3. Kapitel. Simon. 143-135.

[50] Judäa wird unabhängig; Aufhören der Krongelder, des Tributs und der syrischen Zeitrechnung in Judäa. Simons Bündnis mit den Römern. Zerstörung der Akra und Vertilgung der letzten Hellenisten. Judäische Münzen. Spannung zwischen Simon und dem syrischen König; dessen Feldherr Kendebaios wird besiegt. Simon fällt durch Meuchelmord.


Während die judäisch-alexandrinische Gemeinde einen hohen geistigen Aufschwung nahm, erreichte die judäische Nation im Heimatlande eine politische Höhe, von welcher aus sie mit Hochgefühl auf die Zeit ihrer Niedrigkeit herabblicken konnte. Welchen Vorsprung sie während Jonathans Regierung gewonnen hatte, ergibt die einfache Vergleichung ihrer Lage nach dessen Tode mit derjenigen, in welcher sie sich nach Makkabis Fall befunden hat. Judas Nachfolger konnte anfangs nur eine Handvoll Treuer um sich scharen, war selbst ein Führer ohne Berechtigung und Titel, besaß weder feste Plätze noch Hilfsmittel für Verteidigung und Angriff, welche weitgreifende Niederlagen verhindern und Siege erleichtern, und war endlich von inneren und äußeren Feinden hart bedrängt. Jonathans Nachfolger hingegen, Simon Tharsi, der letzte Heldensohn Matthatias, übernahm die Regierung über ein ganzes, zum Bewußtsein seiner Kraft erstarktes Volk, das mit dem Aufgebot seines ganzen Wesens das Errungene zu behaupten und zu erweitern bereit war; er überkam bereits einen vollgiltigen Fürstentitel nach außen, die Hohepriesterwürde nach innen, die ihn ermächtigten, seinen Anordnungen Nachdruck zu geben. Er fand Festungen vor, welche als Stützpunkte gegen feindliche Angriffe dienen konnten, und hatte nur einen einzigen Feind vor sich, welchen sein Vorgänger hinlänglich geschwächt hatte. Jonathans Tod brachte daher keineswegs einen niederbeugenden Eindruck hervor, sondern entflammte die Anhänger des hasmonäischen Hauses und das Volk, den Tod des edlen hasmonäischen Hohenpriesters an dem arglistigen Mörder zu rächen. Simon hatte nur die entstandene Lücke in der Oberleitung auszufüllen.

