist, daß solche Befugnisse in Tarent nicht unerhört waren; in Griechenland war schon an Philipp und Alexander zum Kampf gegen die Barbaren dieselbe Gewalt übertragen worden.

79 Aus den zertrümmerten Überlieferungen läßt sich das Bild des Thessalers Kineas und seines Verhältnisses zur Pyrrhos nicht mit hinreichender Klarheit herausstellen. Seine Beredsamkeit, seine politische Gewandtheit war ebenso groß wie seine Hingebung an den König. Es ist eins von den vielen Verhältnissen dieser hochaufgeregten Zeit, welche zeigen, wie die Fürsten erkannt hatten, daß die Bildung eine Macht sei. Auch als Schriftsteller war Kineas, dessen Gedächtnis Erstaunen erregte, namhaft. Er scheint außer der taktischen Schrift, die Cicero noch kannte, namentlich Θετταλικὰ geschrieben zu haben (Steph. v. Δωδώνη, Ἐφύρα). Kineas war zunächst gegen die Expedition nach Italien.

80 So Justin. XVII 2, 14; cf. XXIV 1, 8, wenn bei dieser Vermählung nicht eine Verwechslung zwischen Ptolemaios Keraunos und seinem Vater stattfindet. Da Pyrrhos sich mit weniger Reitern und Elefanten, als hier angegeben wird, einschiffte, überdies ausdrücklich bezeugt wird (Pausan. I 12), daß die Elefanten, die er mitnahm, seine eigenen, die er dem Demetrios abgenommen, waren, so könnte man glauben, daß die makedonische Hilfe nicht sogleich mitgegangen sei, doch Justins Ausdruck: cui nulla dilationis ex infirmitate virium venia esset, verbietet solchen Zweifel. Unter der auffallend bedeutenden Zahl von 4000 Reitern mögen vielleicht Thessaler zu verstehen sein; auch unter den Makedonen mögen viele der Sache des Pyrrhos angehangen haben; diese zu entfernen war ein Gewinn.

81 Aio te Aeacida Romanos vincere posse. – Minucius Fel. 26, 6 sagt: de Pyrrho Ennius Apollinis Pythii responsa finxit, cum iam Apollo versus facere desiisset.

82 Fast. triumph., wenn sie auch hier Glauben verdienen.

83 Hieher gehört die Anekdote bei Frontin. IV 1, 3. Pyrrhos sagte zu seinem Werbeoffizier: »tu grandes elige, ego fortes reddam«.

84 Bei Dionys. XVII, p. 15-18 sind die vollständigen Briefe, aber die echten gewiß nicht.

85 Verwundet von C. Minucius, dem primus hastatus der vierten Legion; Orosius IV 1; Florus I 18.

86 Ororius IV 1 bezieht diesen Ausspruch ausdrücklich auf die Schlacht am Siris, Plutarch etwas anders auf die von Ausculum.

87 Diese Angabe ist die des Hieronymos bei Plut. Pyrrh. 17, der es aus den Denkschriften des Pyrrhos wissen konnte. Die viel größeren Zahlen nach Dionys, Orosius (aus Livius) haben dagegen keinen Wert.

88 Pyrrhos soll in dem Zeustempel zu Tarent ein Weihegeschenk aufgestellt haben mit der Inschrift:

»Welche noch keiner besiegt, o Vater im hohen Olympos,

Ich überwand sie im Feld, sie überwanden auch mich.«

Diese Inschrift hat wohl denselben Wert wie die Triumphalfasten dieses Jahres, nach denen von dem Prokonsul L. Aemilius Barbula gesagt wird: de Tarentineis Samnitibus et Sallentineis. [Die Inschrift des Weihgeschenkes, das Pyrrhos und die Tarentiner dem Zeus von Dodona stifteten, bei Ditt. Syll.3 392].

89 [Dieser Satz steht in der 2. Aufl. in der Anm.] Eutrop. II 12; Justin XVIII 1.

90 Worte Niebuhrs, S. 581.

91 Florus I 18: prope captam urbem a Praenestina arce prospexit. Eutrop. II 7; Aurel. Vict. 39. Nur bis Anagnia läßt ihn Appian (Samn. 10, 3) kommen. Da die Römer wohl nicht ihre Armee, die Rom decken, nicht möglichst viele kleine Orte festhalten mußte, mit Besatzungen in Präneste usw. geschwächt haben werden, so fehlt ein treffender Grund, zu bezweifeln, daß Pyrrhos bis Praeneste gekommen sei; das Schweigen Appians beweist nichts, da von seiner Ῥωμαϊκῶν γ᾽ Σαυνιτικὴ nur die Auszüge in den von Const. Porphyr. veranlaßten Sammlungen vorhanden sind. [Die genaue Angabe Plutarchs Pyrrh. 17, der von 300 Stadien bis Rom spricht, scheint Arrian, nicht Florus zu bestätigen, vgl. K. J. Beloch, Griech. Gesch. IV 12, S. 549, Anm. 4; wie Droysen jedoch E. Pais, Hist. Rom., 1940, S. 173.]

92 Hierauf bezieht sich das lehrreiche Fragment des Dio [I. p. 126 Boiss.]: »Pyrrhos fürchtete sehr, von den Römern in unbekannten Gegenden eingeschlossen zu werden, und als seine Bundesgenossen darüber (vielmehr über den deshalb beschlossenen Rückzug) erzürnt waren, sagte er, er sehe an dem Lande selbst, wie weit sie von den Römern abständen; der Römer Land sei gut angebaut usw., aber das seiner Freunde so zerstört, daß man ihm nicht einmal anmerke, je bewohnt gewesen zu sein.«

93 So Appian Samn. X 3; dieselbe Anekdote wurde auch auf Kineas' Namen erzählt, als er in Rom die Werbungen der Freiwilligen angesehen habe. Die lebendige Erzählung behielt nur das Stichwort und änderte an der Situation nach Belieben.

94 So ausdrücklich Appian. Auch der Feldzug des folgenden Jahres bestätigt dies. Niebuhr war der Meinung, daß die Winterquartiere in Tarent genommen seien; aber wie sollte der König das Heer so von allen gewonnenen Positionen entfernt und damit den Römern Raum, sich von neuem auszudehnen, gegeben, wie den Tarentinern und Lukanern die Last der Winterquartiere aufgebürdet haben, während man sie in Feindesland nehmen konnte? Daß Pyrrhos selbst sich nach Tarent begeben, sagt Dio Cass. fr. 146 und Zonaras; und das ist an sich ganz begreiflich.

95 Die Handschriften Frontins IV 1, 24 geben Serunium, Sitrinum, Serinum, der Cod. Pal. Firmum; Niebuhr hat Ferentinum emendiert. Mommsen folgt dem Cod. Pal.; vor Firmum an der Küste der Adria, unfern von Ancona hätten diese zwei Legionen sehr fernab gestanden, die Sicherung der via Latina war notwendiger.

