Die historische Methode

[200] 112. Die erste Aufgabe der historischen Forschung ist die Ermittlung historischer, d.h. wirkender Vorgänge oder Tatsachen. Aber indem sie diese selbst als geworden zu begreifen strebt, muß sie die Momente zu erkennen suchen, von denen ihr Entstehen bedingt war. Dieser historische Schluß geht von der Wirkung auf die Ursache, und ist daher seinem Wesen nach notwendig problematisch. Er kann niemals zu absoluter, logischer Sicherheit der Erkenntnis führen, sondern immer nur zu psychologischer Überzeugung von der Richtigkeit des kausalen Urteils. Daher führt die geschichtliche [200] Forschung immer wieder zu neuen Problemen, zu immer erneuten Versuchen, die entscheidenden Momente der geschichtlichen Wirksamkeit richtig zu erfassen. In den Vorgängen, in denen ein Forscher die ausschlaggebenden Gründe und Motive des Ereignisses erkannt zu haben glaubt, sieht ein anderer nur Begleiterscheinungen, während er die wahren Anlässe, die eigentlich wirkenden Faktoren, auf ganz anderem Gebiete sucht. Denn immer ist seine Subjektivität, die Auffassung, mit der er an die Ereignisse herantritt, für ihn das Bestimmende; und diese ist wieder abhängig von den seine Gegenwart beherrschenden Tendenzen, welche immer neue Momente als wirksam erkennen lassen, und daher das Urteil über das, was wirksam ist und gewesen ist, ständig verschieben. Damit ändert sich zugleich die Auffassung der Tatsachen selbst, von denen die Forschung ausgeht. Denn erst durch die historische Betrachtung wird der Einzelvorgang, den sie aus der unendlichen Masse gleichzeitiger Vorgänge heraushebt, zu einem historischen Ereignis. Seine Gestalt wird aber nicht nur durch den Prozeß der Forschung, die Ermittlung neuer und die Berichtigung altbekannter Einzelvorgänge, modifiziert, sondern jede Verschiebung in der Auffassung des Wirksamen affiziert das Ereignis selbst: was für die eine Auffassung ein entscheidender Vorgang ist, wird für die andere irrelevant und verliert jede historische Bedeutung, was für jene eine innere Einheit ist, wird für diese lediglich eine Gruppe gleichzeitiger Vorgänge, die sich nicht unter einen Begriff zusammenfassen lassen, und umgekehrt. Im letzten Grunde freilich ist das nichts der Geschichtswissenschaft Eigentümliches; sondern in jeder Wissenschaft, die innerlich fortschreitet und nicht im Dogmatismus erstarrt ist, vollzieht sich ununterbrochen derselbe Wandlungsprozeß, den wir hier am historischen Objekt zu verfolgen haben.

113. Jede Einzelerscheinung und jeder Einzelvorgang entsteht durch die Kreuzung unendlich vieler wirkender Faktoren, z.B. ein bestimmter Stein, Baum, Tier, oder ein einzelner Blitz, eine einzelne Welle, die Krankheit eines Individuums. [201] Unter diesen Faktoren sind die allgemeinen, in jedem gleichartigen Vorgang oder Wesen gleichmäßig wirkenden Faktoren zu scheiden von denjenigen, welche ihm seine spezifische, singuläre Eigenart verleihen. Da die geschichtliche Betrachtung eben diese Eigenart, dieses Spezifische der Einzelerscheinung menschlichen Daseins zu erkennen sucht, sind diese letzteren Faktoren für sie das Wesentliche, das in dem Einzelvorgange Wirksame, während die allgemeinen Faktoren nur die gegebene Voraussetzung sind, durch die überhaupt Vorgänge (aber noch nicht individuelle Vorgänge) zu stande kommen: die Darlegung jener Momente ist daher ihre eigentliche Aufgabe (vgl. § 106). Aber auch diese individuellen Faktoren sind in jedem historischen Ereignis immer noch äußerst zahlreich und vielgestaltig, teils persönliche Vorgänge (Willensentschlüsse), teils äußere Bedingungen und Einwirkungen, in denen sich die allgemeinen Momente in eine historisch wirksame Sondergestalt umgesetzt haben: es ist die Aufgabe des geschichtlichen Urteils, aus diesen die entscheidenden herauszuarbeiten, neben denen alle anderen nur als Begleiterscheinungen zu betrachten sind, die das Ergebnis wohl modifiziert, aber nicht bestimmend gestaltet haben. Wie weit dies gelingt, hängt immer von der Individualität des Forschers ab, der daran erweist, ob er zu seiner Tätigkeit innerlich berufen ist. Denn in aller Wissenschaft kann die Methode wohl allgemeine Verstandesregeln, Anweisungen, Vorbilder geben, aber ihre Anwendung auf den Einzelfall, die sich immer nach den in ihm enthaltenen Sonderbedingungen modifiziert, ist nicht lehrbar, und darum auch nicht die Gewinnung der Erkenntnisselbst: diese muß vielmehr im Innern des Forschers selbst intuitiv geboren werden.