[50] Simon besaß, obwohl bei der Übernahme der Führerschaft bereits dem Greisenalter nahe, doch die Jugendfrische und den feurigen Mut wie zur Zeit, als ihn sein sterbender Vater zum Ratgeber für die bevorstehenden Kämpfe gegen die syrische Zwingherrschaft empfohlen hatte. So kräftig war das hasmonäische Geschlecht, daß nur wenigen seiner Glieder Feigheit und Geistesschwäche zum Vorwurf gemacht werden kann. Die meisten bewahrten bis zum letzten Hauche Jugendkraft und Mut. Simon zur Seite standen vier hoffnungsvolle Söhne Jochanan, Juda, Matthatia und ein Ungenannter, welche in den fortwährenden Kämpfen sich zu Kriegern herangebildet hatten. Mit solchen reichen Hilfsmitteln versehen, befolgte er die Politik seines Bruders, die Schwäche der Feinde auszubeuten, das Land zu befestigen und das Gebiet Judäas zu erweitern. Aber es gelang ihm noch ein mehreres. Er verschaffte der judäischen Nation die vollständige Unabhängigkeit von dem syrischen Szepter und erhob Judäa zu einem selbständigen Staate. Simons beinahe neunjährige Regierung wird daher mit Recht als glänzend geschildert, in welcher es »den Greisen vergönnt war, in Ruhe ihr Lebensende zu genießen, der Jugend, sich ihrer Kraft zu erfreuen und jedermann ohne Störung unter seinem Weinstock und Feigenbaum zu sitzen«1. – Simons erster Schritt war sogleich ein Akt der Unabhängigkeit; das Hohepriestertum, das ihm das Volk übertragen hatte, ließ er sich nicht, wie es bis dahin Brauch war, von dem syrischen Lehnsherrn bestätigen, ein Brauch, dem sich selbst Jonathan nicht hatte entziehen können. Er benutzte vielmehr die Anarchie des syrischen Reiches, in welche es Tryphon gestürzt, dasjenige Amt, welches zugleich religiöse und politische Bedeutung hatte, der Einmischung der Fremden zu entwinden. Das heilige Priester-Diadem sollte nicht mehr von der Hand heidnischer Machthaber nach Willkür verliehen werden. In Voraussicht des Kampfes, den dieser Schritt nach sich ziehen würde, ließ er sodann die Festungen Judäas wehrhaft machen und sie mit Mundvorrat versehen und knüpfte Unterhandlungen mit dem von dem Thronräuber verdrängten König Demetrios II. (Nikator) an, obwohl dieser Jonathans rettenden Beistand mit schnödem Undank vergolten hatte (o. S. 18). Simon berechnete, daß dieser in seiner Hilflosigkeit Judäas Besitzstand anerkennen und noch mehr gewähren würde, wenn er nur von ihm als König von Syrien anerkannt würde. Er sandte ihm daher durch eine feierliche Botschaft eine goldene Krone als Zeichen der Anerkennung und stellte ihm Hilfe gegen Tryphon in Aussicht unter der Bedingung, daß er durch vollständigen [51] Erlaß von Leistungs- und Steuerpflicht Judäas Unabhängigkeit anerkenne. Seine Berechnung war richtig. Demetrios ging in der Not auf Simons Vorschläge willig ein, um in der Nähe seines eingebüßten Reiches, falls er einen Feldzug gegen Tryphon eröffnen sollte, einen treuen Bundesgenossen an Simon zu haben. Er gewährte daher (143) der judäischen Nation Amnestie für die vorhergegangene Auflehnung, erließ die Krongelder, welche die Nation ihm noch schuldete, verzichtete überhaupt auf jede Art Tribut und bestätigte alle Akte Simons, die er zum Nachteil der syrischen Krone unternommen hatte. Er schrieb an den Hohenpriester und »Freund des Königs,« an die Ältesten und an das judäische Volk des Inhalts: »Die goldene Krone, welche ihr gesandt habt, haben wir erhalten, und wir sind bereit, mit euch einen dauernden Frieden zu schließen und den königlichen Verwaltern zu schreiben, daß wir euch die Schulden erlassen. Was wir euch gewähren, das sei fest; die Festungen, die ihr angelegt, sollen euch verbleiben. Wir erlassen euch die absichtlichen wie unabsichtlichen Vergehungen gegen uns bis auf den heutigen Tag, auch die Krongelder, welche ihr schuldet und jede Steuer, die Jerusalem aufgelegt war, sei aufgehoben. Wenn einige unter euch tauglich sind, in unser Heer aufgenommen zu werden, mögen sie sich aufnehmen lassen, und es sei Friede zwischen uns«2. – Der Tag, an welchem die Abgabenfreiheit gewährt wurde, war dem Volke so wichtig, daß man denselben (den siebenundzwanzigsten Ijar, Mai) als einen Halbfeiertag unter die Siegestage aufgenommen hat3. Das Volk betrachtete Demetrios' Zugeständnisse als den Anfang völliger Unabhängigkeit. Es fing an, die übliche Zeitrechnung nach dem Regierungsjahre der syrischen Könige einzustellen und dafür die Regierungsjahre Simons zu gebrauchen; man schrieb in diesem Jahre (142) in allen öffentlichen Urkunden: »Im ersten Jahre des Hohenpriesters, Heerführers und Volksfürsten Simon«4. Es war ein Vorgreifen des seine Macht fühlenden Volkes, welches sich wenig darum kümmerte, ob es auch berechtigt war, das königliche Vorrecht auf seinen Führer zu übertragen. Denn Simon war damals weder durch Anerkennung der syrischen Krone, noch durch Volkswahl [52] legitimer Fürst. Er selbst scheint die erlangten Zugeständnisse noch nicht als völlige Unabhängigkeit betrachtet zu haben und datierte daher seine selbständige Regierung erst später, als ihm auch das Münzrecht eingeräumt worden war5.

Die Freude in Jerusalem über die erlangte Selbständigkeit, die seit dem Untergange des judäischen Staates unter dem letzten König Zidkija schmerzlich vermißt wurde, war so gewaltig, daß die Vertreter des Volkes, die Alten oder der hohe Rat, sich gedrängt fühlten, den Judäern in Ägypten Mitteilung davon zu machen. Sie hatten dabei aber eine Unannehmlichkeit zu überwinden. Denn dort lebte wohl noch Onias, der Gründer des Onias-Tempels, der Nachkomme des seit der Rückkehr aus dem Exile an die Spitze gestellten hohenpriesterlichen Hauses, das durch die Vorgänge in Judäa von dem hasmonäischen Hause vollständig und aussichtslos verdrängt wurde. Mochte auch Onias oder seine Söhne die Hoffnung aufgegeben haben, je die Hohepriesterwürde wieder zu erlangen, so war es doch peinlich, ihn und die ihm anhängenden ägyptischen Judäer daran zu erinnern, daß die Familie, wel che seit der Regierung des Königs Salomo diese Würde inne gehabt, nun in der Heimat vom Volke beiseite geschoben und aufgegeben sei. Es war vorauszusehen, daß die Mitteilung dieser Tatsache im ägyptisch-judäischen Kreise schmerzlich berühren würde. Die Vertreter des Volkes gingen daher darüber hinweg und teilten nur mit, daß sie lange Zeit in Not und Drangsal gewesen, und daß Gott ihr Gebet erhört habe, wodurch sie in den Stand gesetzt worden seien, in dem Tempel, den der Feind so lange verwüstet und in dem er noch unschuldiges Blut vergossen hatte, wieder ungestört Opfer zu bringen, die Lichter auf dem heiligen Leuchter anzuzünden und die Schaubrote wieder aufzulegen6. Diese zarte Darstellung, welche alles vermied, was die Empfindlichkeit hätte verletzen können, auch die Einsetzung der Hohenpriester aus der Familie Jojarib, scheint unter den Judäern Ägyptens einen guten Eindruck gemacht zu haben. Auch sie freuten sich der wiedererlangten Unabhängigkeit Judäas und betrachteten das Jahr, in dem diese gewährt worden war, als ein besonders wichtiges7. Simon selbst mag dazu geraten haben, ihn und seine Hohepriesterwürde unberührt [53] zu lassen, um den Zusammenhang mit den ägyptischen Gemeinden zu erhalten.