96 Die hauptsächlichste Schwierigkeit ist die Zeitfolge. Niebuhr hat sich mit der glänzenden Kunst seiner Kritik für eine Anordnung entschieden, die, je mehr sie sich auf den ersten Anblick empfiehlt, um so weniger richtig sein kann. Er beruft sich auf die innere Wahrscheinlichkeit für die vorangehende Sendung des Kineas; nur beim Anmarsch auf Rom habe Pyrrhos durch Kineas die Forderungen machen können, die er (nach Appian) machte; er konnte sie füglich machen, da er nach Kampanien zurückgegangen war. [W. Judeich, Klio 20, 1926, S. 11, dem die neueren Darstellungen folgen, entscheidet – ebenfalls aus inneren Gründen – für die Priorität der ersten Kineasgesandtschaft.]

97 Ich übergehe die weltbekannten Anekdoten über Fabricius; er ist gleichsam die mythische Person für alle Römertugenden jener Zeit.

98 Justin. XVIII 2 und Valer. Max. III 7, 10. Die dringendste Gefahr, die Rom hätte bestimmen können, so gefährliche Hilfe anzunehmen, die für die nächste Umgebung Roms, war vorüber. Das schon im folgenden Jahre geschlossene Bündnis zwischen Rom und Karthago zeigt, daß Rom wohl einen Vertrag schließen wollte, in dem es ebensoviel gewährte wie empfing.

99 Am ausführlichsten berichtet Appian: Pyrrhos habe Freundschaft und Bündnis angetragen, wenn die Tarentiner darin mit aufgenommen, die übrigen Griechen Italiens in Freiheit und eigener Verfassung anerkannt, die Lukaner, Bruttier, Samniten, Daunier in Besitz alles dessen, was ihnen die Römer entrissen, gesetzt würden. Aber Appian meinte, diese Anträge seien gemacht, ehe Pyrrhos auf Born selbst vorrückte. – Eutrop. II 12 sagt: ut Pyrrhus eam partem Italiae, quam iam armis occupaverat, obtineret. Unmöglich kann er Kampanien gefordert oder für die Samniten zu fordern unterlassen haben. Nach Liv. Ep. 13 forderte Pyrrhos nur, selbst nach Rom kommen zu dürfen, um den Frieden zu unterhandeln. Nach Plut. 18 forderte der König Bündnis für sich, Straflosigkeit für Tarent, und verspricht dafür seine Beihilfe zur Unterwerfung Italiens. Kurz, alle Angaben sind so ungenügend wie sich widersprechend. [Die Angaben Plutarchs nimmt W. Judeich, Klio 20, 1926, S. 15f., für einen Vertrag in Anspruch, den C. Fabricius 279 in Pyrrhos' Lager abschloß – angedeutet u. S. 104 – und den die karthagische Diplomatie zu hintertreiben wußte.]

100 Cicero las sie noch. Mehr als in Dionysios' Machwerk und den aus ihm entnommenen Stücken von Plutarch bis Zonaras wird von der alten Rede in Ennius' Annalen (dicere illa, quae versibus persecutus est Ennius, Cic. de senect. 6 und da ein Fragment) enthalten gewesen sein.

101 Polyb. III 25, 4: καὶ εἰς τὴν οδὸν καὶ τὴν ἔφοδον.

102 Die Münzen bezeichnen ihn nicht eigentlich als Herrscher, sondern mit ΕΠΙ ΙΚΕΤΑ, als Beamteten.

103 Die angedeuteten Bewegungen wären in militärischer Hinsicht allerdings höchst sonderbar; aber wir bezeichnen einseitig nur ihren Zweck; der Zusammenhang im einzelnen, der dem strategischen Ruhm des Pyrrhos entsprochen haben wird, ist völlig spurlos verschwunden.

104 Justin. XVIII 1: firmatis sociorum civitatibus valido praesidio. Da Pyrrhos nur 8000 Mann Fußvolk nach Sizilien hinüberführte, so müssen seine Besatzungen in Italien bedeutend gewesen sein.

105 Die Wahrscheinlichkeit gründet sich darauf, daß im nächsten Jahre die Römer bereits Erwerbungen gemacht hatten, welche Pyrrhos gewiß zur Annahme des Friedens bewogen haben würden.

106 Appian. Samn. 12: ἐπανῆλϑεν ἔτει τρίτῳ, also nach dem Sommer 276; es dürfte gegen Ende dieses Jahres gewesen sein.

107 Appian l.c. wahrscheinlich übertrieben; bei Plutarch scheint der König bei der Landung 20000 Mann Fußvolk und 3000 Reiter zu haben; aber dies ist wohl ebensowenig richtig.

108 Daß diese Art von Deisidämonie in Pyrrhos' Charakter war, scheint zweifelhaft.

109 Dionys. XIX 12, 13, 14; Plutarch; Orosius; Liv. Ep. XIV; Florus I 18; Frontin. II 2, 1. Zonaras (p. 50) hat eine wunderliche Geschichte von einem jungen Elefanten, bei dessen Geschrei wegen einer Wunde die Mutter zurückläuft und die Verwirrung beginnt. Das Junge mußte 30 Jahre wenigstens alt sein, da die Elefanten in Gefangenschaft nicht werfen.

110 Niebuhr (S. 634) nimmt das Jahr 269 für das der Eroberung, und allerdings steht bei Dionys. XX 7 Γάϊος Γενύκιος, während der Konsul des von uns angenommenen Jahres L. Genucius ist. Aber Orosius setzt die Eroberung ausdrücklich sequenti anno nach Tarents Fall, und dies wird durch die sizilischen Verhältnisse gestützt; s.u.

111 Näheres in meinem Aufsatz: »Das dardanische Fürstentum« in der Zeitschrift für Altertumswissenschaft 1836, Nr. 104. Die da zuerst publizierte, den Alexandermünzen im Gepräge ähnliche Tetradrachme mit ΜΟΝΟΥΝΙΟΥ Β . . ΛΕΩΣ, ein Unicum, gehört, wie ich nachzuweisen versucht habe, demselben König an, der auch auf Münzen von Dyrrhachium genannt wird; es ist dieser König derjenige, der bei Trog. Pomp. XXIV als Momus oder Monius, bei Liv. XLIV 30 als Honunus (Honuni Dardanorum principis filia), und bei Polyb. XXIX 5 7 in der Formel τὴν τοῦ Μενουνίου ϑυγατέρα erwähnt wird. [Head, Hist. Num2, S. 316.]

112 Memnon c. 15. Dies ist der alte Zipoites und dieser Sieg sein letzter (c. 20). Schon Antiochos' nächster Angriff auf Bithynien trifft Zipoites' ältesten Sohn Nikomedes, der also 279 gefolgt sein wird.

113 Die Makedonen nannten Antipatros Etesias, weil er 45 Tage, ebenso lang wie die Etesien wehen, König war. Justin XXIV 5, 12 nennt Sosthenes unum de principibus Macedonum.