Die Unmöglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnis (die eben nicht in einem äußeren Lernen, sondern in einem inneren Erzeugen besteht) zu lehren, und den lediglich maieutischen Charakter aller Unterweisung hat PLATO in glänzender Weise im Theaetet und vielleicht noch tiefer in seinem siebenten Briefe dargelegt; die gleichen Gedanken entwickelt in kürzerer Fassung KANT in einem mit Recht berühmten Abschnitt der Kritik der reinen Vernunft (2. Aufl. S. 171ff.). – Die Aufgabe aller [202] geschichtlichen Forschung hat ROON einmal (in einem Brief an Perthes, Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Feldmarschalls Grafen v. ROON II4 261) vortrefflich formuliert: »Das Parallelogramm der Kräfte richtig zu konstruieren, und zwar aus der Diagonale, d.h. aus dem Gewordenen, was man allein deutlich erkennt, Natur und Maß der wirkenden Kräfte und Personen zu abstrahieren, auch wo man diese Kräfte nicht genau kennt: das ist die Arbeit des historischen Genius, der sich im Kombinieren allein, nicht im Kompilieren dokumentiert.«


114. Das Mittel, welches der historische Schluß verwendet, ist die Analogie. Sie beherrscht alle Schlüsse über die äußeren Kräfte, welche die Gestalt des Ereignisses beeinflußt haben, bis zu den rein mechanischen Vorgängen hinab, vor allem aber alle Urteile auf dem reizvollsten Gebiet der Geschichte, dem der inneren Momente oder der psychologischen Faktoren, sei es, daß diese in einem Einzelnen oder in den Massen, sei es, daß sie unmittelbar in seelischen Vorgängen, sei es, daß sie in Gestalt von Ideen und durch die äußere Ordnung verwirklichten Grundsätzen (z.B. Staat, Recht, Kirche u.s.w.) zur Wirkung gelangen. Hier handelt es sich also um die Erkenntnis der Motive, Tendenzen, Vorstellungen, welche eine Persönlichkeit oder eine Gruppe beherrschen und ihre Handlungen entscheidend bestimmen. Das führt dann weiter zu dem Streben, diese Individuen in ihrer Totalität als eine Einheit zu erfassen. Hier tritt uns die Tatsache hindernd entgegen, daß die Vorgänge in der Seele eines anderen sich jeder unmittelbaren Erkenntnis entziehen und nur aus seinen Handlungen (einschließlich der Äußerungen) durch einen Analogieschluß auf uns selbst erschlossen werden können (vgl. § 45). Die innere Einheit der psychischen Vorgänge in einem Menschen oder einer Menschengruppe läßt sich vollends nur durch Intuition künstlerisch erfassen, aber niemals wissenschaftlich erkennen; und doch ist es dem Kausalitätsbedürfnis unmöglich, in der Erforschung der treibenden Kräfte unmittelbar vor dem für die Gestaltung des geschichtlichen Ereignisses entscheidenden Momente Halt zu machen. Wir verfahren so, daß wir aus dem inneren Agens, welches in dem Vorgang in die Erscheinung tritt, eine [203] allgemeine Tendenz herausnehmen und diese als treibende Kraft in die Seele des Handelnden projizieren als Willensstärke, Standhaftigkeit, Leidenschaft, seelische Größe, Frömmigkeit, Egoismus, Begabung für eine bestimmte Tätigkeit u.ä., daß wir für diese Konstruktion in anderen Lebensäußerungen derselben Persönlichkeit (oder Menschengruppe) eine Bestätigung suchen, und dann wieder aus dieser erschlossenen Kraft die Gestaltung des Einzelvorgangs ableiten. Wir stehen also hier hart an der Grenze dessen, was überhaupt noch selbst innerhalb des problematischen Schlusses als wissenschaftlich erkennbar bezeichnet werden kann, und überschreiten diese Grenze in der Praxis oft genug. Es kann daher die psychologische Analyse einzelner Persönlichkeiten (und Völker), die Schilderung ihres Charakters und ihrer Anlagen niemals die Hauptaufgabe der Geschichtswissenschaft sein, wie gelegentlich auch behauptet ist. Vielmehr bleibt sie nur ein mit Vorsicht zu benutzendes Hilfsmittel für die wahre Aufgabe, die Darstellung der geschichtlichen Tatsachen in ihrem Werden und Wirken.