Die zweite wichtige Tat Simons war, daß er den Rest der Hellenisten, welche sich noch in der Akra zu Jerusalem und in den Festungen Gazara und Bethzur aufhielten, aus ihrem Verstecke trieb und ihren Einfluß vernichtete. Zuerst ergab sich Gazara auf Gnade und Ungnade. Simon gewährte den Hellenisten freien Abzug und ließ ihre Wohnungen von den götzendienerischen Bildern säubern. Die Griechlinge in der Akra hatten sich aber so sehr befestigt, daß sie förmlich belagert und ausgehungert werden mußten. Als sie sich ergaben, zogen die Sieger mit klingendem Spiel unter feierlichen Lobgesängen in die Burg ein8. Der Tag der Einnahme der Akra (am 23. Ijar, Mai 141) wurde als ein Freudentag zum ewigen Andenken eingesetzt9. Die Vertreibung der Hellenisten aus Bethzur scheint ohne große Mühe erzielt worden zu sein, da sie nur vorübergehend angedeutet wird10. Wohin sie sich gewendet, wird nicht angegeben; es scheint, daß manche nach Ägypten geflüchtet sind, andere ihre heidnische Lebensweise aufgegeben haben und als Reuige in das Gemeinwesen aufgenommen worden, die Beharrlichen hingegen dem Gesetzeseifer der siegenden Frommen zum Opfer gefallen sind. Es wird nämlich erzählt, der 22. Elul (September) sei als ein Siegestag gefeiert worden, weil an demselben die Heidnischgesinnten umgebracht worden seien, nachdem sie die Frist von drei Tagen, die ihnen zu ihrer Rückkehr gewährt worden war, hatten verstreichen lassen11. – So war denn die feindliche Partei, welche nahe an vierzig Jahre an den Grundfesten des Judentums gerüttelt, welche, um ihren Abfall durchzusetzen, die Plagen innerer und äußerer Kriege und religiöser Verfolgungen über das Volk heraufbeschworen und ihr Vaterland an den Rand des Abgrundes gebracht hatte, endlich bis auf die letzte Spur verschwunden. Sie hat kein anderes Andenken in der Geschichte zurückgelassen, als das schmählicher Verachtung über ein Beginnen, das mit Gesinnungslosigkeit anfing und mit Verrat an Religion, Sitte und Vaterland endete. Für die innere Entwickelung des Volkes war diese Krisis von wohltätigen Folgen. Sie hat es aus dem religiösen und politischen Schlummer aufgeweckt, alle seine Kräfte in Spannung gesetzt und es gelehrt, sein Leben für seine Heiligtümer einzusetzen. Das Märtyrerblut, welches zum ersten Male in Strömen für die Lehre des Judentums auf dem Richtplatz und auf Schlachtfeldern vergossen wurde, hatte diese Lehre mit dem [54] Volke so eng verbunden, daß sie fortan die Seele desselben geworden ist, ohne welche jenes nicht bestehen zu können glaubte. Die ganze Nation, die mit ihrem Blute die Erhaltung des väterlichen Erbes besiegelt hatte, war dadurch die lebendige Trägerin des Judentums geworden. Die Geschichte nimmt daher von diesem Zeitpunkte an den religiösen Charakter in so durchgreifender Weise an, daß selbst das politische Leben davon durchdrungen ist. Die Gesamtheit fühlte sich durch den Gegensatz der abtrünnigen Griechlinge erst recht und wahrhaft als Volk Gottes. Darum hatten die hasmonäischen Familienglieder die ganze Liebe des Volkes gewonnen, nicht weil sie ruhmreiche Helden und geschickte Staatsmänner, sondern weil sie Hüter der Religion waren. Sobald sie diesen Charakter verleugneten, wendete sich das Volk von ihnen ab und empfand nur Haß für sie.