114 Memnon c. 17, cf. 20. Man erinnere sich, daß erst mit dem Fall des Lysimachos die Freiheit von Herakleia beginnt, daß bei eben der Gelegenheit Amastris (und die mit ihm synoikisierten drei Städte), sowie Tios, sonst zum Fürstentum von Herakleia gehörig, sich von demselben gelöst haben. Tios wie Kiëros hatte der bithynische Fürst wohl okkupiert, wie denn beide Städte etwa achtzig Jahre später wieder an Bithynien kommen.

115 Liv. XXXVII 16.

116 Diese Seeschlacht glaube ich bezeichnet zu finden bei Diog. L. IV 39, wo erzählt wird, wie Arkesilaos, mit Hierokles, dem Gebieter im Peiraieus, befreundet, doch seinem Rat nicht folgte, dem König entgegenzukommen: ἀλλὰ ἕως πυλῶν ἐλϑὼν ἀνέστρεψε. Μετά τε τὴν Ἀντιγόνου ναυμαχίαν πολλῶν προςιόντων καὶ ἐπιστόλια παρακλητικὰ γραφόντων αὐτὸς ἐσιώπησεν. Allerdings erlebte Arkesilaos noch zwei Seeschlachten des Antigonos, aber um die Zeit der nächsten (um 260) war, wie sich später ergeben wird, nicht mehr Hierokles, sondern Glaukon im Peiraieus; auch war der spätere Seesieg, bedeutend an sich, doch nicht, wie dieser, der Anfang des wirklichen Königtums; nur so einer konnte als ἡ Ἀντιγόνου ναυμαχία schlechthin bezeichnet werden. [Dieser Krieg, von Dr. in seiner Bedeutung überschätzt, endete unter dem Eindruck der Keltengefahr mit einem Vertrag, dessen Bedingungen u. S. 128 erwähnt sind. Zur Datierung vgl. W. W. Tarn, CAH VII, 1928, S. 100.]

117 Justin. XXV 2: nihil tale metuentes trucidantur. Hier wie in Delphoi scheint der panische Schrecken seine Rolle gespielt zu haben. Pan kommt auf den Münzen des Antigonos mehrfach vor, so auf einer, ein Tropaion aufrichtend mit BA und ANTI im Monogramm, [Head, Hist. Num.2 S. 232]. Das Lokal dieser Schlacht ergibt sich aus Diog. L. II 140: ἡνίκα ἐνίκα τοὺς βαρβάρους περὶ Λυσιμάχειαν. Menedemos von Eretria veranlaßte darauf den Beschluß der Eretrier: ἐπειδὴ βασιλεὺς Ἀντίγονος μάχῃ νικήσας τοὺς βαρβάρους παραγίνεται εἰς τὴν ἰδίαν usw.

118 Stobaeus Flor. I, p. 269 und Plutarch. Par. min. c. 15 erzählen aus Kleitophon, der eine aus dem ersten Buch der Galatica, der andere aus dem fünften der Italica, die Geschichte, die auch von Rom erzählt wird, wie ein Mädchen die Burg zu verraten sich die goldenen Armbänder der Feinde ausbedingt und dann von der Last des ihr zugeworfenen Goldes erdrückt wird. Andere Anführungen lehren, daß er ein später Autor ist.

119 Pausan. X 32, 5: als die Kelten Ionien und das benachbarte Land raubend und plündernd durchzogen, flüchteten die von Themisonion mit Weib und Kind in eine Höhle; den Götterbildern vor derselben glaubten sie ihre Rettung zu danken.

120 [Dies ist der entscheidende Sieg in der »Elefantenschlacht« 275/4, vgl. u. S. 166; H. Bengtson, Griech. Gesch., S. 378.]

121 Daß diese Vermählung mit Phila erst dieser Zeit angehört, ergibt sich aus folgenden Umständen: der Philosoph Zenon, den Antigonos nach Makedonien zu kommen eingeladen, entschuldigt sich mit seinen 80 Jahren (zwischen 278 bis 274 s.u.) und sendet den Persaios (Diog. L. VII 8), der schon früher als Erzieher des Halkyoneus, des älteren Sohnes des Königs, in Makedonien gewesen ist (Diog. L. VII 36); mit Persaios geht Aratos von Soloi um die Zeit der Hochzeit mit Phila. Daß zu dieser Hochzeitsfeier des Aratos Gedicht auf den Pan verfaßt worden ist, hat Usener treffend vermutet.

122 Trog. prol. XXV; Plutarch de sera num. vind. 10; Polyaen VII 7; Aelian V. H. XIV 41; Seneca de ira II 5; Dio Chrysost. II p. 100; Polyb. VII 7 usw. Die große Berühmtheit eben dieses Tyrannen wird dadurch erklärlich, daß Lykophron an Ptolemaios' II. Hofe sein Schicksal in den Κασσανδρεῖς dramatisch behandelte, wie Niebuhr mit Recht vermutet. Lykophron hat mehrfach Gegenstände seiner Zeit dramatisiert, so im Satyrspiel Menedemos den Philosophen des Namens (Welcker, Die griechischen Tragödien II, S. 1258). Um so näher lag es für Kallimachos, den Tyrannen in seinem Ibis mit zu nennen, und der Vers bei Ovid. Ibis 459 ist wohl nicht zu verdächtigen. Sollte man doch glauben, daß Erzählungen, wie die bei Plutarch, der Tyrann habe im Traum gesehen, wie ihn die Skythen schinden und braten und sein Herz ihm zu ruft: »Des bin ich dir Schuld«, oder wie ihn seine Töchter mit brennenden flammenden Leibern umtanzen usw., oder wie er einen Knaben schlachtet und seinen Genossen das Fleisch zu essen, das Blut zu trinken gibt, daß solche Erzählungen eben nur aus der stark auftragenden Poesie eines Lykophron sein können.

123 Polyb. II 37 sqq.

124 Dies ergibt sich aus der bald erfolgenden Teilung Akarnaniens.

125 Die Epigramme bei Paus. I 13 und sonst. Das über die makedonischen Waffen lautet:

Diese verwüsteten einst der goldenen Asia Länder,

Brachten der Knechtschaft Joch auch dem hellenischen Land.

Doch nun hängen im Tempel des Zeus sie verwaist an der Säule,

Von Makedonia sie Beute, dem prahlenden, einst.

Das über die der Galater:

Siehe die Schilde, sie hing zum Geschenk der itonischen Pallas,

Wie er den Kelten sie nahm, Pyrrhos, den prahlenden, auf.

Ganz des Antigonos Heere vernichtend usw.

Beide Epigramme sind vielleicht von Leonidas von Tarent.

126 Phylarch XXV [F Gr. Hist. 81 F 44], wo Areus und sein Sohn und Nachfolger Akrotatos bezeichnet werden als αὐλικὴν ἐξουσίαν ζηλώσαντες. Es gibt eine schöne Tetradrachme des Areus mit dem unter den Diadochen üblichen Alexandergepräge und der Beischrift ΒΑΣΙΛΕΟΣ ΑΡΕΟΣ; das einzige bekannte Exemplar, das Fröhlich zuerst beschrieben hat, befindet sich jetzt im Berliner Münzkabinett [Head, Hist. Num.2, S. 434].