115. Alle Erkenntnis geschichtlicher Tatsachen wird durch den beurteilenden, das Ereignis als eine Einheit erfassenden Verstand geformt und durch Mitteilung weiter überliefert. Daher ist die wichtigste Aufgabe des Forschungsprozesses, diese Formulierung von allen Beimischungen zu befreien, die sich dabei teils mit Notwendigkeit durch die in dem urteilenden Verstande liegenden Bedingungen, die allgemeinen Anschauungen, unter deren Herrschaft er steht, teils durch unrichtige Auffassung und durch äußere Einflüsse, vor allem durch die selbständige Entwicklung der Überlieferung, eingeschlichen haben können. Diese Tätigkeit ist die historische Kritik. Ihre Vorbedingung ist die Kritik der äußeren, vorwiegend literarischen Überlieferung (Quellenkritik), die Darlegung ihrer Entwicklung und alsdann der im einzelnen sehr verwickelte und schwierige Prozeß, das Überlieferte in seinem wahren Sinn und seiner wahren Tragweite ohne vorgefaßte Meinungen und hineingetragene Auffassungen zu verstehen – [204] hier ist die Philologie die wichtigste aller historischen Hilfswissenschaften. Damit ist das Material vorbereitet für die Haupttätigkeit der Kritik, die Kritik der überlieferten Ereignisse selbst, die allein eine Erkenntnis ihres inneren Zusammenhangs und der in ihnen wirkenden Faktoren ermöglicht. Alle Kritik erfordert einen Maßstab, der ein objektives Kriterium gewährt. Dies Kriterium liegt einmal in den allgemeinen, immer sich gleich bleibenden Bedingungen des realen Lebens, den physischen wie den psychischen, der Vorstellung dessen, was überhaupt möglich und unmöglich ist, und deshalb wirklich gewesen sein kann, oder aber, mag die Überlieferung und der Glaube der Zeitgenossen scheinbar den Vorgang noch so sehr bestätigen, objektiv unmöglich ist – dieses Kriterium liegt außerhalb der Geschichte und wird der Geschichtsforschung von anderen Wissenschaften geboten, von ihr nur auf das Einzelobjekt angewandt. Das zweite, dem Bereich der Geschichte selbst angehörige Kriterium liegt in dem, was in einer bestimmten, individuell gestalteten Zeit möglich gewesen ist, was sich unter den von ihr gegebenen psychischen und physischen Bedingungen verwirklichen konnte, sei es im allgemeinen, sei es in einem bestimmten Moment. Die Anwendung dieses Kriteriums unterscheidet die kritische Geschichtsforschung von der naiven Erzählung sowohl wie von der rationalistischen und der skeptischen Behandlung. Alle Geschichtsauffassung und Darstellung geht von der Gegenwart aus und steht unter deren Bedingungen und Anschauungen; die historische Kritik hat die Aufgabe, sich von dieser zu emanzipieren, die Vergangenheit aus ihren eigenen Bedingungen, Anschauungen, materiellen Zuständen zu begreifen; der Historiker muß sich daher mit seinem ganzen Denken in die Vergangenheit versetzen, sich ihr anfühlen, in ihr leben. Alsdann wird sie ihm zu einer Realität, und dann kann er den Versuch machen, die Ereignisse, die sich in ihr abgespielt haben, rein und unmittelbar zu erfassen, als ob er sie selbst erlebte, während der Überblick der weiteren Entwicklung, der Ergebnisse des Prozesses, den er anschauend durchlebt, ihm zugleich ermöglicht, den historischen [205] Charakter der Ereignisse, der ja immer erst in ihrer Wirkung zu Tage tritt, weit richtiger zu erfassen, als es den Mitlebenden selbst möglich, war. Denn eben auf diesem Charakter der Geschichte beruht es, daß das Werdende sich der unmittelbaren Erkenntnis (und damit der Fixierung in der Überlieferung) entzieht, daß es erst faßbar wird, wenn es geworden ist: erst wenn die Wirkung vorliegt, beginnen wir nach ihren Ursachen zu forschen. Für das Verständnis eines geschichtlichen Prozesses ist es von wesentlicher Bedeutung, neben den positiven Tatsachen auch diejenigen Momente richtig zu erkennen und zu beurteilen, die man als negative Erscheinungen bezeichnen kann, d.h. die Tatsache, daß ein Ereignis oder eine Wirkung, die innerhalb der allgemeinen Bedingungen und der Analogien liegt, in dem gegebenen Falle nicht eingetreten ist. Die Gründe einer solchen negativen Erscheinung können zum Teil rein äußerlicher Art sein, z.B. das Fehlen eines bedeutenden Staatsmannes im entscheidenden Moment, die Unfruchtbarkeit einer fürstlichen Ehe u.ä., und darum doch die weitgreifendste geschichtliche Wirkung üben, wie z.B. die Tatsache, daß Alexander d. Gr. keinen Erben hinterließ, für den ganzen weiteren Verlauf der Weltgeschichte von entscheidender Bedeutung gewesen ist. Vielfach aber führen sie in die tiefsten Probleme des geschichtlichen Lebens überhaupt und lehren uns den Charakter einer Kultur, einer Epoche, eines Volks erfassen, wenn eine politische, soziale, literarische, künstlerische Entwicklung, die man nach allen Analogien erwarten würde, nicht eingetreten ist, oder eine Zeit eine führende Persönlichkeit, für die der Boden vorbereitet schien, nicht hervorgebracht hat – charakteristische Beispiele bietet die Entwicklung der lutherischen Staaten und ihrer Kultur in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Gegensatz zu den Calvinisten, oder das völlige Versagen der römischen Demokratie seit dem Tode des Gaius Gracchus. Allerdings ist diese Versenkung in vergangene Zeiten immer nur relativ, weil der Betrachtende aus seiner eigenen Gegenwart und zugleich aus seiner eigenen Individualität [206] niemals heraus kann, sondern deren Bedingungen, mögen sie durch Kritik noch so sehr unter Kontrolle gehalten werden, doch immer in sich trägt. Insofern trifft das GOETHEsche Wort vom Geist der Zeiten die Geschichtsschreibung mit Recht; aber es ist, seiner ironischen Fassung entkleidet, für sie kein Vorwurf, sondern eine notwendige Bedingung ihrer Existenz, die sie im übrigen mit allen anderen Wissenschaften teilt.