Die festen Plätze, welche Simon den Hellenisten abgerungen hatte, Bethzur und Gazara, schuf er zur Verteidigung des Landes um. Außerordentlich wichtig war auch die Einnahme der Hafenstadt Joppe (Jaffa); auch sie befestigte Simon, um die südwärts vorhandene Mischbevölkerung von Eingeborenen und Griechen in Zaum halten und die Verbindung mit dem Meere und dem Westen unterhalten zu können12. Mit der Erlangung des Hafens von Joppe erwuchs dem judäischen Staate eine ergiebige Einnahmequelle; denn der Ein- und Ausfuhrzoll für Erzeugnisse und Waren, welchen die syrischen Könige eingeführt hatten, fiel von jetzt an Judäa zu. Mit der wiedergewonnenen Akra schlug der letzte der Hasmonäersöhne ein eigenes Verfahren ein. Sie durfte nicht bestehen bleiben, weil der ganze Unwille des Volkes gegen die Zwingburg gerichtet war, von wo aus die Griechlinge und die mazedonische Besatzung Jahre lang feindselige Angriffe auf die Bevölkerung der Hauptstadt gemacht und den Tempel entweiht hatten. Auch eine gewisse religiöse Stimmung empfand Widerwillen gegen sie. Die Burg mit ihren hohen Türmen, welche die Syrer zur Überwachung der Stadt errichtet hatten, überragte den Tempelberg, und das sollte nicht sein. Die Jesajanische Verkündigung, daß »in den letzten Tagen der Tempelberg auf der Spitze der Berge aufgerichtet und höher als die Höhen sein werde,« wurde im buchstäblichen Sinne ausgelegt, daß kein Berg und kein Gebäude höher als der Tempel sein dürfe. Diesen Gefühlen mußte Simon Rechnung tragen, selbst wenn er nicht selbst davon beherrscht war. Andererseits war die Akra ein bequem gelegener Platz zur Unterbringung von Kriegern und Waffen, wozu dieser Platz von Anfang an eingerichtet [55] war. Es schien daher unvorsichtig, die Burg vollständig zu zerstören, Simon und sein Beirat schlugen daher einen Mittelweg ein. Die Türme und Bollwerke der Zwingburg wurden abgetragen – und das Volk soll drei Jahre mit diesem Zerstörungswerk zugebracht haben. Die Mauern, Höfe und Räume dagegen blieben bestehen. Nur wurde der verhaßte Name Akra oder Akropolis außer Brauch gesetzt und dafür wieder der alte, bereits von Nehemia eingeführte Name Birah (Baris) aufgenommen. In diesem umgewandelten Platze hatten die judäischen Krieger ihr Standquartier und Waffenarsenal. Simon selbst richtete seine Wohnung in der Birah inmitten der Krieger ein13. Seinen Sohn Jochanan (Johannes) setzte er zum Statthalter des Meerstriches Gazara ein14.

Gerüstet mußte er noch immer bleiben, wenngleich die Lage ihm günstig war, daß zwei Kronprätendenten gegeneinander kämpften, einander schwächten und ihm Ruhe ließen. Demetrios II. Nikator, welcher Judäa Unabhängigkeit gewähren mußte, hatte einen abenteuerlichen Zug gegen Osten, nach Persien, unternommen, obwohl er nicht einmal Herr seines eigenen Landes war. An seiner Stelle führte die Regierung sein Bruder Antiochos Sidetes (aus Side), und dieser hatte gegen Diodotos Tryphon zu kämpfen, welcher Jonathan auf arglistige Weise getötet, auch den jungen Antiochos, Sohn des Alexander Balas, umgebracht und sich zum Herrscher über Syrien aufgeworfen hatte.

Simon war also aus einfacher Staatsklugheit darauf hingewiesen, diesen übelgesinnten, arglistigen Feind zu schwächen und dagegen dessen Gegnern Vorschub zu leisten. Er unterstützte daher Antiochos Sidetes und erhielt von demselben die Bestätigung aller der Freiheiten, die ihm sein Bruder in der Not gewährt hatte (140). Außerdem räumte er ihm das Münzrecht ein, was ein besonderes Zeichen zugestandener Selbständigkeit war15.

Wie es so oft geschieht, setzte auch hier dieselbe Hand, welche den Baum der Freiheit gepflanzt, den nagenden Wurm in die edle Blüte. Von dem augenblicklichen Nutzen geleitet und ohne jenen Fernblick über den Kreis den Gegenwart hinaus, wie er den begeisterten Propheten der Vorzeit eigen war, vermeinte Simon die mühsam erkämpfte Unabhängigkeit dadurch für die Dauer zu sichern, wenn er sie unter den Schutz desjenigen Volkes stellte, welches in nimmersatter Eroberungs- und Vergrößerungssucht seiner ganzen Richtung nach freiheitsmörderisch war. Um die ewigen Neckereien der kleinen syrischen [56] Tyrannen loszuwerden, vertraute er das Heil des Volkes jenem mächtigen Tyrannen Rom an, der die sich ihm ergebenden Völker mit seinen freundschaftlichen Umarmungen erstickte. Simon schickte judäische Abgeordnete, Numenios, Sohn des Antiochos, und Antipater, Sohn des Jason, mit einem schweren goldenen Schilde als Huldigungsgeschenk, um die Gunst der römischen Bundesgenossenschaft für sein Volk zu erwerben. Der römische Senat war gar nicht abgeneigt, auch die geringste Nation als seine Bundesgenossin aufzunehmen, in dem sichersten Bewußtsein, daß er mit diesem scheinbar als Gnadenakt erteilten Schutze den ersten Schritt gesetzt hat, sie zu seiner Vasallin zu machen. Rom glich einem treulosen Vormund, welcher die Güter seiner Schutzbefohlenen mit aller Umsicht wahrt, um eine desto reichere Erbschaft anzutreten. Der römische Senat, vor dem alle europäischen und westasiatischen Völker zitterten, weil gerade zu dieser Zeit die mächtigsten Feinde Roms, Griechenland und Karthago, ihr Haupt unter das römische Joch gebeugt hatten, machte seinen Bundesgenossen und Vasallen bekannt, daß er Judäa ebenfalls als Bundesgenossen aufgenommen habe, und daß es den syrischen Herrschern nicht gestattet sei, sich an Judäa zu vergreifen (140)16. Kaum zwei Jahrhunderte später verlangte Rom, daß sein schamloser, blutdürstiger Kaiser im Tempel zu Jerusalem verehrt werden solle, und noch drei Jahrzehnte später hatte es die Kraft der judäischen Nation gebrochen, ihre Helden getötet und gegen den Rest eine Hetzjagd angestellt. Diese traurigen Folgen des Bündnisses mit den Römern sahen weder Simon, noch seine Zeitgenossen voraus, sondern freuten sich, daß sie von den Römern Freunde, Brüder und Bundesgenossen genannt wurden, und die Nation war so dankerfüllt gegen ihren Führer, der ihr diese Vorteile verschafft, daß sie ihm auf eine feierliche und förmliche Weise die Herrschaft über sich dauernd übertrug.