127 Plut. Pyrrh. 26; Parthenius c. 23. Gleich hier ein Wort über die Quellen der uns vorliegenden Berichte von dem letzten Zuge des Pyrrhos. Daß Plutarch seine Darstellung nicht aus Timaios entnommen, ist schon darum wahrscheinlich, weil er überhaupt im Leben des Pyrrhos ihn nicht unmittelbar benutzt hat, sondern den aus ihm schöpfenden Dionys; der aber hörte mit der Rückkehr des Pyrrhos aus Italien für Plutarch auf; fortan blieben ihm hauptsächlich nur Hieronymos und Phylarch; beide nennt er in diesem Teil der Biographie (c. 27), und seine Darstellung zeigt, daß er mehr dem glänzenden Phylarch als dem verständig politischen Hieronymos gefolgt ist. Daß Parthenios wie c. 25 so hier denselben Phylarch, wenn er ihn auch nicht nennt, vor Augen hat, ist klar, und die nicht unbedeutenden Abweichungen von derselben Erzählung bei Plutarch zeigen nur, wie dieser seinen Gewährsmann nicht zu dessen Ruhm zugestutzt hat. Der besonnenen Darstellung des Hieronymos haben wir die trefflichen Angaben bei Pausanias zu danken, der von Phylarch gar nicht Notiz genommen zu haben scheint. Nur in dem Schluß seiner Erzählung von Pyrrhos verläßt Pausanias, wie es scheint, den Hieronymos; wir werden später auf diesen Punkt zurückkommen. Abweichend von beiden Überlieferungen ist die kurze Schilderung bei Justin XXV 3 sqq., wie später im einzelnen zu bemerken sein wird; wie in früheren Büchern, so hat er auch hier noch, wie ich glaube, den Timaios benutzt, und eben seine eigentümlichen Abweichungen von Phylarch, der später sein Gewährsmann wird, sind als Beweis dafür zu nehmen, daß Timaios, damals in Athen lebend, auch diesen letzten Krieg des Pyrrhos, den er so nah mit ansah, beschrieb.

128 Dies steht in Plut. Apophth. Lac. unter Derkyllidas bei dem bekannten Ausspruch: »Wenn du ein Gott bist, so fürchten wir dich nicht, denn wir tun kein Unrecht; bist du aber ein Mensch, so bist du wenigstens nicht besser denn wir«. Etwas modifiziert in Plut. Pyrrh. 26 und als Vorgang in der Ekklesie bei Stobaeus Flor. I, p. 185.

129 Plutarch und aus derselben Quelle Polyaen (VIII 49); er nennt die Sprecherin Ἀρχίδαμις Κλεάδα βασιλέως ϑυγάτηρ. Sie ist die Großmutter des letzten Königs Agis, sehr reich (P ut. Ag. 4), wahrscheinlich des Königs Archidamos Gemahlin, der 295 von Demetrios besiegt worden war. War ihr Vater, wie Polyaen angibt, ein König, so kann es nur Kleomenes gewesen sein, worauf auch das verkehrte Κλεάδα führt. Dann war sie die Schwester [des Vaters] des Königs Areus und des mit ihm hadernden Kleonymos, und, wie es damals Art der spartanischen Frauen war, gewiß tief in die politischen Intrigen verwickelt.

130 So die Erzählung bei Plutarch. Man wird Phylarch eben nicht wegen großer Akribie preisen können; aber ebensowenig hat man jede lebendige, an anschaulichen Einzelheiten reiche Darstellung sofort für erlogen zu halten, selbst wenn von anderen dieselben Einzelheiten abweichend erzählt werden. Und daß die Spartaner und namentlich die Frauen sich in diesem Kampfe auf das glänzendste zeigten, bestätigt auch Justin: ut non fortius victus quam verecundius (Pyrrhus) recederet. Man könnte geneigt sein, zu vermuten, daß Phylarchs starkes Hervorheben dieser spartanischen Tapferkeit nicht ohne Beziehung auf seine Begeisterung für Kleomenes ist, eine Begeisterung, die ihn ebenso parteiisch macht, wie sie für ihn einnimmt; es wäre denkbar, daß er zeigen wolle, daß bei aller Entartung in Sparta (fr. 33) sich noch ein Kern von Tüchtigkeit gerettet, der gleichsam die Rechtfertigung für Kleomenes kühne Pläne ist.

131 Dies war, wie auch Pausanias andeutet, der Grund dieser Bewegung nach Argos. Plutarch hat von so einfachen strategischen Momenten keine Ahnung; ich sage besser Phylarch, wenn auch Polybios in seiner scharfen Kritik für diesen Fall keine Andeutung gibt.

132 Dies sind die Pyrrhi castra bei Liv. XXXV 27 auf dem Wege von Sparta nach Karyai oder vielmehr nach Sellasia. Der Weg von hier nach Karyai führt durch eine lange Schlucht am Oinos hinab, die durch Philopoimens Gefechte bekannt ist.

133 Wieder aus Plutarch nach Phylarch. Bei Justin ist Ptolemaios schon während des Sturmes auf Sparta gefallen.

134 Justin: Antigonum in urbe clausum expugnare conatur; wenn wir mit Recht hier den Timaios zu Grunde liegend glauben, so ist diese nüchterne Angabe des sonst so gern ausschmückenden Historikers doppelt wichtig.

135 So Pausanias; er fand es so in dem Gedicht des Exegeten Leukeas, oder Lykeas, das die Merkwürdigkeiten von Argos beschrieb. Freilich für die Geschichte gibt es diese Art Wunder nicht, wohl aber den Glauben daran; man würde diese Zeit schlecht verstehen, wenn man in ihr nicht neben dem kühlen Rationalismus der Gebildeten die Überbleibsel altgewohnten Glaubens und Aberglaubens in der Masse erkennte; nur in solcher Ausdehnung, wie sie namentlich Phylarch anschaulich zu machen sucht oder richtiger, wie er sie erfindet, darf man sie nimmermehr annehmen wollen.

136 Die Komödien des Plautus sind voll von Szenen dieser Art; man muß sie und die Fragmente der neuen Komödie vor Augen haben, um sich das Bild dieser bunten Zeit zu vervollständigen.

137 Irrig ist die Ansicht Neuerer, daß Helenos' Heimsendung einen Bruderkrieg habe veranlassen sollen. Auch nicht die leiseste Spur von solchen Zerwürfnissen in Epeiros ist vorhanden; der ältere Bruder Alexandros war rechtmäßig der Thronerbe.

138 Pausan. IV 28, 3. Daß dies in diese Zeit gehört, ergibt sich aus dem Verhältnis von Elis und Sparta und daraus, daß die Aitoler dabei keine Rolle spielen. Elis wird sich 280 den Freiheitsruf des Spartanerkönigs zunutze gemacht haben; daher die zwei Statuen für Areus, Paus. VI 12, 5 und 15, 5. Auch Pyrrhos' Statue (VI 14, 4), von dem Eleier Thrasybulos geweiht, ist hier lehrreich.