116. Das Gebiet der historischen Forschung ist der Idee nach unendlich; aber tatsächlich findet es überall seine Schranken, die durch den Bestand des historischen Materials gegeben sind. Auch wo dies noch so reichlich fließt, tritt schließlich immer ein Fall ein, wo es versagt, und wo daher die Möglichkeit geschichtlicher Erkenntnis, das Fortschreiten von den Wirkungen zu den gestaltenden Momenten notwendig ein Ende finden muß. Die Forschung muß sich alsdann begnügen, die Zustände zu beschreiben, die sie an diesem Grenzpunkte vorfindet, und von ihnen aus die weitere Entwicklung zu verfolgen. Sie kann auch noch, mittels Analogieschlüssen, versuchen, diese fernsten ihr erreichbaren Zustände (sei es zeitlich, sei es ursächlich, von dem Objekt der Darstellung aus gemessen) genetisch zu erfassen, ihr Werden zu rekonstruieren: aber darüber hinaus verliert sich der Pfad in eine undurchdringliche Wüste. In diese Lage kommt jede geschichtliche Untersuchung, was auch ihr Objekt sei und wie reichlich auch immer zunächst die Quellen fließen mögen; aber sie tritt immer stärker hervor, je ferner die Zeiten und je dürftiger und lückenhafter das Quellenmaterial wird. Dessen Bestand ist immer variabel und lediglich vom Zufall abhängig (§ 119), und kann durch neue Funde jederzeit ein anderer werden; einen absoluten Anfang der Geschichte gibt es überhaupt nicht, weil er mit der Entstehung des Menschengeschlechts zusammenfallen oder vielmehr noch über diese hinaufragen würde. Je weiter wir hier vordringen, desto mehr treten daher die allgemeinen Momente und das Zuständliche in den Vordergrund, da dies eher Spuren hinterläßt, [207] als das Individuelle und der Einzelvorgang; desto mehr verliert aber auch die Geschichte ihren historischen Charakter, bis dieser schließlich ganz entschwindet und nur noch die Anthropologie übrig bleibt.


Quelle:
Eduard Meyer: Geschichte des Altertums. Darmstadt 71965, Bd. 1/1, S. 200-208.
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