Man wird kaum im Altertum ein ähnliches Beispiel finden einer mit Bewußtsein ausgeführten Machtübertragung des Volkes auf einen Fürsten und der ruhigen Verwandlung einer republikanischen Verfassung in die monarchische, wie sie damals die judäische Nation vollzogen hat. Wenn die Hohenpriester bisher auch die politischen Vertreter des Volkes waren, so hatten sie doch nur einen beschränkten Wirkungskreis, allenfalls die Steuern für die derzeitigen Machthaber zu sammeln und abzuliefern, und ihr Ansehen beruhte weit eher auf dem Herkommen als auf freier Huldigung. Die Hohenpriester glichen den Richtern der biblischen Zeit, welche für die dem Volke geleisteten außerordentlichen [57] Dienste Zeit ihres Lebens als Vertreter der Nation geehrt wurden. Daß das Hohepriestertum in der Familie Jozadak erblich war, kann nicht in Betracht kommen, weil es bloß ein zufälliger Nebenumstand war, welcher dem Hohenpriester keine größere Machtvollkommenheit einräumte. Auch Juda und Jonathan können noch als solche in der Not des Augenblicks aufgetretene Richter angesehen werden, deren nur für die Lebenszeit dauernde Häuptlingswürde der republikanischen Verfassung keinen Eintrag tat. Erst mit Simon beginnt der Übergang der judäischen Republik in eine erbliche, geistliche Monarchie, und die geschichtliche Entwickelung dieser Zeit entspricht genau der Davids in dem vorexilischen Zeitraume. Die Vorgänger Simons, wie die Davids, waren, wenn auch mit Macht bekleidet, noch nicht erbliche Fürsten, sondern bildeten einen Mittelzustand zwischen dem zeitlichen Richtertum und dem erblichen Königtum.

Der Akt der Machtübertragung ist in einer Urkunde aufbewahrt worden und veranschaulicht aufs lebendigste die ganze Dankbarkeit, welche die neuverjüngte Nation für die Hasmonäer empfand. Am 18. Elul (September) des Jahres 140, im dritten der Regierung Simons als Hoherpriester17 in Israel, waren sämtliche Priesterklassen, die Ältesten und Vorsteher der Nation und das ganze Volk Jerusalems, vermutlich auf dem Tempelberge, versammelt und beschlossen in Anerkennung der großen Verdienste, welche Simon sowie das hasmonäische Haus um das Volk und das Heiligtum hatte, ihn und seine Nachkommen bis zur Zeit, daß ein wahrer Prophet aufstehen wird, als Hohepriester und Volksführer (Nassi, ἡγούμενος) anzuerkennen. Simon soll als Abzeichen seiner Würde einen Purpurmantel und eine goldene Spange tragen; in seinem Namen sollen alle öffentlichen Dokumente ausgestellt werden; er soll das Recht über Krieg und Frieden haben, Beamte über das Land, die Waffen und Festungen setzen dürfen, Tempel und Heiligtümer unter alleiniger Aufsicht haben; wer sich ihm widersetzt, soll der Strafe verfallen18. Dieser Volksbeschluß wurde in eherne Tafeln gegraben, die im Tempelvorhofe auf einem hohen, sichtbaren Orte an Säulen angebracht waren, und in einer Urkunde im Tempelarchiv aufbewahrt19. So viel hatten die Judäer schon von den sie umgebenden Griechen trotz ihrer Abneigung gegen griechisches Wesen gelernt, ihre Regungen und Taten in Erz und Stein zu verewigen; aber ihre Gunstbezeugungen waren nicht flüchtig und launenhaft, um den heute mit Kot zu besudeln, dem man gestern Bildsäulen errichtet hatte, sondern sie trugen ihre Lieblinge mit aufopfernder Treue im Herzen. [58] So hatte denn Israel abermals einen gesetzmäßig gewählten Fürsten, den es während neun Jubiläen, seit der Gefangenschaft des Königs Zedekio, entbehrt hatte. Von Simon beginnen daher die altjudäischen Chroniken die Dauer der hasmonäischen Dynastie 103 Jahre (von 140 bis 37) zu zählen20; Jonathans Regierungszeit rechnen sie nicht hinzu, augenscheinlich weil ihm die Legitimität gefehlt hat. Der Umstand ist nicht zu übersehen, daß das Volk Simon nicht den Königstitel, sondern nur den eines Fürsten beilegte, nicht etwa, um dadurch dessen Machtvollkommenheit zu schmälern, sondern um den Erinnerungen an das davidische Haus nicht untreu zu werden. Wahrer König durfte nach der damaligen Volksanschauung nur ein Abkömmling Davids werden, und dieser werde zugleich der erwartete Messias sein. Daher enthielt der Volksbeschluß die Beschränkung, die dem Simon übertragene Fürstengewalt solle nur bis zum Auftreten des wahren Propheten (Elia) gelten21, welcher der Vorläufer des Messias sein werde.