139 Pausan. II 8, 5. Aber später wird sich zeigen, warum das erste Vielleicht wahrscheinlicher.

140 Plut. de mul. virt. Micca et Megisto und Justin. XXVI 1, beide aus Phylarch, wie die Art der Darstellung bei Plutarch auf das deutlichste zeigt; offenbar ist in dieser Schilderung Plutarch den Worten Phylarchs treuer als in den oben besprochenen pyrrhischen Schilderungen. – Übrigens währte die Herrschaft des Tyrannen nur sechs Monate.

141 Diesen Krieg hat Niebuhr in seiner Abhandlung »über den Chremonideischen Krieg« mit dem bewunderungswürdigsten Scharfsinn und mit jener Wärme der Darstellung, die in jedem Augenblick das große Herz des unvergeßlichen Mannes erkennen läßt, erläutert. Es ist stets ein Genuß, den Spuren eines solchen Forschers nachzugehen; und wenn ich hier auch in wesentlichen Punkten mich von ihm entfernen muß, so stammt das Beste doch eben aus seiner Forschung.

142 Teles ap. Stob. Flor. II, p. 72.

143 Es ist sehr bezeichnend, wie das Volk von Athen den Zenon ehrte. Die Schlüssel der Mauer waren bei dem Weisen deponiert; nach 263 hatte sie der makedonische Phrurarch. Bei Zenons Tode [262/1] schickte Antigonos den Thrason nach Athen, für den Toten die Ehre des Kerameikos zu erbitten, Diog. VII 15; und derselbe Thrason ist es, welcher den Antrag zu dem berühmten Psephisma (Diog. L. VII 10) machte, in dem Zenon vor allem gerühmt wird, daß er τοὺς εἰς σύστασιν αὐτῷ τῶν νέων πορευομένους παρακαλῶν ἐπ᾽ ἀρετὴν καὶ σωφροσύνην παρώρμα, πρὸς τὰ βέλτιστα παράδειγμα τὸν ἴδιον βίον ἐκϑεὶς ἅπασιν, ἀκόλουϑου ὄντα τοῖς λόγοις οἷς διελέγετο.

144 Für den Wassertrinker bezeichnend sind die Verse Philemons in dem Φιλόσοφος (Meinecke IV, p. 29): φιλοσοφίαν καινὴν γὰρ οὗτος φιλοσοφεῖ | πεινῆν διδάσκει καὶ μαϑητὰς λαμβάνει | εἷς ἄρτος, ὄψον ἰσχάς, ἐπιπιεῖν ὕδωρ. Ist dieser Glaukon der Sohn des Eteokles, der Athener, dessen Anathem für einen Wagensieg in Olympia Paus. VI 16, 7 anführt, so ist Chremonides, des Eteokles Sohn der Aithalide, [IG II2 687] wohl sein Bruder.

145 Chremonides ist nach [IG II2 687] des Eteokles Sohn aus dem Demos Aithalidai, Platon des Ariston Sohn aus dem Demos Kollytos.

146 [IG II2 687, Ende 266]. Köhlers Meinung, daß der Vertrag dem Kriege habe vorausgehen müssen, möchte ich nicht teilen; ein erster Akt, so scheint es, etwa die Okkupation des Peiraieus, muß wohl schon geschehen sein, bevor Athen in offener Ekklesie ein solches Bündnis beraten und beschließen konnte. Bemerkenswert ist, daß diese Inschrift noch das Bestehen der zwölf Phylen erkennen läßt, und daß der Name der prytanierenden Phyle – es war entweder die Ἀντιγονίς oder die Δημητρίας in Zeile 3 – nochmals ausgemeißelt worden ist, wie man aus Liv. XXXI 44 schließen darf, im ersten Makedonischen Kriege.

147 [IG II2 794, ἐπὶ Διομέδοντος ἄρχοντος, gehört in das Jahr 232/1.]

148 Hegesander bei Athen. VI, p. 250: οἱ δὲ δημαγωγοῦντες Ἀϑήνῃσι κατὰ τὸν Χρεμονίδειον πόλεμον κολακεύοντες τοὺς Ἀϑηναίους usw.; aber die damaligen Führer des Volkes waren eben Chremonides und dessen Freunde.

149 Diese Nachrichten bei Pausanias (III 6, 3) sind, da sie von denen bei Justin abweichen, nicht aus dem Phylarch; aber eine Spur, woher sie stammen, ist nicht aufzufinden. Vgl. Paus. I 1, 2; 7, 3.

150 Wenigstens seine theoretischen Befähigungen beweist es, daß er wie sein Vater über Taktik schrieb, Arrian und Aelian Tact. init.

151 Justin. XXVI 2 nennt ihn: huius (Antigoni) filius Demetrius, puer admodum; ebenso bezeichnet ihn der armenische Eusebius. Und doch ist dies falsch. Denn Demetrios, Antigonos' Sohn, ist von jener syrischen Phila geboren, die, wie oben erwiesen, erst nach 278 [279, s.o. S. 125, 128] sich mit Antigonos vermählt hat, und da jener Krieg vor 265 gekämpft wurde, müßte der junge Sieger unter 12 Jahre alt gewesen sein. Der Fehler in beiden voneinander unabhängigen Schriftstellern wird schon von Phylarch gemacht sein. Im Namen den Irrtum zu finden und filius für richtig zu halten, somit Halcyoneus zu schreiben, geht, abgesehen von der Gewaltsamkeit solcher Veränderung, schon darum nicht, weil dieser, des Vaters Liebling, in einem Gefecht fiel, bei dem Antigonos selbst zugegen war, und derselbe, schon 272 Anführer in Argos, nicht in diesem Kriege noch admodum puer genannt werden konnte. Es war Demetrios, der über Alexandros siegte, des Königs Bruder, entweder der Hagere, über dessen Alter wir nichts wissen, oder, was entschieden wahrscheinlich ist, der Schöne, der Sohn der Ptolemais, mit der sich der Vater 287 in Milet vermählt hatte; dieser Demetrios konnte jetzt etwa 20 Jahre alt sein, und da paßt das admodum puer. [Andernfalls bliebe, den Krieg mit W. W. Tarn, CAH VII, S. 708, nach 264 oder mit K. J. Beloch, Griech. Gesch., IV 22, S. 502f., kurz vor 255 zu setzen.]

152 Thessalien glaube ich aus dem Grunde, weil im armenischen Eusebius dieser Krieg nicht in dem Kapitel Macedonum reges, sondern in dem Thessalorum reges erwähnt wird. Das feste Demetrias wird sich gehalten haben.

153 Trog. prol. XXVI [Areus fiel i.J. 265, der Abfall des Alexandros wird jedoch allgemein erst zwischen 253 und 249 angesetzt, vgl. H. Bengtson, Griech. Gesch., S. 387, Anm. 5; Die Strategie II, S. 352.]

154 Hierher glaube ich die Notiz aus Sext. Emp. adv. Gramm, p. 106 (Tom. II ed. Lips. 1842) ziehen zu müssen, wo es heißt, Sostratos, von Ptolemaios wegen eines königlichen Geschäftes an Antigonos gesandt und von demselben hart zurückgewiesen, habe ihm mit den homerischen Versen der Iris an Poseidon (II. V. 201-203) geantwortet:

οὕτω δὴ κέλεαι, γαιήοχε κυανοχαῖτα,

τόνδε φέρω Διὶ μῦϑον ἀπηνέα τε κρατερόν τε,

ἤ τε μεταστρέψεις; στρεπταὶ μέν τε φρένες ἐσϑλῶν,

und darauf habe Antigonos nachgegeben (μετεβάλλετο). War vielleicht Patroklos durch jenen Sieg bei Kos abgeschnitten? – Jedenfalls ist an Antigonos Monophthalmos nicht zu denken, und Antigonos Doson konnte nicht wohl so als ein meerbeherrschender Poseidon bezeichnet werden. – [Der Zeitpunkt der Schlacht bei Kos ist ungewiß, sie fand zwischen 268 und 250, wahrscheinlich zwischen 263 und 256 statt. Droysens Meinung, daß sie die Entscheidung im Chremonideischen Krieg brachte, wird nach wie vor vertreten. Vgl. W. W. Tarn, CAH VII, S. 862; H. Bengtson, Griech. Gesch. S. 382, A. 5.]

155 Trog. prol. XXVI. Areus' Tod bei Korinth erwähnt Plut. Agis 3. Sein Tod ist die einzige Zeitbestimmung, die wir für den Gesamtverlauf des Krieges haben. Denn nach Diod. XX 29 hatte er das Königtum 44 Jahre, sein Vorgänger Kleomenes 60 Jahre 10 Monate (Diod. l.c.), dessen Bruder Agesipolis 1 Jahr, und der folgte dem im Juli 371 bei Leuktra gefallenen Vater Kleombrotos. Wäre die erste und letzte Zahl so genau, wie die mittlere, so fiel Areus' Tod in den Mai 265. Die Differenz kann höchstens ein paar Monate betragen.

156 Paus. I 3, 6: ἐπὶ μακρότατον χρόνον. Daß das Land verwüstet, namentlich auch der Tempel und Hain des Poseidon von Kolonos zerstört wurde, sagt Paus. I 30, 4.

157 So die alberne Geschichte bei Polyaen. IV 6, 20; albern nicht, weil sie wider Antigonos' Charakter wäre, sondern weil Antigonos, wenn er mit so armseliger List allein zum Ziel kommen konnte, dieselbe gar nicht nötig gehabt hätte. Die unglückliche Stadt hat größere Anstrengungen gemacht, sich zu retten; aber das neidische Schicksal hat ihr auch noch diesen Ruhm ihrer würdigen letzten Anstrengung verkümmern wollen.

158 Niebuhr, Kl. Schriften, S. 463; ich habe seine Worte unverändert wiedergegeben, weil sie unübertrefflich sind. Er ergänzte: οὐ γὰρ εἶναι ϑεμιτὸν ἀκοῦσαι αὐτὰς [ἁλῶναι τὰς Ἀϑήνας]. Hercher schreibt: μεῖναι αὐτὰς ohne den Zusatz, der Niebuhrs Auffassung rechtfertigte.

159 Dies für das schlagende griechische Wort: οἷον εἴη ϑέατρον ἀπολωλεκώς, Diog. VII 15.

160 Hegesandros erzählt bei Athen. IV, p. 168: »Demetrios, ein Enkel des berühmten Phalereers, wurde vor den Areopag beschieden und erhielt Zurechtweisungen darüber, daß er üppig lebe und sich mit einer korinthischen Hetäre herumziehe; er verteidigte sich: er lebe wie ein honetter Mann, er habe die schönste Hetäre, tue keinem Unrecht, trinke seinen Chierwein und bestreite seine Ausgaben mit seinem eigenen Vermögen; er lebe nicht wie einige der Areopagiten von Ehebruch und Bestechung; dann nannte er die namentlich, welche es taten. Als das Antigonos hörte, machte er ihn zum Thesmotheten. Als Hipparch errichtete er seiner Maitresse für die Panathenäen bei den Hermen ein Gerüst, höher als diese, und bei der Mysterienfeier in Eleusis einen Thron am heiligen Orte, mit Prügeln denen drohend, die ihn hindern würden.« Nur gebe man nicht zu viel auf die Autorität Hegesanders; die zahlreichen Anführungen aus seinen ὑπομνήματα beim Deipnosophisten zeigen deutlich den Charakter dieser »Lesefrüchte«, dieser variae historiae über Könige und Fische, Dichter und Natur, Bildsäulen und Philosophen. Köpke (de hypomn. graec., p. 20 sqq.) hat sehr fleißig die Notizen, welche seine Zeit bestimmen können, gesammelt; der rhodische Staatsmann Rhodophon, dessen Hegesandros bei Athen. X, p. 444 erwähnt, und von dem Köpke sagt: de tempore, quo vixerit, nihil compertum habemus, ist wohl derselbe, den wir in rhodischen Legationen der Jahre 171-167 kennen (Polyb. XXVII 6; XXVIII 2; XXX 5). Danach könnte sich obige Anekdote auch auf Antigonos Doson beziehen; doch ist das nach der Stellung Athens in dessen Zeit unmöglich.

161 [Nach IG XII, IV, 114 kam 261 ein Frieden zwischen Ptolemaios und Antigonos zustande.]

162 Aus den bisherigen Besitzverhältnissen ergibt sich, daß Antigoneia nicht früher gegründet sein kann; allerdings nur unter der Annahme, daß Antigonos die Stadt gegründet, nicht Pyrrhos nach seiner ägyptischen Gemahlin Antigone. Zwei Gründe haben mich bestimmt, letzteres zurückzuweisen. Plut. Pyrrh. 6 sagt: in Erinnerung an Berenike, Antigones Mutter, habe Pyrrhos eine Stadt Berenikis gegründet; Antigoneia erwähnt er nicht. Dazu kommt, daß für das molossische Reich diese Position ungleich minder bedeutend war, Makedonien dagegen diesen Punkt so wie Antipatris am Apsos zur eigenen Sicherheit zu besitzen suchen mußte. [Abgelehnt von K. J. Beloch, Gr. Gesch. IV 22, S. 381.]

163 Callim. in Del. v. 168:

. . . . . . ᾧ ὑπὸ μίτρην

ἵξεται οὐκ ἀέκουσα Μακηδόνι κοιρανέεσϑαι

ἀμφοτέρη μεσόγαια καὶ αἳ πελάγεσσι κάϑηνται

μέχρις ὅπου περάτη τε καὶ ὁππόϑεν ὠκέες ἵπποι

Ἠέλιον φορέουσι.

Den Psalm 72 auf Ptolemaios II. zu beziehen, scheint mir zu gewagt.

164 Memnon. c. 15 aus Nymphis, wogegen freilich das sog. sigeische Dekret [OGI I 219] hat: τὴμ βασιλείαν εἰς τὴν ἀρχαίαν διάϑεσιν κατέστησε. Aber es ist ein Ehrendekret.