Erst nachdem Simon förmlich als Fürst anerkannt war, machte er von dem Münzrechte Gebrauch, das ihm Antiochos Sidetes eingeräumt hatte. Es war das erste Mal, daß judäische Münzen geprägt wurden, und die gewonnene Selbständigkeit Judäas konnte sich dadurch auch nach außen zeigen. Es waren Silbermünzen, ganze Schekel (σίκλος, im Werte äginäischer Doppel-Drachmen, δίδροχμον, und der späteren attischen vier Drachmen, vier römische Denare, ungefähr 2 3/4 Mark) und halbe Schekel, davon sich noch einige schön geprägte Exemplare erhalten haben. – Die Münzen geben auf der einen Seite den Wert an mit den Inschriften: »Schekel Israel,« auf der Kehrseite ebenfalls eine Inschrift: »das heilige Jerusalem« (Jeruschalaim ha-kedoscha). Die Jahreszahl ist oberhalb des Emblems durch eine Abbreviatur das erste, zweite usw. Jahr22 ausgedrückt. Als Embleme der Münzen sind Sinnbilder des Hohenpriestertums Israels gebraucht, auf der einen Seite ein blühender (Ahrons-) Zweig und auf der andern eine Art Schale, vielleicht ein Weihrauchgefäß. Simon ließ auf diesen Münzen seine Persönlichkeit und Würde zurücktreten. Er nannte weder seinen Namen, noch sich als Fürsten oder als Hohenpriester. – Die Schriftzüge dieser Münzen sind althebräisch oder samaritanisch, entweder weil die neuhebräische oder Quadratschrift einen geheiligten Charakter erlangt hatte, seitdem sie für die heiligen Bücher in Gebrauch gekommen war, und man dieselbe durch den Profangebrauch des täglichen Verkehrs nicht entweihen mochte, oder weil die althebräischen [59] Schriftzeichen den umwohnenden Völkern bekannt, die neuen aber für sie unleserlich waren. – Die Jahresangaben auf den vorhandenen Simonischen Münzen gehen nur bis in das vierte23 Jahr seiner Regierung, weil er wohl nicht sofort nach Übernahme der Führerschaft, sondern erst mehrere Jahre später (um 139) die ersten Münzen prägen ließ.

So entgegenkommend sich Antiochos Sidetes gegen Simon erwiesen hatte, als er noch wenig Hoffnung hatte, den Kronräuber Tryphon zu besiegen, so kalt benahm er sich gegen ihn, als er mit Hilfe judäischer Unterstützung sich dem Ziele nahe glaubte. Dieser Antiochos war übrigens keineswegs so ungerecht wie seine Vorgänger, die Söhne und Enkel Antiochos des Großen; im Gegenteil wird er von judäischer wie von heidnischer Seite als großmütig und sanft geschildert, und es widerstrebte ihm, grausame Maßregeln anzuwenden. Aber die Notwendigkeit gebot ihm, undankbar zu sein und die Selbständigkeit Judäas nicht auf Kosten seines Reiches fortdauern zu lassen. Syrien, das früher bis an den Indus und über Kleinasien hinaus bis an die Grenze Europas reichte, war durch die Unklugheit seiner Herrscher in sehr enge Grenzen eingeschränkt; der Staatsschatz war in der letzten Zeit ganz erschöpft, und nun hatte sich auch Judäa der syrischen Lehnsherrschaft entzogen. Wozu sollte ihm der Sieg über Tryphon nützen, wenn er keine Mittel besaß, den leeren Schatz wieder zu füllen? Es war daher mehr die Scheu vor gehäufter Undankbarkeit als Wankelmut, als Antiochos die zweitausend Mann Hilfstruppen und die Geldunterstützung zurückwies, die ihm Simon bei der Belagerung der Stadt Dora (139) zugeschickt hatte, um mit mehr Nachdruck gegen den belagerten Tryphon auftreten zu können. Der syrische König schickte dann seinen Feldherrn Kendebaios an Simon, um ihm Vorwürfe machen zu lassen, daß er die zugestandene Freiheit überschritten, daß er sich auch die nicht förmlich abgetretenen syrischen Besitzungen Joppe, Gazara und die Akra in Jerusalem angeeignet hätte, ohne dafür Entschädigung zu bieten. Er stellte daher den Anspruch, daß Simon die Plätze wieder räume oder für sie und die Einkünfte davon tausend Talente Silbers zahle. Simon konnte nichts anderes erwidern, als daß er nur den von den Vätern ererbten Besitz wieder eingenommen habe. Für Joppe und Gazara wolle er allenfalls hundert Talente leisten. Da die Streitsache auf freundlichem Wege nicht beigelegt werden konnte, so sollte das Schwert entscheiden. Während Antiochos den aus der Festung Dora entschlüpften Tryphon verfolgte, schickte er Fußvolk [60] und Reiterei unter dem Feldherrn Kendebaios, dem Hyrkanier, Judäa zu bekriegen und es wieder unter syrische Botmäßigkeit zu bringen. Simon sah also alle Errungenschaften bedroht und rüstete sich zu einem hartnäckigen Kampfe. Glücklicherweise konnte er über eine ansehnliche Truppenmacht von 20000 Mann gebieten und sogar auch Reiterei aufstellen, deren Mangel in den früheren Kriegen so verderblich für Judäa gewesen war. Da er selbst zu alt war, um sich an dem Kriege zu beteiligen, so ernannte er seine Söhne Jochanan (Johannes) und Juda zu Feldherren, die von Gazara aus dem Feinde entgegenrückten. Kendebaios war indessen schon von Jamnia aus, wo er seine Truppen ausgeschifft hatte, tiefer in das Land bis zur Stadt Ekron24 vorgedrungen, begann einen Plünderungskrieg und führte die Einwohner des Flachlandes in Gefangenschaft. In einer Ebene zwischen dieser Stadt, welche Kendebaios befestigte, und Modin, wo im Frühjahr ein von Regen angeschwollenes Flußbett war, kam es zur Schlacht, und der Sieg blieb auf Seiten der Judäer. Kendebaios und sein Heer wurden geworfen, bis nach Azotos verfolgt, und diese Stadt, welche Widerstand geleistet, wurde verbrannt. Jochanan, der zur Entscheidung am meisten beigetragen haben mochte, erhielt von diesem Siege über die Hyrkanier den Namen Hyrkanos, den er später im Verkehr mit auswärtigen Völkern ausschließlich führte25. Juda, der jüngere Bruder, wurde dabei verwundet26. Dies war die letzte Kriegstat Simons (137 bis 136), welche ihm die Zuversicht einflößte, daß seine Söhne die aufstrebende Macht Judäas zu erhalten wissen würden.