165 Memnon. c. 16. Daß dieser Eumenes Philhetairos' Bruder oder Brudersohn sei, ist freilich nicht gesagt, aber es versteht sich fast von selbst. Er übergab die Stadt, welche die Herakleoten gern gekauft hätten, als Geschenk an den pontischen Ariobarzanes, der seit 266 König war. Philhetairos starb 263 achtzig Jahre alt, und von seinen beiden Brüdern Eumenes und Attalos war Eumenes der ältere; darum bin ich geneigt, den in Amastris für dessen Sohn und den späteren Dynasten von Pergamon zu halten.

166 Polyaen. VII 39; es ist ein Aufstand von 3000 Persern (Soldaten) in Randa an der arischen Grenze; 3000 Hopliten und 300 Reiter, Makedonen und Thraker, sind zur Stelle, ihn zu unterdrücken.

167 Von diesem Kriege gibt es, soviel mir bekannt ist, nirgend eine unmittelbare Nachricht; und doch ist er vollkommen gewiß, da im nächsten großen Kriege Philadelphos im Besitz von Damaskos ist, Polyaen. IV 15. Das ἐζήτησε .... τοὺς ἐπιϑεμένους τοῖς πράγμασιν ἐπεξελϑών in der sog. sigeischen Inschrift wird sich auf den ägyptischen Krieg beziehen. Von Phoinikien ist Arados, wie sich später ergeben wird, bei dem syrischen Reich geblieben, so daß wahrscheinlich der Eleutheros die Grenze bildete.

168 Ein Beispiel ist der Galater Ariamnes (? vielleicht Arimannes?), der ein Jahr lang alle seine Stammesgenossen glänzend bewirtete. Phylarch bei Athen. p. 150.

169 Wenn oben vermutet worden ist, daß in dem Frieden zwischen Antigonos und Antiochos die Freiheit der Griechenstädte Asiens ausbedungen war, so war Antigonos in den schweren Bedrängnissen bis 270 außerstande, seiner Garantie Nachdruck zu geben, und Antiochos konnte vorerst in dem System seines Vaters gegen diese Städte bleiben.

170 Lukian im Xeuxis oder Antiochos; ob er seine Schilderung, wie Wernsdorf und andere vermutet haben, nach Simonides von Magnesia zur Zeit Antiochos' des Großen – γέγραφε τὰς Ἀντιόχου πράξεις καὶ τὴν πρὸς Γαλάτας μάχην, ὅτε μετὰ τῶν ἐλεφάντων τὴν ἵππον αὐτοῦ ἔφϑειραν (wohl richtig emendiert αὐτῶν ἔφϑειρεν) – oder nach einem anderen gemacht, ist vollkommen zweifelhaft; auch das ist nichts weniger als ausgemacht, daß, weil Simonides ein Epiker genannt wird, gerade diese Schrift ein Gedicht sein mußte. Historiker, die in jener phantastischen Weise darstellten, gab es derzeit genug.

171 In Beziehung auf den Beinamen Soter erwähne ich, daß gerade die Münzen ihn nicht haben, die sich mit ihren Elefanten-Emblemen auf den Galatersieg zu beziehen scheinen. Die Münzen mit ΣΩΤΗΡΟΣ statt des üblichen ΒΑΣΙΛΕΩΕ ΑΝΤΙΟΧΟΥ sind nicht eben häufig. Sie sind wohl, obschon kein Beizeichen sie näher bestimmt, von autonomen Städten geprägt, denen Antiochos nicht König, sondern Soter war.

172 Hier glaube ich eine Notiz anschließen zu dürfen, die völlig vereinzelt dasteht. Sext. Empir. adv. gramm. c. 13 (Tom. II, p. 114 ed. Lips. 1842) erzählt: der König Antiochos habe nach der Bewältigung von Priëne seinen Tänzer Sostratos beim Mahle aufgefordert, die »Freiheit« zu tanzen, der aber, aus Priëne gebürtig, habe gesagt: der Tanz passe sich nicht, da seine Vaterstadt geknechtet sei, und der König habe darauf der Stadt die Freiheit geschenkt. Priëne wird wohl eine von den Städten sein, von denen Memnon sagt, daß sie sich durch galatische Söldner unabhängig erhalten hätten; dann konnte es nach dem großen Siege über die Galater möglich sein, sie und vielleicht die anderen ionischen Städte zu bewältigen; denn an die Zeit vor 278 zu denken scheint nicht tunlich.

173 Vielleicht ist das Lokal des Sieges durch die Anlage von Apameia, das dann Dameia genannt worden ist, bezeichnet.

174 Wie man in Alexandrien diese Erbfolge des Philadelphos offiziell anzusehen hatte, ist aus Callimach. in Iov. 55 sqq. zu ersehen, wo es, freilich vom Zeus, heißt: Die Brüder, obschon älter von Geburt, hätten ihm nicht geneidet, den Himmel zu seinem Teil zu haben; nicht wahr sagten die alten Dichter, daß das Los entschieden habe; denn wer würde zwischen dem Olymp und dem Hades losen, wenn er nicht sehr verkehrt wäre; nicht das Los, sondern die ἔργα χειρῶν hätten ihn zum ἐσσῆνα ϑεῶν gemacht.

175 Als rechter Hofpoet hebt Theokrit (XVII 130) den ἱερὸς γάμος des Zeus und der Hera (κασίγνητόν τε πόσιν τε) nachdrücklich hervor. Und da gerade diese Wendung in Kallimachos' Hymnos auf den Zeus fehlt, so ist derselbe unzweifelhaft vor der zweiten Vermählung geschrieben, was schon durch die Beziehung auf die Teilung der väterlichen Reiche wahrscheinlich ist. Es ist bei der sicher verbürgten Mißbilligung solcher Geschwisterehen doch auffallend, daß der Ehrentitel ἀδελφή für die Königinnen auch in Syrien Eingang gefunden zu haben scheint. Denn dagegen, daß die in der sog. sigeischen Inschrift [OGI I 219, Z. 23] erwähnte Schwester-Königin des Antiochos I. Stratonike Demetrios' Tochter sei, läßt sich nichts einwenden als eben das, was daran auffallend ist. Freilich mit völliger Evidenz beweisen läßt sich auch jenes nicht, selbst nicht aus der Inschrift [Kaibel, Inscr. Gr. Sic. et Ital. 727] auf einer weiblichen Statue mit verhüllten Händen: Βασίλισσαν Ἀρσινόην βασιλέως Πτολεμαίου καὶ βασιλίσσης Βερενίκης Στρατονίκη βασιλέως Δημητρίου, wie ich das im ersten Heft der Zeitschrift für Altertumswissenschaft 1843 darzutun versucht habe. Doch wird man daran erinnern dürfen, daß am Hofe der Seleukiden auch der Name »Bruder« als Ehrentitel vorkommt, wovon sich in Joseph. Antiqu. einige Beispiele finden.