Die Niederlage, die sein Heer gegen Simon erlitten hatte, erbitterte Antiochos noch mehr, aber zu schwach zu einem neuen Angriffe, nahm er, wie es den Anschein hat, zur List Zuflucht. Das Geschlecht der Hasmonäer, das gegen sein Haus so hartnäckig und so glücklich gekämpft hatte, wollte er aus dem Wege räumen lassen, damit Judäa, seiner mutigen und umsichtigen Feldherren beraubt, von selbst seiner Macht wieder anheimfallen sollte. Er scheint zu diesem Zwecke den Ehrgeiz und die Habsucht eines Mannes aufgestachelt zu haben, der als Schwiegersohn Simons eine Untat leichter ausführen konnte; er mochte ihm mit der Hoffnung auf die Nachfolgerschaft geschmeichelt haben, wenn er Simon [61] und seine Söhne aus dem Wege geräumt haben würde. Der Name dieses Schändlichen, den nicht Ehrfurcht vor einem in Heldentaten ergrauten Alter, nicht Liebe zu seiner Nation, nicht verwandtschaftliche Anhänglichkeit an seinen Schwiegervater, nicht Dankbarkeit gegen seinen Wohltäter von der verbrecherischen Tat zurückhielt, war Ptolemäus ben Chabub. Simon hatte ihm mit der Tochter auch Reichtümer gegeben und ihn zum Statthalter der Provinz Jericho eingesetzt; dieses alles befriedigte sein hochmütiges Herz noch nicht. Er wollte sich durch ein Verbrechen zum Erben Judäas einsetzen lassen und, auf das Ausland gestützt, sich in der Herrschaft behaupten; Ptolemäus war Herodes Vorläufer. Wie dem König David erwuchs auch Simon ein Feind aus seinem eigenen Hause. Es konnte dem Ptolemäus nicht schwer werden, den Mordplan auszuführen, da auch der Vorsichtigste eines solchen Bubenstücks sich nicht versehen kann. Simon pflegte, ungeachtet seines hohen Alters, das Land zu bereisen, um die Handhabung der Gesetze und die Bedürfnisse des Volkes mit eigenen Augen zu überwachen. Bei dieser Gelegenheit kam er auch nach der Festung Dok (Dagon) unweit Jericho, wo sein Schwiegersohn seinen Aufenthalt genommen hatte. Seine Frau und seine zwei jüngern Söhne, Juda und Matthatia hatten ihn auf der letzten Reise begleitet, der ältere Jochanan war in seiner Residenz Gazara zurückgeblieben. Ptolemäus heuchelte Gastfreundschaft gegen die dem Tode geweihten Opfer, bereitete ihnen ein glänzendes Mahl, und während sie, nichts Arges ahnend, sich im Familienkreise behaglich fühlten, wurden Simon und seine Söhne27 von Ptolemäus und seinen Trabanten überfallen und niedergehauen (Monat Schebat, Februar 135). Sobald die Untat verübt war, schickte der Mörder Boten an den syrischen König mit der Aufforderung, ihm mit Truppen beizustehen, um sich des Landes bemächtigen zu können. Er schickte Boten nach Gazara, auch Jochanan aus dem Wege räumen zu lassen und endlich Boten nach Jerusalem, Stadt und Heiligtum für sich in Besitz nehmen zu lassen. Aber er sollte den Lohn seiner Verbrechen nicht ernten; denn Jochanan wurde durch einen Freund gewarnt, der in der Verwirrung aus der Festung Dok nach Gazara geeilt war, so daß die gedungenen Mörder bei ihrer Ankunft sofort ihre Strafe erleiden konnten. Auch gelang es Jochanan, noch vor Ptolemäus in Jerusalem anzukommen, wo er das Volk leicht auf seine Seite bringen konnte28. Die Hilfe des Antiochos traf nicht sobald [62] ein, weil dieser wohl anderweitig beschäftigt war, so daß Chabubs Sohn nichts weiter übrig blieb, als sich in seine Festung einzuschließen, seine Schwiegermutter als Geisel festzuhalten und sich gegen etwaige Angriffe zur Wehr zu setzen. – So war das Ende des letzten der Hasmonäer-Brüder, von denen kein einziger eines ruhigen Todes starb, sondern die sämtlich für Volk und Heiligtum ihr Leben aushauchten. Juda und Eleasar starben auf dem Schlachtfelde, Jochanan, Jonathan und Simon, minder glücklich als ihre Brüder, erlagen der Arglist der Feinde ihres Volkes.


Fußnoten

1 I. Makkab. 14, 9. 12.


2 I. Makkab. 13, 35-40. τὴν βαὶνƞν ἣν ἀπεστείλατε kann weder Palmzweig, noch Mantel, noch sonst dergleichen bedeuten, sondern lediglich »die Gesandtschaft«, πρεσβείαν, wie auch ein Kodex hat und die syrische Version übersetzt אתיחלש = אתוחילש. Aus der Endung βειαν wurde βαιν und das darauffolgende Relat. ƞν dazu gezogen βαινƞν. Der Fehler ist übrigens so alt, daß die Itala ihn schon vorfand und daher das verdorbene Wort bean wiedergab, und daraus wurde wieder bahem.


3 Vergl. Note 1, III. 9.


4 I. Makkab. 13, 41-42.


5 Durch diese Annahme, daß das Volk die Souveränität antizipiert hat, ehe noch Simon davon Gebrauch machte, dürfte der Widerspruch sich auflösen, der zwischen I. Makkab. 13, 42 und 14, 43 besteht. Dort heißt es, das Volk fing an zu zählen, sobald das Joch der Syrer aufgehört hatte (ohne weitere Berechtigung), erst später kam das formelle Recht zum fait accompli hinzu.


6 Das Sendschreiben, II. Makkab. 1. Vergl. Note 10.

7 Der judäisch-alexandrinische Schriftsteller Eupolemos stellt das Jahr der Unabhängigkeit als Ära auf. Vergl. Note 3.


8 I. Makkab. 13, 43-52; 14, 5-7. Statt Γάζαν muß Γάζαραν nach Josephus gelesen werden.


9 Note 1, III. 6.


10 I. Makkab. 14, 33.


11 Note 1, III. 8.


12 I. Makkab. 14, 5.


13 I. Makkab. 14, 52 fg. S. Monatsschr., Jahrg. 1876, S. 148 fg. ¦Vgl. hierzu Buhl, a.a.O., S. 141. 143¦.


14 Das. 13, 53; 14, 33-34.


15 Das. 15, 1-8.


16 I. Makkab. 14, 24; 15, 15 f., vergl. Note 9.


17 I. Makkab. 14, 27-34.


18 I. Makkab. 14, 35-49.


19 Note 6.


20 Seder Olam Rabba Ende; Aboda sara 9a.


21 I. Makkab. 14, 41.


22 Vergl. Note 30.

23 [Auch aus dem fünften Jahre besitzen wir jetzt ein Exemplar eines ganzen Schekels (Schürer, I3, 243. 762).]


24 I. Makkab. 15, 26-42. Der Name der Stadt, welche Kendebaios befestigte, lautet Kedron, Vulgata: Gedor, der Syrer: ןורבח. Die Angabe, daß Kendebaios sich von Jamnia dahin begeben, daß die Schlacht westlich von Bethoron war, und daß die Flüchtlinge bis Azotos entflohen, führt darauf, daß es Ekron gewesen sein muß, Ἀκκαρών verschrieben Κεδρών und ןורבח. [S. jedoch Buhl, a.a.O., S. 188, der Kedron mit dem heutigen Katra identifiziert, vgl. noch Schürer, a.a.O., S. 255.]


25 Arabisches Makkabäerbuch, c. 20.


26 I. Makkab. 16, 1-10.


27 Josephus das. XIII, 7, 4.


28 I. Makkab. 16, 11-17. Anders Josephus XIII, 8, 1, daß die beiden Söhne erst später umgebracht worden seien. In den geringen Abweichungen, die Josephus von dem Makkabäerbuche hat, verdient das letztere mehr Glauben.



Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig 1905, Band 3.1, S. 64.
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