176 Ich spreche dies ohne Bedenken aus; sowohl in dem Verzeichnis der Prätendenten bei Diodor. XXII 4 als auch in dem bei Porphyrios (Fragm. bei C. Müller III, p. 697) kommt Ptolemaios, eben dieser älteste Sohn der Königin, vor.

177 Diese Erwähnung der Gallier zeigt, daß der Krieg nach 280 gewesen sein muß. Seltsam allerdings ist die Wendung im Kallimachos (in Del. 170-190); aber der ξυνὸς ἄεϑλος des Apollon und Ptolemaios gegen die Galater bezieht sich nicht etwa auf eine ägyptische Sendung nach Griechenland zum Keltenkampf, sondern eben auf diese Vernichtung der Galater im Nil: »Ihre Schilde werden die, welche sie trugen, im Feuer hinsterben sehen, Siegespreis des Königs zu sein, der vieles geduldet«. Das Scholion zu dieser Stelle berichtet: ein gewisser Antigonos, ein Freund des Philadelphos, habe ihm auf seinen Wunsch diese Galater zugewiesen (προξενεῖ αὐτοὺς αὐτῷ), und da sie des Königs Schätze hätten plündern wollen, seien sie in der sebennytischen Nilmündung dem Tode übergeben worden. Daß dieser Antigonos nur der makedonische sein kann, ist wohl unzweifelhaft; wenn die Bezeichnung »Freund« genau wäre, so könnte die Sendung nur 274-272 gemacht sein, in der Zeit des pyrrhischen Krieges; doch ist dies zu gewagt. Aber woher konnten diese Galater sein? Schwerlich aus zersprengten Resten in Griechenland geworben; sie werden aus Thrakien und Makedonien sein, und da hatte Antigonos erst seit 277 festen Fuß gefaßt; auch dies bringt den Krieg über 277 herab. Aber der Vermählung des Ptolemaios mit Arsinoë ging er allem Anschein nach voraus.

178 Nur in der Note wage ich eine andere Kombination anzudeuten. Wir werden gleich sehen, daß Ägypten an der Küste des Pontos mit Mithradates noch, der schon 266 starb, und dann weiter mit dessen Nachfolger kämpfte, daß eben da Tios den Namen Berenike erhielt. Es wäre möglich, daß Ptolemaios die Ansprüche der ihm eben vermählten Schwester Arsinoë auf das Fürstentum Herakleia (diese Stadt nebst Tios, Amastris, Kiëros), auf Kassandreia, auf Ephesos durchzusetzen auszog und daß eben dies den Anlaß zu dem ersten Syrischen Krieg gab. Aber hier ist alles dunkel; man muß sich begnügen, den Kreis des Möglichen zu bezeichnen.

179 Pausan. I 7, 3:

180 Steph. B. v. Βερενῖκαι. Derselbe v. Ἄγκυρα hat die höchst merkwürdige Notiz aus dem XVII. Buch der Καρικά des Apollonios: Μιϑραδάτην καὶ Ἀριοβαρζάνην νεήλυδας τοῖς Γαλάταις συμμαχήσαντας κτλ. wo natürlich Μιϑραδάτῃ καὶ Ἀριοβαρζάνῃ νεήλυδας τοὺς Γαλάτας zu schreiben ist. Dieser Apollonios ist der Aphrodisier, den Stephanos so oft zitiert und welchen Suidas als ἀρχιερεὺς καὶ ἱστορικός bezeichnet; über seine Zeit ist nichts zu bestimmen, auch aus der Notiz bei Steph. Byz. v. Λητοῦς πόλις nichts, wo es heißt: Λητοπολίτης οὕτω γὰρ Πολύστρατος καὶ Ἀπολλώνιος ὁ ἀρχιερεὺς λεγόμενος ἀναγράφεται (Polystratos wird wohl der aus der Anthologie sein, dessen Epigramm auf die Zerstörung von Korinth seine Zeit bezeichnet Anthol. VII 292). – Daß die Ableitung des Namens autoschediastisch ist, versteht sich von selbst, mag man in jenem Ankyra das πολίχνιον an der phrygischen Grenze oder das altberühmte finden wollen.

181 Plutarch. de ira cohibenda erzählt, daß der Komiker Philemon in Paraitonion durch den Sturm an das Land getrieben sei, und daß Magas ihn wegen einer Äußerung im Lustspiel mit der Angst der Todesstrafe gestraft habe; die betreffende Äußerung war:

παρὰ τοῦ βασιλέως γράμμαϑ᾽ ἥκει σοι, Μάγα

Β. Μάγας, κακόδαιμον, γράμματ᾽ οὐκ ἐπίσταται.

Magas hatte Paraitonion nur im Lauf des Krieges oder nach demselben inne; ist auch die Geschichte an sich unwahrscheinlich – der steinalte Philemon wird wohl nicht weite Seereisen gemacht haben –, so zeigt sie doch, daß das Altertum Paraitonion als unter Magas' Herrschaft stehend kannte, und ich zweifle nicht, daß er mit jenem Frieden seine Eroberung behauptet hat.

182 Nach Agatharchides bei Athen. XII, p. 550 hat Magas, der 308 [298, vgl. H. Bengtson, Die Strategie III, 1952, S. 155] begann, fünfzig Jahre über Kyrene geherrscht (βασιλεύσαντα): ἀπολέμητον γενόμενον καὶ τρυφῶντα κατάσαρκον γενέσϑαι ἐκτόπως, – κατὰ τὸν ἔσχατον καιρὸν καὶ ὑπὸ τοῦ πάχους ἀποπνιγῆναι. Also einige Zeit vor 258 hörte er auf, Krieg zu führen, so lange Zeit, daß er bis zum Ersticken feist werden konnte; vor 260 wird also der Friede geschlossen sein. Magas' Tochter Berenike war damals noch ein Kind (daher unicam filiam ... filio eius desponderat bei Justin. XXVI 3). War 251/0 die parva virgo etwa 14 Jahre alt, so vermählte sie sich etwa in ihrem 17. Jahre und war 265/4 geboren.

183 Polyb. XXXI 7, 6 glaube ich hieher ziehen zu müssen; sein Ausdruck Καῦνον ἐξηγοράσαμεν bestätigt den Ausdruck des Plinius (XXXV 10) von Protogenes: patria ei Caunus, gentis Rhodiis subiectae.

184 Die Chronographen geben seiner Regierung 19 Jahre und setzen seinen Tod Ol. 129, 3. Also starb er 262/1, und zwar, wenn die 19 Jahre genau berechnet sind, im Winter; er wurde 64 Jahre alt.

185 Die Berechnung ergibt sich mit Sicherheit aus dem Todesjahr des Attalos: vgl. Polyb. XVIII 24; Liv. XXXIII 21. Attalos starb im Herbst 197 und hatte 44 Jahre regiert, sein Vorgänger Eumenes 22 Jahre; also im Herbst 263 begann dieser.

186 Libanius, Or. 1, 108.

Quelle:
Johann Gustav Droysen: Geschichte des Hellenismus. Tübingen 1952/1953, Band 3.
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